Wenn heute über Nachhaltigkeit gesprochen wird, fallen häufig Begriffe wie CO₂-Reduktion, Kreislaufwirtschaft oder Ressourcenschonung. Viele Bodenbeläge werben mit diesen Eigenschaften. Doch nur wenige Produkte erfüllen die Anforderungen an echte Nachhaltigkeit so umfassend wie ein fachgerecht verlegter Parkettboden.

Von Christian Nowak

Als Parkettlegermeister sehe ich Nachhaltigkeit nicht als Marketingbegriff, sondern als Ergebnis einer langfristigen Betrachtung. Entscheidend ist nicht allein, woraus ein Produkt besteht, sondern wie lange es genutzt werden kann, wie es instand gehalten wird und ob es sich an veränderte Anforderungen anpassen lässt.

Genau hier liegt die besondere Stärke von Parkett.

Holz – ein natürlicher CO₂-Speicher

Parkett besteht aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Während seines Wachstums bindet jeder Baum Kohlendioxid aus der Atmosphäre und speichert dieses dauerhaft im Holz. Diese Speicherung bleibt auch nach der Verarbeitung zum Parkettboden erhalten.

Damit leistet Parkett bereits von seiner Materialbasis her einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Doch die eigentliche Nachhaltigkeitsleistung entsteht erst durch die lange Nutzungsdauer und die handwerkliche Verarbeitung. So hebt auch der Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik hervor, dass die professionelle handwerkliche Leistung ein entscheidender Faktor für die Nachhaltigkeit eines Parkettbodens ist. 

Nachhaltigkeit beginnt mit dem Handwerk

Ein hochwertiger Parkettboden ist kein Wegwerfprodukt. Seine Lebensdauer hängt maßgeblich von der fachgerechten Verlegung ab.

Der Parkettleger sorgt für:

  • die richtige Auswahl emissionsarmer Materialien, 
  • die fachgerechte Vorbereitung des Untergrundes, 
  • die optimale Verlegung und Verklebung, 
  • die spätere Pflege und Instandhaltung, 
  • sowie Reparaturen und Renovierungen über Jahrzehnte hinweg. 

Besonders die vollflächige Verklebung bietet Vorteile hinsichtlich Energieeffizienz und Langlebigkeit. Durch den besseren Wärmeübergang auf Fußbodenheizungen können sogar niedrigere Vorlauftemperaturen genutzt werden, was den Energieverbrauch reduziert. 

Ein Boden für Generationen

Während viele moderne Bodenbeläge nach 15 bis 25 Jahren vollständig ersetzt werden müssen, kann Parkett mehrfach renoviert werden.

Durch Schleifen, Nachölen oder Neuversiegeln erhält der Boden immer wieder eine nahezu neuwertige Oberfläche. Selbst optische Modernisierungen sind möglich, beispielsweise durch Farböle oder matte Oberflächen, ohne den Boden austauschen zu müssen. 

Aus meiner täglichen Praxis weiß ich: Die nachhaltigste Entscheidung ist oft nicht der Neukauf, sondern die fachgerechte Aufarbeitung eines vorhandenen Parkettbodens.

Wie alt können Parkettböden werden?

Die Frage nach dem Alter eines Parkettbodens wird mir häufig gestellt. Die Antwort lautet: deutlich älter, als viele Menschen vermuten.

Nachfolgende Werte basieren auf praktischen Erfahrungen des Handwerks sowie den veröffentlichten Nutzungsdauerbetrachtungen der Parkettbranche. 

ParkettartMögliche Nutzungsdauer
Mehrschichtparkett (Wohnbereich)30–60 Jahre
Massivparkett 22 mm60–120 Jahre
  
Mosaikparkett40–60 Jahre
Hochkantlamelle50-75 Jahre
Historische Fischgrät- und Tafelparkette100–200 Jahre und mehr

Besonders beeindruckend sind historische Parkettanlagen in Schlössern, Villen und öffentlichen Gebäuden. Dort finden sich regelmäßig Parkettböden, die seit über 100 Jahren genutzt und mehrfach renoviert wurden.

Historische Beispiele aus der Praxis

Bei meinen vielen Besichtigungsterminen begegne ich immer wieder Böden, die eindrucksvoll zeigen, was Nachhaltigkeit wirklich bedeutet:

  • Fischgrätparkette aus den 1920er- und 1930er-Jahren, die nach einer Renovierung erneut Jahrzehnte genutzt werden können. 
  • Massivparkett aus Gründerzeitvillen mit einem Alter von über 120 Jahren. 
  • Schloss- und Tafelparkette, die teilweise seit mehreren Jahrhunderten erhalten werden. 
  • Stabparkett aus den 1950er-Jahren, das nach mehreren Schleifgängen noch immer voll gebrauchstauglich ist. 

Diese Beispiele verdeutlichen: Ein Parkettboden wird nicht verbraucht – er wird gepflegt, renoviert und an die nächste Generation weitergegeben.

Reparieren statt Wegwerfen

Ein weiterer Nachhaltigkeitsvorteil liegt in der Reparaturfähigkeit. Beschädigte Bereiche können häufig punktuell ausgetauscht werden. Einzelne Stäbe lassen sich ersetzen, Hohlstellen beseitigen und Oberflächenschäden ausbessern. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer erheblich und ein kompletter Austausch wird vermieden. 

