Die Integrierte Gesamtschule Paffrath. Foto: Redaktion

Schulen schicken Schüler:innen früher nach Hause oder verkürzen die Unterrichtsstunden, weichen in kühlere Räume oder schattige Außenbereiche aus – wenn es welche gibt. Wir haben bei Schulen in Bergisch Gladbach nachgefragt, welche Maßnahmen sie bei hohen Temperaturen ergreifen und welche Forderungen sie mit Blick auf kommende Hitzeperioden stellen.

Kurzstunden, Unterricht im Keller und unter Bäumen – oder gleich im Wald und Eltern, die Klassenzimmer mit Ventilatoren ausstatten: Angesichts der zurückliegenden ersten Hitzewelle mussten Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern improvisieren, um Gesundheitsschutz und Lehrpläne miteinander in Einklang zu bringen.

Die größte Schule der Stadt, die Integrierte Gesamtschule Paffrath (IGP) ist auch die baufälligste (Abriss und Neubau sind beschlossen). Entsprechend ist es um den Hitzeschutz bestellt. Die Situation im Schulgebäude beschreibt Schulleiterin Angelika Wollny als „äußerst problematisch“. Ein Großteil der Unterrichtsräume heize sich auf bis zu 40 Grad auf, in den Verwaltungsbereichen seien sogar 42 Grad gemessen worden. 

Kein Sonnenschutz, keine Ausweichräume

„Das Schulgebäude verfügt faktisch weder über einen wirksamen Sonnenschutz an oder in den Gebäuden noch über ausreichende Möglichkeiten zur Abdunklung der Fenster“, so Wollny. Ausweichräume mit erträglichen Temperaturen stünden nicht zur Verfügung.

„In den vergangenen Jahren wurden Bäume entfernt, ohne dass entsprechende Neuanpflanzungen erfolgt sind.“ Der Schulhof sei unbeschattet, eine Beschattung bislang nicht vorgesehen. „Auf diese baulichen Defizite weise ich die zuständigen Stellen seit rund zehn Jahren regelmäßig hin. Nachhaltige Verbesserungen sind bisher jedoch ausgeblieben“, kritisiert Wollny. 

Kurzstunden nur kurzfristige Lösungen

Während der Hitzetage stellte die IGP auf Kurzstunden um: So konnten alle Fächer stattfinden, der Unterricht endete aber deutlich früher. So soll die Belastung für Schüler:innen und Lehrkräfte reduziert werden. „Dies kann jedoch keine dauerhafte Lösung sein“, findet Wollny angesichts häufiger werdender Hitzeperioden. 

Regelungen des NRW-Schulministeriums

Bislang galt: Schulleitungen entscheiden eigenständig, ob sie Schüler:innen Hitzefrei geben. Als Anhaltspunkt gilt eine Raumtemperatur von mehr als 27 Grad. Wenn die Raumtemperatur unter 25 Grad liegt, darf es laut NRW-Schulministerium kein Hitzefrei geben. 

Schüler:innen der Grundschulen und der Jahrgangsstufen 5 und 6 dürfen nur nach Absprache mit den Eltern vor dem regulären Unterrichtsschluss nach Hause gehen. Dabei sind örtliche Gegebenheiten (etwa der Fahrplan der Schulbusse) zu berücksichtigen. 

Schüler:innen der Sekundarstufe II (also Oberstufen an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs) dürfen nicht hitzefrei bekommen, so sieht es das Ministerium vor. Auf die verminderte Leistungsfähigkeit sollte bei hohen Temperaturen Rücksicht genommen und Klassenarbeiten nach Möglichkeit nicht geschrieben werden.  

Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen der zurückliegenden Hitzewelle hat das Schulministerium seine Regeln angepasst. Bis zum 31. Juli 2026 gilt: Schulleitungen dürfen nun auch für die Sekundarstufe II Hitzefrei erteilen – zumindest am Nachmittag. Außerdem können die Schulstunden auf 30 Minuten verkürzt werden (sogenannte Kurzstunden). Dadurch finden alle Fächer wie im Stundenplan vorgesehen statt, allerdings kürzer. 

„Deshalb ist es dringend erforderlich, ein verbindliches und wirksames Hitzeschutzkonzept für Schulen zu entwickeln und umzusetzen“, fordert die Schulleiterin und Sprecherin der weiterführenden Schulen in Bergisch Gladbach. Neben baulichen Maßnahmen zum Sonnenschutz gehören aus ihrer Sicht, für beschattete Außenflächen zu sorgen sowie klare Regelungen zum Umgang mit extremen Temperaturen. Bisher entscheiden nämlich die Schulleitungen selbst.

