Der Neubau der GGS Hebborn mit dem Multicourt im Vordergrund. Fotos: Redaktion

Unter Zeitdruck waren die Grundschulen in Hebborn und Refrath vor drei Jahren erweitert worden, um allen Kindern Platz bieten zu können. Dabei waren Kompromisse in Kauf genommen und auf eine Lüftungsanlage verzichtet worden. Ein Fehler, wie sich schnell zeigte – doch der Versuch einer Lösung ist gescheitert, die Gebäude sind in der Hitze nicht nutzbar. Der Bolzplatz in Hebborn ist durch einen Multicourt ersetzt worden – aber auch dort stellen sich Fragen.

In Rekordtempo hatten die GGS Hebborn und die KGS In der Auen in Refrath 2023 Erweiterungsbauten erhalten, die zunächst „Notschulen“ und dann „Sofortschulen“ genannt worden waren. Was womöglich voreilig war.

Für gute Luft in den Klassenräumen, so die damalige Entscheidung, reiche eine Lüftung über das Öffnen der Fenster aus, auf eine teure technische Anlage könne man verzichten. Auch mit Blick auf die Kosten – denn für eine schnelle Errichtung durch die gerade gegründete Schulbaugesellschaft war es wichtig, beim Auftragswert der Projekte unter der Schwelle von 5,2 Millionen Euro zu bleiben, ab der eine Ausschreibung vorgeschrieben ist.

Eine Fehlentscheidung, wie sich schon im ersten Sommer zeigte – und die drei Jahre später noch nicht behoben ist.

In der aktuellen Hitzeperiode ist der Neubau der GGS Hebborn nicht nutzbar. „Alle Klassen, die im Neubau unterrichtet werden, sind aufgrund der sehr hohen Temperaturen im Neubau behelfsmäßig in andere Räumlichkeiten im Hauptgebäude und im Altbau (alte OGS-Mensa) gezogen. Fachräume wurden im Hauptgebäude geräumt“, bestätigt Schulleiter Manfred Hermann auf Anfrage des Bürgerportals.

Dabei hatte der Schulausschuss bereits vor einem Jahr beschlossen, beide Schulen mit dezentralen Kühl- und Lüftungsanlagen auszustatten. Für die 190.000 Euro, die beim Bau gespart worden waren, sollte das nun eine Million Euro kosten, pro Schule.

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Stadt rüstet Sofortschulen in Hebborn und Refrath nach

Die Erweiterungen der Grundschulen an der Odenthaler Straße und In der Auen sollte nicht nur schnell gehen, sondern auch einigermaßen preiswert bleiben. Doch nachdem die Kinder ebenso wie die Lehrerpersonen über dicke Luft in den Klassen in den beiden „Sofortschulen“ klagen will die Stadt jetzt nachbessern: Beide Gebäude erhalten Lüftungs- und Klimaanlagen, für jeweils mehr als eine Million Euro.

Doch dazu ist es bislang nicht gekommen – u.a. weil sich Schulen und Stadtverwaltung nicht auf die Art der Geräte einigen konnten. Auf Nachfragen verwies die Stadt zunächst auf bauliche Herausforderungen aufgrund der Modulbauweise und deutete Akzeptanzprobleme bei den Schulleitungen an.

Tatsächlich lehnt die GGS Hebborn fest eingebaute Lüftungsanlagen ab – weil dafür zuviel Raum verloren gehe, der für den Unterricht benötigt werde, sagt Hermann. Für diese Geräte müssten zwei Fensterelemente ausgebaut und durch Anlagen ersetzt, die 50 cm in den Raum hinein ragen und einen Sicherheitsabstand von einem weiteren Meter erfordern.

Statt dessen präferiert der Schulleiter Kühlgeräte, die zwar fest eingebaut werden – aber unter der Decke hängen. Nur für eine rasche Abhilfe seien mobile Klimageräte übergangsweise sinnvoll.

Zu heiß, zu wenig Sauerstoff

Die sind aber aus Sicht der Stadt nicht geeignet, die Probleme zu lösen. Es wird in den Klassen nicht nur viel zu heiß, auch der Sauerstoffgehalt sinkt sehr schnell ab. Ein Problem, das auch in der KGS In der Auen verliegt. „Auch aus Refrath ist uns das grundsätzliche Thema der Lüftungsanlagen bekannt. Ob und in welchem Umfang Räumlichkeiten aktuell genutzt werden, liegt im Entscheidungsbereich der Schulleitung“, erklärt die Stadt.

