Michael Groß spendet seit über 40 Jahren Blut. Foto: Redaktion

Michael Groß spendet seit über 40 Jahren regelmäßig Blut. Seine 200. Blutspende hat der Bergisch Gladbacher zum Anlass genommen, gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz auf die Notwendigkeit hinzuweisen. Für ihn ist die Spende nicht nur gelebte Hilfsbereitschaft, sondern bietet auch einen persönlichen Mehrwert.

Für Michael Groß ist es selbstverständlich und seit über 40 Jahren fester Teil seines Lebens: Sechsmal im Jahr spendet er einen halben Liter Blut. Am Donnerstag feierte der 59-Jährige seine 200. Blutspende. Zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Bergisch Gladbach hatte er im Vorfeld versucht, 200 weitere Menschen zu motivieren, ebenfalls zu spenden.

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„Ich war schon als Kind regelmäßig dabei, wenn meine Eltern Blut gespendet haben, später habe ich meine Kinder mitgenommen“, erinnert sich Groß. Als er mit 18 zum ersten Mal Blut spenden durfte, wurde das zur regelmäßigen Routine: Zuerst viermal, später durften Männer bis zu sechsmal pro Jahr Blut spenden. 

„Nur einmal konnte ich einen Termin nicht wahrnehmen. Als ich nach einem schweren Fahrradunfall lange im Krankenhaus lag“, sagt Groß. Er selbst habe damals zwar keine Bluttransfusion benötigt, aber als aktiver Triathlet wisse er, „wie schnell es gehen kann. Und gerade als Radfahrer ist man ein schwaches Glied im Straßenverkehr“.

Bluttransfusion als Überlebenschance

Die Menschen in seinem eigenen Umfeld motiviert Michael Groß schon immer dazu, Blut zu spenden. „97 Prozent der Bevölkerung verlassen sich auf die drei Prozent, die spenden“, kritisiert Groß. 

Michael Groß bei seiner 200. Blutspende. Foto: DRK

Laut DRK werden in Deutschland täglich mehr als 15.000 Blutspenden benötigt, etwa wenn ein Mensch bei einem Unfall viel Blut verliert oder für planbare Operationen. Eine Bluttransfusion ist für viele Menschen die einzige Überlebenschance. Eine Blutspende kann bis zu drei Menschen helfen, weil für unterschiedliche Therapien unterschiedliche Komponenten benötigt werden.

„Wenn man jemanden im Umfeld hat, der an Krebs erkrankt ist, könnte man das als Anlass nehmen, Blut zu spenden, um Anderen dadurch zu helfen“, sagt Groß. Der größte Teil der Blutkonserven wird für Menschen mit Krebserkrankungen gebraucht. 

Neben der Hilfe für seine Mitmenschen sieht der 59-Jährige aber auch gleich mehrere persönliche Vorteile: Das gespendete Blut wird untersucht, etwa auf bestimmte Viren und Antikörper. Sollte etwas nicht in Ordnung sein, wird dem Spender oder der Spenderin das mitgeteilt. „So hat man also einen regelmäßigen Blutcheck.“ Außerdem erhalte jede:r einen Ausweis mit der eigenen Blutgruppe. 

Nach der Spende fühle ich mich sauwohlMichael Groß

„Ich bin immer froh, wenn die Zeit rum ist und ich wieder spenden darf“, berichtet Groß. „Am Tag nach der Spende fühle ich mich immer sauwohl. Und bin ein halbes Kilo leichter, egal wie viel ich nach dem Blutspenden gegessen habe.“ 

Ausnahmsweise habe er dieses Mal etwas länger bis zur nächsten Spende gewartet, weil er gemeinsam mit dem DRK-Ortsverband Bergisch Gladbach diese besondere Aktion anlässlich seiner 200. Spende organisiert hat. „Vor kurzem hatte ich Nasenbluten. Damit wollte mir mein Körper wohl signalisieren: Das Blut will raus“, sagt Groß und lacht. „Ich weiß natürlich, dass das Quatsch ist, aber es war wie ein Zeichen.“

Ablauf einer Blutspende

Insgesamt sollten Spender:innen rund eine Stunde einplanen. 