Wie in einem Gewächshaus

Am Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) in Bensberg gab es sowohl hitzefrei als auch Kurzstunden für alle. Ausnahmen gab es laut Schulleiter Rolf Faymonville bei Klausuren oder geplanten Prüfungs-Unterrichtsbesuchen von Referendaren. Oft verlegten Lehrkräfte den Unterricht und Selbstlernphasen in Außenbereiche, in denen Bäume oder Gebäude Schatten spenden, auch Kellerräume wurden genutzt.

Immerhin: Viele Räume verfügen über Außenverdunkelungen, die die Sonne abhalten, aber nicht die heiße Luft, die beim Lüften einströmt. Die Räume mit direkter Sonneneinstrahlung hingegen waren Faymonville zufolge „nicht erträglich“, weil die Sonne auf die riesigen Glasflächen schien und die Räume wie in einem Gewächshaus aufheizte. Für die heißesten Räume wollte die Schule Ventilatoren anschaffen, „aber sie waren in allen Baumärkten ausverkauft“. 

Aus Faymonvilles Sicht sind Schulen „kaum für hohe Außentemperaturen und Hitzewellen ausgelegt“. Wenn nicht wochenlang Unterricht ausfallen soll, dürfe angesichts des Klimawandels nicht „verschlafen“ werden, entsprechend vorzusorgen.

Räume müssten in den kommenden Jahren mit Beschattungsmöglichkeiten von außen und mit Belüftungsanlagen ausgestattet werden, die auch eine Kühlung zulassen – so wie bei Schulneubauten wie etwa dem AMG-Neubau, der nach den Sommerferien in Betrieb gehen soll. 

Grundsätzlich ist keins unserer Schulgebäude für diese anhaltenden Hitzeperioden ausgelegtStadt Bergisch Gladbach

Auf Anfrage teilt die Stadt mit: „Grundsätzlich ist keins unserer Schulgebäude speziell für die in den vergangenen Wochen aufgetretenen anhaltenden Hitzeperioden ausgelegt. Eine flächendeckende Ausstattung der Schulen mit Klimaanlagen besteht nicht.“

Die zunehmenden Hitzeperioden zeigen demnach, dass der Hitzeschutz bei künftigen Bauprojekten noch stärker berücksichtigt werden müsse. „Kurzfristig lassen sich bestehende Gebäude jedoch nicht grundlegend an veränderte klimatische Bedingungen anpassen“, erklärt Schulbaudezernent Thore Eggert. „Deshalb setzen wir auf einen Mix aus pragmatischen Sofortmaßnahmen – etwa der Bereitstellung von Ventilatoren dort, wo sie erforderlich sind – sowie den organisatorischen Möglichkeiten der Schulen vor Ort.“ 

Computerräume mit und ohne Kühlsystem

Die Otto-Hahn-Realschule (OHR) behalf sich damit, über Nacht Fenster zu kippen und Türen offen stehen zu lassen – „da, wo es möglich ist“, so Schulleiter Felix Bertenrath. Außerdem sind die Hausmeister morgens früher gestartet und haben die übrigen Fenster zum Lüften geöffnet.

Während die Computerräume über ein Kühlsystem verfügen, seien die Kunsträume und der große, multifunktionelle Raum „nicht nutzbar“: Anders als die anderen Räume hätten sie keine Außenjalousien, durch die Oberlichter der Flachdächer heizten sie weiter auf. 

Foto: Thomas Merkenich

Am Gymnasium Herkenrath gibt es keine Klimatisierung – auch nicht in den Informatik-Räumen, die sich besonders stark aufheizten, berichten die Pflegschaftsvorsitzenden der Schule. Sie halten eine Klimaanlage für erforderlich. Als kurzfristige Behelfslösung sollen über den Förderverein der Schule mobile Klimageräte angeschafft werden. Aus Sicht der Elternvertreter:innen sei das eigentlich eine Aufgabe des Schulträgers, also der Stadt. 

Schulhof ohne Schatten

Den Oberstufen-Schulhof beschreiben sie als „Glutofen“. Sonnensegel und Baumpflanzungen seien „dringend notwendig“. Sie fordern für Schulhöfe allgemein mehr Beschattungen, bei Neugestaltungen sollten helle Materialien verwendet und möglichst wenig Fläche versiegelt werden.