Eine endgültige Lösung sei in diesem Sommer nicht mehr zu erwarten, räumt die Verwaltung ein. Statt dessen sollen nun in der kommenden Woche 20 Ventilatoren in die GGS Hebborn geliefert werden – „um die Situation zu entspannen“, erläutert die Stadt auf mehrfache Nachfrage. Zu allen Punkten, so Schulleiter Hermann, stehe man mit der Stadt und der Schulbau GmbH im Austausch.

Die offenen Fragen zum Multicourt

Mit dem Bau der „Sofortschule“ hatte die GGS Hebborn und die ganze Nachbarschaft auf die beliebte Schulwiese / Bolzplatz verzichtet. Mit der Zusage, dafür einen modernen „Multicourt“ zu erhalten, auf dem Fußball gespielt und Basketball-Würfe geübtt werden können.

Inzwischen steht die für 350.000 Euro gebaute Anlage auf dem schmalen Streifen zwischen Neubau und dem Hang zu den angrenzenden Grundstücken – und ähnelt mit ihren hohen Metallzäunen eher einem Hochsicherheitstrakt als einer Spielstätte. Nach einigen langen Verzögerungen ist der Platz inzwischen komplett, wird allerdings immer noch nicht genutzt.

Nach Angaben der Schule fehlt immer noch die Freigabe durch die Bauaufsicht. Die Stadt verweist dagegen auf eine kleine formelle Eröffnung „Anfang Juli“. Ob der Platz bis dahin dennoch schon genutzt werden kann, bleibt auch nach mehrmaliger Nachfrage unklar.

Ebenso ausweichend reagiert die Stadt auf Fragen zu den Nutzungszeiten. Von Anfang an hatte sie versprochen, dass der Platz auch außerhalb der Schul- und OGS-Zeiten geöffnet sei und für die Nachbarskinder zur Verfügung stehe. Es gibt dafür auch einen zweiten Zugang außerhalb des Schulzauns. Er ist allerdings mit zwei Schlösser verriegelt.

Bei der Frage nach den Öffnungszeiten verweist die Stadt zunächst ausweichend auf „gesetzliche Regelungen“. Auf eine weitere Nachfrage spricht sie nun von einem „Betreiber“, der im Moment damit beschäftigt sei, eine Informationstafel zu erstellen.

Die Fragen, wer dieser Betreiber sein, was auf der Infotafel steht und wann der Court geöffnet ist, blieben bislang unbeantwortet.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. 4.5.3
    Klimaanlagen
    Klimaanlagen mit Heiz-, Kühl-, Be- und Entfeuchtungsfunktion sind für Schulgebäude derzeit nicht vorgesehen.

    Bekommt eigentlich das neue Stadthaus, bzw. das umgebaute, eine Klimaanlage?

    Solang Schüler, Senioren und KH-Patienten keine Kühlung erhalten, sollten es städtische Angestellte auch nicht tun, spart Kosten.

    Der Neubau der Grundschule in Lückerath bekommt also auch keine Klimaanlage sondern nur eine Lüftung?

  2. Werter Herr Kraus: Sie zitieren leider nur den Beschluss für die KGS In den Auen. Wir haben ( ich damals noch als SaBü in Vertretung für ein Ratsmitglied) die Nachrüstung für die KGS In den Auen beschlossen. Im nächsten Tagesordnungspunkt dann Gleiches für die GGS in Hebborn. Nur eine freundliche Korrektur- damit die Leser nicht irritiert sind.

  3. Probleme sind Lösungen in Arbeitskleidung!

    Lösungen sind gefragt.
    Schuld Zuweisungen sind überflüssig! und nicht zielführend!

    1. So kann man sich natürlich jedweder Verantwortung entziehen und Leute l, die für die Gemeinde schadhaft planen, besetzen weiter munter Posten oder werden für viel Geld beauftragt.

  4. Mein Gott, was soll das alles. Hatten wir in den 60.Jahren in irgend einer Schule auch nur den Hauch einer klimatisierten Räumlichkeit? Nein,und stellt euch mal vor, wir haben es alle überlebt. Ist das nicht wunderbar. Was für ein Aufruhr, auch diese Hitzeperiode geht wieder vorbei und alle werden es voraussichtlich auch überleben.