Fazit

Wer Nachhaltigkeit ernst nimmt, sollte nicht nur auf den Materialeinsatz achten, sondern vor allem auf die Lebensdauer eines Produktes. Ein hochwertiger Parkettboden vereint beide Eigenschaften auf ideale Weise: Er besteht aus einem nachwachsenden Rohstoff, speichert CO₂ und kann über Generationen hinweg genutzt werden.

Die eigentliche Nachhaltigkeit entsteht jedoch erst durch die handwerkliche Leistung. Fachgerechte Verlegung, Pflege, Reparatur und Renovierung machen aus einem Parkettboden einen Begleiter für Jahrzehnte – oft sogar für ein ganzes Jahrhundert.

Aus Sicht eines Parkettlegermeisters gibt es deshalb kaum einen Bodenbelag, der den Begriff Nachhaltigkeit so glaubwürdig verkörpert wie Parkett: ein Boden für heute, morgen und die Generationen nach uns.

Herzlichst, Ihr Christian Nowak


Die Schneppensiefen GmbH & Co KG verlegt seit über einem halben Jahrhundert Parkett und Bodenbeläge im Großraum Bergisch Gladbach. Werte wie Beständigkeit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit haben für den regionalen Familienbetrieb oberste Priorität. Das 13-köpfige Team besteht ausschließlich aus fachausgebildeten Profis, ihr Sachverstand rechtfertigt Ihr Vertrauen.

Christian Nowak und Ole Zimmermann führen die Schneppensiefen GmbH & Co KG seit Anfang 2024

Christian Nowak und Ole Zimmermann haben 2024 die Geschäftsführung übernommen. Firmengründer Ralph Schneppensiefen hat sich Schritt für Schritt aus dem Betrieb zurückgezogen und arbeitet als Sachverständiger für den Bereich Parkett und Bodenbeläge. Den neuen Inhabern und alleinigen Gesellschaftern steht er als Berater zur Verfügung.

Kontakt
Schneppensiefen GmbH & Co KG
Parkett & Bodenbeläge
Hermann-Löns-Straße 109
51469 Bergisch Gladbach

Tel: 02202 866920
Website
Mail: info@schneppensiefen-kg.de

Weitere Beiträge

So erhalten Sie den Wert Ihres Parketts

Ein Parkettboden hält zwölf, bei sehr guter Pflege auch 40 Jahre. Bei raschen Mieterwechseln und / oder einem rücksichtslosen Umgang altert der Bodenbelag jedoch sehr viel schneller. Aber auch dann muss er nicht unbedingt komplett geschliffen werden – es gibt auch weniger aufwendige Methoden, den Wert zu erhalten. (Bezahlter Beitrag)

Schöne Fußböden schützen: Die richtigen Stuhl- und Möbelgleiter

Wer das neue Parkett oder den neuen Vinylboden schützen will, sollte Stuhlgleiter nutzen – und zwar die richtigen. Denn falsche, beschädigte, verschlissene oder ungepflegte Produkte richten schwere Schäden an und können bei Hartbelägen sehr unangenehme Geräusche verursachen. (Bezahlter Beitrag)

Der richtige Bodenbelag für eine Mietwohnung

Zu unseren Kunden zählen unter anderem viele Vermieter von privaten Wohnungen. Bei der Beratung stellt sich immer wieder die Frage nach dem besten Bodenbelag für die Mietwohnungen und die Antwort lautet regelmäßig: „Es kommt darauf an“. Wir stellen die wichtigsten Alternativen vor. (Bezahlter Beitrag)

Welche Bodenbeläge für eine Fußboden-Heizung gut sind

Großflächige Heizungen wie Wand- und Fußbodenheizungen sind im Trend, gerade in Kombination mit Wärmepumpen macht das viel Sinn – auch in Altbauten. Das hat allerdings Auswirkungen auf die Auswahl der Bodenbeläge. Der Parkett- und Bodenleger-Meister Ralph Schneppensiefen erklärt, was Sie dabei beachten sollten. (Bezahlter Beitrag)

Wie oft kann ein Parkettboden geschliffen werden?

Parkettböden boomen seit vielen Jahren. In vielen Wohnungen und Büros wurden sie verlegt. Nach vielen Jahren der Nutzung kommt irgendwann der Punkt, an dem die Oberfläche des Parketts durch Reinigung und Pflege nicht mehr zufriedenstellend aufbereitet werden kann. Jetzt helfen in der Regel nur noch das Abschleifen und der Aufbau einer neuen Oberfläche – einer…

Ist ein Parkettfußboden nachhaltig?

Für die Klima-Belastung eines Baustoffs ist die Lebensdauer ausgesprochen wichtig. Das gilt auch für Holz: je länger es genutzt wird, desto besser die CO2-Bilanz. Unter diesem Gesichtspunkt ist ein Holzparkett besonders nachhaltig. Allerdings kommt es auch darauf an, welche Parkettart gewählt, wie es verlegt und wie es gepflegt wird. (Bezahlter Beitrag)

Geölte Parkettböden richtig pflegen

Seit vielen Jahren erfreuen sich geölte Parkettböden und Landhausdielen großer Beliebtheit. Immer wieder werden wir danach gefragt, wie ein geölter Holzfußboden richtig zu pflegen ist. Parkett- und Bodenleger-Meister Ralph Schneppensiefen liefert die Antworten. (Bezahlter Beitrag)

Die Schneppensiefen GmbH & Co KG verlegt seit über einem halben Jahrhundert Parkett und Bodenbeläge im Großraum Bergisch Gladbach. Werte wie Beständigkeit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit haben für den regionalen Traditionsbetrieb oberste Priorität.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.