Für (Grund-)Schulen mit Flachdächern stellt die Hitze eine besondere Herausforderung dar. Die Räume heizen sich schon frühmorgens auf bzw. kühlen nachts kaum ab. 

An der Concordiaschule in Schildgen konnten Eltern mit etwas Vorlauf zu den heißen Tagen zurückmelden, ob ihre Kinder nach der vierten Stunde nach Hause gehen können. Das haben Schulleiter Manuel Blum zufolge viele wahrgenommen. So waren weniger Kinder im Gebäude und die Lehrkräfte konnten mit diesen in kühlere Klassenräume in den unteren Etagen ausweichen. 

Früher Schulschluss

Einzelne Klassen verbrachten die Zeit unter Bäumen auf dem Schulhof oder im Wald. Von den Eltern ausgeliehene Ventilatoren machten es durch die bewegte Luft „hier und da etwas erträglicher“, so Blum. „Wir haben zum Teil Außenjalousien und innenliegend Vorhänge – all das half aber bereits nach dem ersten Tag nichts mehr.“

An der GGS Hand wurde den Eltern freigestellt, ihre Kinder ab 11.30 Uhr abzuholen. Trotz Hitzeschutz seien sämtliche Klassenräume so warm gewesen, dass ein konzentriertes Arbeiten nach dieser Zeit nicht mehr möglich gewesen sei, teilt Konrektorin Antje Voss mit.

Klimaanlage dank Förderverein

Im Haupthaus gebe es nur zwei Klassenräume mit Außenbeschattung, die übrigen hätten nur innenliegende Stoffvorhänge, die die Hitze nicht abhalten können. In den Pavillons gibt es in vier Klassenräumen Klimaanlagen, die vor vielen Jahren durch den Förderverein angeschafft wurden. 

Für die beiden neuen „Sofortschulen“ in Hebborn und Refrath, die Klassenräume hitzebedingt räumen mussten und die über keine mechanische Lüftungsanlage verfügen, hat die Stadt Ventilatoren angeschafft.

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„Sofortschulen“ kapitulieren vor der Hitze

Unter Zeitdruck waren die Grundschulen in Hebborn und Refrath vor drei Jahren erweitert worden, um allen Kindern Platz bieten zu können. Dabei waren Kompromisse in Kauf genommen und auf eine Lüftungsanlage verzichtet worden. Ein Fehler, wie sich schnell zeigte – doch der Versuch einer Lösung ist gescheitert, die Gebäude sind in der Hitze nicht nutzbar. Der Bolzplatz in Hebborn ist durch einen Multicourt ersetzt worden – aber auch dort stellen sich Fragen.

Weitere kurzfristige Maßnahmen an Gebäuden sind laut Stadt nicht geplant. „Kurzfristige bauliche Veränderungen, die einen spürbaren Einfluss auf die Raumtemperaturen hätten, sind nicht umsetzbar.“

Konkrete Maßnahmen zur Nachrüstung von Bestandsgebäuden müssen laut Stadt im Einzelfall geprüft werden und sind von den jeweiligen baulichen und finanziellen Rahmenbedingungen abhängig. 

Die übrigen zuletzt fertiggestellten Schulgebäude (Klassenhäuser AMG, Otto-Hahn-Gymnasium, Realschule Herkenrath, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Schulzentrum Kleefeld und GGS Hand) verfügen zumindest über Lüftungsanlagen, zum Teil auch mit Kühlung.  


ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Heisße Sommer, hat es auch zu meiner Schulzeit schon gegeben? Ich bin 1966 eingeschult worden. Als Kinder haben wir uns immer über hitzefrei gefreut, welches nach der 4. Stunde gegeben wurde, sobald das Thermometer in der großen Pause auf 30° geklettert war.
    Trotzdem ist kaum Unterricht ausgefallen, denn wir gingen an sechs Tagen zur Schule von montags bis samstags, so konnte der Unterricht auf die Vormittagsstunden verteilt werden. Nachmittags Unterricht fand auch am Gymnasium an, höchstens einem Tag statt.

    1. Ja, unsere Schule war 1960 ein alter Backsteinbau, der sich im Sommer aufheizte und im Winter wurde es saukalt weil es durch die Ritzen pfiff.
      An Hitzefrei kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern.
      Aber an die Tracht Prügel von den Großeltern bei denen ich aufwuchs, weil ich auf dem Rhein mit meinen Kumpels als Mutprobe von Eisscholle zur Eisscholle sprang.