    1. Hallo Horst Bärmann, ich muss mich nun leider wiederholen (habe ich heute bereits schonmal an Steffen Platzeck geschrieben.) Vor 20 Jahren war es kaum vorstellbar, dass die Temperatur mehrere Tage im Jahr (und schon garnicht in Folge) die 30-Grad-Marke übersteigt. Und an die 40 Grad hat es in Deutschland vermutlich noch so gut wie nie gegeben.
      Und leider wird es so sein, dass diese Hitzeperiode nicht alle überleben werden. Es gibt genug Menschen, die unter den Bedingungen so leiden, dass sie auch dran versterben werden. Nicht ohne Grund machen Ärzte, Kommunen, … so auf die Risiken aufmerksam und es wurden Warnungen ausgesprochen.

      1. Um genau zu sein: Vor exakt 20 Jahren, im Jahr 2006, gab es 20 Tage ab 30 Grad aufwärts: https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Hitze/_inhalt.html Vorstellbar war das also durchaus. Und mehr als 10 Hitzetage gabe es auch schon 1994: https://de.statista.com/infografik/22548/anzahl-der-hitzetage-in-deutschland/

        Früher waren die Schulen allerdings auch durchweg massiv gebaut. Das macht einen ziemlichen Unterschied, da durch Massivbauteile die Hitze erst mit mehreren Stunden Verzögerung im Inneren ankommt. Eine Containerbauweise mit Leichtbauwänden ohne Dachüberstände ist für Tage mit starker Sonneneinstrahlung das Ungünstigste, was man sich denken kann.

    2. „Nein, aber jede Schule hatte einen Bunker.“

      Und genau das ist der Punkt: Jede Zeit baut sich ihre eigenen Antworten auf das, was sie als Bedrohung empfindet.

      Früher war es der Kalte Krieg, also hat man Schutzräume gebaut. Heute sind es andere Realitäten, Hitzeperioden, Infrastruktur, Gesundheit und Energie. Die Herausforderungen wechseln, die Notwendigkeit darauf zu reagieren bleibt.

      Man kann es auch so sagen: Jede Generation glaubt gern, ihre Probleme seien übertrieben, bis sie merkt, dass die Welt sich einfach weitergedreht hat und neue Rahmenbedingungen setzt.

      Die Hitze geht vorbei, ja. Aber die Frage bleibt, wie wir mit einem Klima umgehen, das sich langfristig verändert, ob mit Bunkern von gestern oder Lösungen von heute.

      Danke!

    3. die Hize ist wirklich heftig. Und das Manko dieser Containerbauweise ist, dass sie nicht hitzeresistent ist, weil kein Masse in form von Massivität da ist oder keine Solarfenster verwendet wurden. Und natürlich sind einem Grenzen gesetzt bie der Modulbauweise, wenn eine zentrale Lüftung nötig ist.

      1. Das geht auch bei Modulen. Installationsdurchbrüche sind ja ohnehin erforderlich. Falls man das trotzdem für zu kompliziert hält dann baut man die Belüftung eben dezentral. Technisch gesehen ist es eine 08/15-Aufgabe, die Temperaturen zu senken (und wenn man das gleich beim Bau erledigt, ist es auch billiger als eine Nachrüstung).

    4. @ Herr Bärmann “stellt euch mal vor, wir haben es alle überlebt” “Was für ein Aufruhr”

      Ich denke, mit solchen und anderen doofen “Durchhalteparolen” sind FRÜHER Kinder erzogen/bearbeitet worden, und, wie in Ihrem Fall, vielleicht von (Gross)Vätern, die, mehr oder weniger begeistert, in den Krieg geschickt worden waren oder darauf vorbereitet worden sind.
      Und genau diese Väter hatten in Wirklichkeit selber oft die Hosen voll vor Angst.

      Dieses “anerzogene” Denken war und ist, auch wenn man nichts dafür kann, einfach nicht richtig bzw. unmenschlich.

      Und warum sollten gerade Kinder, wenn ihnen doch etwas unerträglich ist, alles aushalten müssen?

    5. Hallo Horst Bärmann, ich habe die Schule in dieser Zeit und kurz danach auch überlebt. Ab 28 Grad Raumtemperatur gab es hitzefrei! Allerdings wurde diese Grenze nur sehr selten überschritten…

  5. Die „standortspezifische Situation“ sollte in Deutschland nicht mehr vorrangig unter dem Aspekt des winterlichen Wärmeschutzes betrachtet werden, sondern deutlich stärker unter dem Aspekt der sommerlichen Hitzeentwicklung. Die Ausrichtung der Gebäude sowie die Anordnung der Räume und Fensterflächen sind der wichtige und entscheidende E r s t e Schritt. In südlichen Ländern ist diese Herangehensweise seit langem selbstverständlich.