Nach der Anmeldung und dem Ausfüllen eines Fragebogens zur Gesundheit folgt ein medizinischer Check: Aus dem Ohr wird ein Tropfen Blut abgenommen, um den Hb-wert zu bestimmen, außerdem wird die Körpertemperatur gemessen.

Wenn alle Werte in Ordnung sind, geht es nach einem kurzen Arztgespräch zur Blutspende. Es werden 500 ml Blut abgenommen. Das dauert 10 bis 15 Minuten.

Anschließend ruhen sich die Spender:innen 10 Minuten auf einer Liege aus, bis der Kreislauf stabil ist. Anschließend stärken sich die Spender:innen mit einem Imbiss und sollten viel trinken. Als Dankeschön erhalten sie ein kleines Geschenk.

Alle Informationen rund um die Blutspende stehen auf der DRK-Internetseite.

Die aktuellen Blutspende-Termine in verschiedenen Stadtteilen stehen auf dieser Seite.

Für die Jubiläums-Aktion waren neben 15 Helfer:innen des DRK auch vier Ärzt:innen in den Räumen des Berufskollegs im Einsatz, die die Spender:innen betreut haben. Normalerweise kommen 50 bis 70 Spender:innen. An diesem Tag waren es mit 112.

Nachwuchsspender gesucht

Michael Groß ist darüber etwas enttäuscht: „Ich hatte sehr gehofft, dass 200 Menschen kommen würden. Wir leben schließlich in einer Großstadt.“ Er freut sich aber darüber, dass einige Neuspender:innen gekommen sind. Für ihn gehe es vor allem darum, auf die Bedeutung der Blutspende aufmerksam zu machen – und dabei mit positivem Beispiel voran zu gehen.

Beruflich arbeitet der Rekordspender als Großhandelskaufmann, ehrenamtlich ist er seit seiner Jugend als DRK-Mitglied aktiv, unter anderem seit mehr als 30 Jahren im Katastrophenschutz. 

Auch künftig wolle er weiter um neue Spender:innen werben. „Wir müssen dringend junge Menschen motivieren, den Sinn hinter der Blutspende zu erkennen.“ Das Durchschnittsalter der Spender:innen liege bei Mitte 40 und aufwärts, die Gruppe der Über-60- und 70-Jährigen werde kleiner. „Blut wird nicht im Keller eines Krankenhauses hergestellt, dafür braucht es Menschen, die Anderen helfen.“

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Vielen Dank für diesen wichtigen Bericht, Frau Stolzenbach und dir, lieber Michael, für deinen ehrenamtlichen Einsatz und für deine Blutspenden. Blut kann nicht künstlich hergestellt werden und ganz schnell kann man selbst auf dieses angewiesen sein, durch einen Unfall denken die meisten, aber das meiste Blut wird aufbereitet, weil viel an Patienten mit Erkrankungen weitergegeben wird. Wer mehr wissen möchte: https://www.blutspenden.de/blut-und-plasmaspende/was-passiert-mit-der-spende/vollblutspende/
    Das DRK freut sich über jede neue Spenderin, jeden neuen Spender. Und wenn Sie sich den Bericht in der Lokalzeit von gestern anschauen, dann motiviert es vielleicht, auch einmal zu spenden.
    https://www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-aus-koeln/rekord-blutspende-warum-ein-mann-200-mal-blut-gespendet-hat/wdr-koeln/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtODUzMzI2YTYtMzIwZi00NjRlLWI2YTctOWM1ODljNzhkYTY2
    Termine können online vereinbart werden unter: https://www.blutspendedienst-west.de/blutspendetermine/termine?radius=10&term=51469+Bergisch+Gladbach
    Oder kommen Sie einfach spontan vorbei!