      Die Sommer in all den Jahrzehnten waren eher verregnet, weshalb man wenn man Geld hatte, über die Alpen nach Italien flüchtete.

      Als junges Ehepaar hatten wir, weil uns die graue triste Stadt nicht so zusagte ein kleines Haus in der Eifel beim Hohen Venn. Das war in den 80ziger Jahren. Am Abend draussen zu sitzen in den Sommern ? Da war kein Denken dran. Spätestens gegen 19 Uhr ging man rein, weil es zu kühl draussen war.
      Heute ?
      Eisschollen springen auf dem Rhein :-)))), wir haben kürzlich erst bis tief in der Nacht draussen im Hohen Venn gesessen weil es dort so angenehm war. In den 80zigern undenkbar oder nur im Wollpullover

      Geht jetzt aber auch nicht mehr, da hat es den größten Brand der Geschichte des Venns gegeben. Das hat uns sehr traurig gemacht. Damit haben auch wir aufgrund der Trockenheit ein Stück alte Heimat verloren.

      Eine Dürre und Trockenheit, die wir zu unserer Zeit nie erlebt haben.

  2. Was hier dokumentiert wird, ist mehr als ein Komfortproblem. Für Lehrkräfte und Verwaltungspersonal sind Schulen Arbeitsstätten, es gilt die Arbeitsstättenverordnung mit der Technischen Regel ASR A3.5: Ab 26 °C sollen Maßnahmen ergriffen werden, ab 30 °C müssen sie erfolgen, und über 35 °C ist ein Raum ohne besondere Schutzmaßnahmen nicht mehr als Arbeitsraum geeignet. Die genannten 40 bis 42 °C liegen weit darüber. Für Schülerinnen und Schüler gelten über die gesetzliche Unfallversicherung vergleichbare Fürsorgemaßstäbe.

    Besonders schwer wiegt, dass die Schulleitung seit rund zehn Jahren auf die Defizite hinweist. Kommt es zu einem hitzebedingten Gesundheitsschaden, stellt sich die Frage nach der Organisationsverantwortung des Schulträgers. Wer nachweislich wusste und nicht handelte, kann sich nicht auf Überraschung berufen.

    Kurzstunden, Kellerräume und von Eltern gespendete Ventilatoren sind Behelfe der untersten Wirksamkeitsstufe. Ventilatoren kühlen nicht, sie bewegen nur warme Luft. Die wirksamste Maßnahme ist dagegen weder exotisch noch unbezahlbar: außenliegender Sonnenschutz. Er hält die Wärme draußen und kostet einen Bruchteil einer Klimatisierung. Dazu gehören verschattete Schulhöfe, organisierte Nachtauskühlung und ein verbindliches stadtweites Hitzeschutzkonzept mit klaren Temperaturschwellen, statt dass jede Schule jährlich neu improvisiert.

    Die Hitzeperioden werden nicht seltener. Die Frage ist nur, ob vorausschauend geplant oder irgendwann unter dem Druck eines Vorfalls reagiert wird. Ersteres ist in jeder Hinsicht billiger.

  3. Der Artikel kurz zusammengefasst… Es wird sich in den nächsten Jahren nichts weiter ändern.

    1. Das ist nicht korrekt zusammengefasst. Kurzfristig wird sich in den bestehenden Gebäude nichts oder nur wenig ändern. Die neuen Schulerweiterungen wurden zum Teil bereits mit Lüftungen / Klimaanlagen ausgestattet. Bei den sehr vielen noch anstehenden Sanierungen und Neubauten wird das Thema eine Rolle spielen.

      1. Es wird sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren für den Großteil der Schüler und Schülerinnen nichts ändern. Alles andere ist Wunschdenken. Bis irgendwann mal eine Sanierung oder Neubau abgeschlossen ist, werden vielleicht unsere Enkelkinder ins Schulalter kommen. Als Beispiel darf man hier auch gerne die OGS Situation erwähnen, seit Jahren bekannt und nicht viel passiert. So gehen wir mit unserer Zukunft um, einfach nur traurig.