    Danke!

    1. Ich bin diesbezüglich vollkommen bei Ihnen. Lüftungskonzepte und auch grundlegende Entscheidungen (wie von Ihnen beispielhaft gelistet) sollten / müssen mittlerweile auch in unseren Breiten neu gedacht und dem Klimawandel und den im Mittel ansteigenden Temperaturen damit Rechnung getragen werden.

  6. Die Saaler Mühle wurde komplett saniert und trotzdem haben sie nicht in jedem Raum eine Klimaanlage eingebaut, in einem Gebäude, das die Kinder schon vor der Sanierung regelrecht gekocht hat. Und von Kindergärten redet sowieso keiner, dabei sind die Kinder da noch jünger und können einem gar nicht richtig sagen, dass ihnen zu heiß ist. Wir “reparieren” immer erst ein Gebäude nach dem anderen, wenn es schon ein Problem ist, statt einfach mal anzuerkennen, dass die Sommer jetzt brutal heiß sind, und das von Anfang an mitzuplanen.

  7. Nicht nur heiß und bei diesen Temperaturen nicht nutzbar, sondern auch sehr hellhörig. Aber der Fehler zieht weitere Kreise. Die OHS an der Saaler Mühle sind auch nicht mit Klimageräten in allen Klassenräumen bei der großen Renovierung vor nicht allzu langer Zeit bedacht worden, obwohl das Gebäude schon vor der Renovierung bei Hitze in vielen Räumen an seine Grenzen gestoßen ist…

    Von einer Ausstattung in anderen bestehenden Einrichtungen wie Kindergärten möchte ich hier gar nicht sprechen. Es wird keine Abhilfe geschaffen! Die Gebäude sind an Ihre Grenzen gekommen, bei den Kindern ist die Hitze Grenze schon längst überschritten worden…

  8. Ich schlage vor, die Schulbaurichtlinie der Stadt um diesen wichtigen Punkt zu erweitern.

    1. Es gibt zwar keine städtische Schulbaurichtlinie, sondern lediglich eine des Landes*, die sich allein auf Brandschutz, Rettungswege und dergleichen beschränkt. Es gibt allerdings städtisch festgelegte Schulbaustandards**, die in Abschnitt 2.5.11 „Wärmeschutz & sommerlicher Wärmeschutz“ diesen Punkt bereits enthalten. Zitat: „Der sommerliche Wärmeschutz und die thermische Behaglichkeit sind in Bezug auf die Anforderungen an das Bauordnungsrecht und die ArbStättV i. V. m. den ASR nachzuweisen.“

      Die Arbeitstättenverordnung*** und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (hier einschlägig: ASR 3.5 „Raumtemperatur“****) sind in dem Punkt sehr klar. Da die städtischen Schulbaustandards den Nachweis der Erfüllung verlangen und nicht etwa die Verordnung und die Regeln lediglich als unverbindliche Orientierungshilfe empfehlen, sind beim Bau die Standards anscheinend ignoriert worden.

      Fazit: Die entsprechenden Vorschriften existieren bereits, man muss sich allerdings auch dran halten, damit sie wirken können.

      Die Quellen zum Nachlesen:
      * https://www.aknw.de/fileadmin/user_upload/News-PDFs/2020/11-2020/SchulBauR_2020_einschliesslich_Erlaeuterungen.pdf
      ** https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=34306
      https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/getfile.asp?id=584324&type=do
      *** https://www.gesetze-im-internet.de/arbst_ttv_2004/ArbSt%C3%A4ttV.pdf
      **** https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/ASR/pdf/ASR-A3-5.pdf?__blob=publicationFile&v=6

    2. Ich schlage vor, unsere Verwaltungspfei… gegen Fachpersonal mit praktischer Erfahrung auszutauschen.
      Seit Jahren diskutiert man öffentlich den Klimawandel und die möglichen Ursachen. Inzwischen sollte also jeder Dödel mitbekommen haben, dass es wärmer wird !!!
      Das jetzt erzählte Märchen vom Zeitdruck und den dadurch nötigen Kompromissen soll doch nur vom Unvermögen ablenken, ein simples Gebäude zu erstellen, dass unter den erwartbaren Klimabedingungen funktioniert.