  4. Die Klimakrise kommt mit Ansage, und die Bevölkerung in Deutschland ist darauf schlecht vorbereitet. Stellenweise gab es noch nicht einmal mehr Ventilatoren im Baumarkt. Obwohl wir ja „technologieoffen“ denken sollen. Also sollten wir uns mal beeilen. Solaranlagen auf jedes Schuldach, auf jedes Krankenhaus und auf jede Pflegeeinrichtung in Bergisch Gladbach, wo sinnvoll möglich. Damit könnten wir sofort beginnen. Dann der sukzessive Einbau von Klimaanlagen in diesen Einrichtungen. Damit es etwas schneller geht, hat zuletzt jemand vorgeschlagen, dass bis dahin die Klimaanlagen in allen Parlamenten bis hin zu den Kreisgeschäftsstellen ausgeschaltet sein müssen. Schmunzeln musste ich schon…

    1. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es bei uns einen gemeinnützigen Verein, die Bürgerenergie Bergisch Gladbach BEGGL, der sich zum Ziel setzt, Solaranlagen z. B. auf Schuldächern zu finanzieren und einzubauen. Und das kostet die Stadt nichts! Warum diese Initiative nicht gefördert wird, ist mir ein Rätsel.

      1. @ Jane Marple: Eine kleine Richtigstellung zur BEGGL sei mir gestattet. Wir sind kein gemeinnütziger Verein, sondern eine eingetragene Genossenschaft mit Namen “BürgerEnergie Bergisch Gladbach eG” (BEGGL). Ich selbst bin Gründungsmitglied und Aufsichtsratsvorsitzender der BEGGL.

        Zum Inhalt: Es ist richtig, wir haben uns das Ziel gesetzt, auf allen geeigneten öffentlichen Dächern PV-Anlagen aufzubringen. Das ist auch die Erwartung unserer mehr als 450 Mitglieder. Bisher betreibt die BEGGL drei Anlagen auf Schulen am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) , der KGS In der Auen (Refrath) und der OGS Hebborn. Für die Stadt, die selbst Mitglied in der BEGGL ist, entstanden bei diesen Anlagen keine Investitionskosten. Gerne würden wir weitere Dächer mit PV-Anlagen belegen. Aber wir stoßen dabei auf zwei große Hemmnise: Die Kooperation mit dem zuständigen Fachbereich in der Verwaltung ist eher holprig, denn förderlich.

        Der zweite Brocken ist der enorme Sanierungsstau bei fast allen öffentlichen Dächern. Seit Jahren/Jahrzehnten hat die Verwaltung/Politik dringende Sanierungen immer wieder aufgeschoben. Diese Versäumnisse rächen sich nun, kommen wie ein Bumerang zurück. Das ist Fakt. Mir liegt es fern, damit “plumpe” Schuldzuweisungen an “die Verwaltung” oder “die Politik” zu richten. Dieser Sanierungsstau, besonders bei den Schulen, wirkt sich nun aber als dicker Bremsklotz bei der dringend nötigen Energiewende aus.

        Aktuelles Beispiel: Die letzte Hitzewelle hat schonungslos offengelegt, dass nahezu alle Schulen völlig unzureichend ausgestattet sind (s. Artikel von Kathy Stolzenbach).

        Das liegt nicht an den Schulen. Wie viele Schulleitungen weisen seit Jahren auf geeignete Hitzeschutz-Massnahmen, wie Lüftungsanlagen, außen liegende Rollos oder Klimaanlagen hin? Genau bei dieser Problematik können PV-Anlagen einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Betriebskosten leisten. Der Solarstrom wird genau dann produziert, wenn Lüftungs- und Klimaanlagen Strom brauchen.

        Es gibt noch einen anderen Bumerang: “Versäumnisse beim Klimaschutz”. Dieser Bumerang fällt uns nun auf die Füße. Wenn wir nicht schnellstens in die Umsetzung kommen, weiter auf die lange Bank schieben, kein Geld in die Hand nehmen, dann wird es bald ein böses Erwachen geben. Wer zahlt eigentlich die Klima-Folgekosten? Die nächste Hitzewelle rollt heran.

  5. Es bleibt zu hoffen, dass der Einbau einer für die Folgen des Klimawandels nötigen Klima/Belüftungsanlage bei den weiteren Neubauten und Sanierungen berücksichtigt wird. Nachdem bei den jüngsten Neubauten aus Kostengründen selbst auf eine einfache Belüftungsanlage verzichtet wurde, sollte spätestens jetzt den für diese Entscheidung verantwortlichen Personen die Konsequenzen und die Folgekosten aufgrund dieser Fehlentscheidung klar geworden sein.