      1. Hallo Bob, die Schulbau GmbH hat Fachpersonal (https://www.schulbau-gl.de/die-schulbau-b-gl/ueber-uns/#team)
        Vielleicht liegt/lag das Problem eher bei den Politikern, die Vorgaben zum Bau gemacht haben? So lese ich zumindest den Kommentar von Michael Funcke vom 24.06.26 um 21.53 Uhr: …
        Der Lösungsvorschlag wurde laut Artikel bereits politisch entschieden, allein die technische Umsetzung scheint zu hapern. Vielleicht vor Ort mit dem Schulleiter den Kontakt aufnehmen und vermittelnd agieren, statt mit dem Finger auf die Stadtverwaltung zu zeigen, die damals unter großem Druck stand. Im Übrigen hatte doch auch die CDU dem Beschluss zur Errichtung der Sofortschulen mit den o.g. Einschränkungen zugestimmt, oder?
        Aber es ist natürlich immer einfach auf die Verwaltungsbediensteten zu schimpfen.

      2. Diese Tendenz – ohne persönliche Expertise und sachliche Argument noch das notwendige Wissen um zurückliegende Entscheidungen und deren Zustandekommen – auf die Verwaltung zu schimpfen und den Mitarbeitenden die Kompetenz abzusprechen, ist unerträglich.

        Die Stadt hat im Übrigen seit Jahren eine eigene Schulbaugesellschaft, die – so zumindest meine Einschätzung als interessierter Bürger und auf Basis der zahlreichen Planungen und Bauten – mit ihren Angestellten ein hohes Maß an Expertise im konkreten Thema besitzt.

        https://www.schulbau-gl.de/

    3. Hier der Link zu den Schulbaustandrads: https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/to0050.asp?__ktonr=173950

      Raumlufttechnische Anlagen werden ab Seite 11 behandelt.

      2.5.7
      Raumlufttechnische Anlagen
      Für Um- und Erweiterungsbauten ist der Einsatz von Lüftungsanlagen unter
      Berücksichtigung der standortspezifischen Situation einzelfallabhängig zu prüfen
      (zentral/dezentral).

      Details unter Kapitel 4.5 Raumlufttechnische Anlagen
      u.a.

      4.5.3
      Klimaanlagen
      Klimaanlagen mit Heiz-, Kühl-, Be- und Entfeuchtungsfunktion sind für Schulgebäude derzeit nicht vorgesehen.

  9. Wir sollten heute nicht mehr für das Klima von gestern, sondern für das Klima der kommenden Generationen planen. Deshalb sollte die klimaangepasste Weiterentwicklung und der Umbau unseres Gebäudebestands Vorrang haben. Erst wenn der Bestand keine tragfähige Lösung mehr bietet, sollte neu gebaut werden.

    Danke!

  10. Das scheint eine unglaubliche Geschichte aus Schilda zu sein. Respekt vor dem damaligen Tempo des Neubaus, andererseits hoffe ich stark, dass die Verantwortlichen (für den damaligen Verzug bis zur Nutzung, ich meine mich an eine Kantinen-Diskussion zu erinnern und die offensichtliche Fehlplanung für die Sommermonate) der Verwaltung zur Rechenschaft gezogen werden- in meiner Branche wäre das auf jeden Fall so.

    Andererseits habe ich meine Grundschulzeit in unbelüfteten und nicht klimatisierten Containern verbracht- und nein, das war nicht schön…

    1. Hallo Steffen Platzeck, ich weiß nun natürlich nicht wie alt Sie sind. Falls Sie 18 Jahre alt sind ist Ihre Grundschulzeit noch nicht so lange her, dann haben Sie auch schon ein paar Tage mehr Hitzetage am Stück erleben und in der Schule aushalten müssen. In meiner Kindheit und Jugend war es jedoch kaum vorstellbar, dass die Temperatur mehrere Tage im Jahr (und schon garnicht in Folge) die 30-Grad-Marke übersteigt. Und an die 40 Grad hat es in Deutschland vermutlich noch so gut wie nie gegeben.

      Daher ist es umso schlimmer, dass aus welchen Gründen auch immer bei der Planung der Schulen keine Lüftungsanlagen berücksichtig wurden. Und nun nachgerüstet werden muss – vermutlich zu viel höheren Kosten.

  11. Ich hatte bereits zu Beginn dieser Sofortschulen darauf hingewiesen, dass solche Bauarten eine Be- und Entlüftungsanlage mit Kühlung benötigten, leider wurde seinerzeit aus Kostengründen anders entschieden. VG Robert Martin Kraus

    1. „Ein ‚Ich hab‘s dir doch gesagt‘ hat noch kein Problem gelöst. Wenn die Hütte brennt, fragt man nicht, wer das Streichholz gehalten hat, sondern man löscht das Feuer. Fokus auf die Lösung, nicht aufs Ego!

      Recht zu haben fühlt sich im ersten Moment gut an, bringt das Projekt aber leider keinen Zentimeter weiter. Viel wichtiger: Was lernen wir daraus und wie lösen wir es jetzt gemeinsam?

      Der Lösungsvorschlag wurde laut Artikel bereits politisch entschieden, allein die technische Umsetzung scheint zu hapern. Vielleicht vor Ort mit dem Schulleiter den Kontakt aufnehmen und vermittelnd agieren, statt mit dem Finger auf die Stadtverwaltung zu zeigen, die damals unter großem Druck stand. Im Übrigen hatte doch auch die CDU dem Beschluss zur Errichtung der Sofortschulen mit den o.g. Einschränkungen zugestimmt, oder?

      1. Guten Abend Herr Funcke, nicht immer alles ist Ego. Es geht auch um nachvollziehbare Erkenntnisse.

        Auszug aus der Niederschrift des Schulausschuss vom 18.06.2025, KGS In der Auen – Technische Nachrüstung

        „Frau Meuthen weist darauf hin, dass die hohen Kosten unter anderem auf die Kombination aus Lüftungs- und Kühlanlage zurückzuführen seien. Es handele sich hierbei auch um ein Vergabethema. In der ursprünglichen Planung sei versucht worden, durch Einsparungen unterhalb des EU-Schwellenwerts zu bleiben. Auf Basis valider Berechnungen sei man davon ausgegangen, dies erreichen zu können – was sich im Nachhinein jedoch als nicht umsetzbar erwiesen habe.

        Seither prüfe die Verwaltung bei neuen Vorhaben einzelfallbezogen, ob Lüftungsanlagen vorgesehen seien, und habe dabei stets auch mögliche Einsparpotenziale im Blick. Bei aktuellen Projekten wie z.B. beim Schulzentrum Kleefeld seien Lüftungsanlagen bereits eingeplant.

        Herr Kraus merkt an, dass er bereits bei der ersten Planung auf die nun eingetretene Situation hingewiesen habe. Er stellt die Frage, ob mit den aktuellen Maßnahmen die technische Ausrüstung der Schule nun abschließend geklärt sei – insbesondere auch im Hinblick auf die Integration von
        Photovoltaikanlagen.

        Frau Meuthen erklärt, dass die technische Ausrüstung aus Sicht der Verwaltung nun abgeschlossen sei. Rückblickend räumt sie ein, dass man ursprünglich davon ausgegangen sei, auf eine Lüftungsanlage verzichten zu können. Diese Einschätzung habe sich inzwischen geändert – Herr Kraus habe dies frühzeitig richtig erkannt.

        Bezüglich der Photovoltaikanlagen teilt sie mit, dass auf beiden Schulen Anlagen der Bürgerenergiegenossenschaft installiert seien. Die Anlagen seien aktuell in Betrieb“.

        Dann ging es im weiteren darum recht zügig die Nachrüstung durchzuführen, hier hatte man mir und dem Schulausschuss eine zeitnahe Lösung seitens der Schulbau GmbH und Verealtung zugesagt:

        „Der Ausschuss für Schule und Gebäudewirtschaft beauftragt die Verwaltung mit der Planung und Ausführung des Einbaus dezentraler Lüftungsgeräte mit Kühlfunktion in den Unterrichtsräumen der Umsetzung der technischen Ergänzungen in der Sofortschule KGS In der Auen. Die Verwaltung wird die Schulbau GmbH mit der Planung und Umsetzung beauftragen“

        Daher wäre ich jetzt mehr als verwundert wenn die Nachrüstung noch nicht erfolgt sei …

      2. Herr Kraus: ” nicht immer alles ist Ego.”
        Wenn man immer nur lautstark an den Schräubchen dreht , die einem persönlich nicht wehtun oder einen nicht einschränken, ist das natürlich auch Ego.

        Die Aussage von Hr. Ditsche: “Wir sollten heute nicht mehr für das Klima von gestern, sondern für das Klima der kommenden Generationen planen”
        gilt nicht nur für Kitas und Schulen, sondern auch für Verkehr, Grünanlagen, Gebäudeerhalt statt Abriss und Neubau und vieles mehr..

        Und mehr Geld wird die Stadt auch brauchen um das “Neue” alles zu planen um umzusetzen. Geld zum verschenken hat die Stadtgemeinschaft daher eigentlich auch nicht.