Fotos: Gymnasium Herkenrath

Mit dem Motto „Abios Amigos – 13 Jahre Siesta, jetzt Fiesta“ verabschiedete das Gymnasium Herkenrath seinen diesjährigen Abiturjahrgang – und feierte diesen Abschluss erstmals seit Jahren wieder in der eigenen Aula. Für rund 50 Abiturientinnen und Abiturienten endete damit eine Schulzeit, die von Anfang an ungewöhnlich verlaufen war.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Gymnasiums Herkenrath

Der Jahrgang 2026 war der einzige Bündelungsjahrgang im Rheinisch-Bergischen Kreis. Im Zuge der Umstellung von G8 auf G9 richtete das Gymnasium Herkenrath im Schuljahr 2023/24 eine Einführungsphase für Schülerinnen und Schüler ein, deren Bildungsweg auf ein Abitur 2026 ausgerichtet war – darunter vorwiegend Realschülerinnen und -schüler und Wiederholer, dazu einige Rückkehrer nach Auslandsaufenthalten.

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Gebündelt stark

Zusammengeführt aus verschiedenen Schulen, Orten und Lebensgeschichten, mussten sie zunächst das leisten, was gewachsenen Jahrgängen erspart bleibt: eine gemeinsame Grundlage überhaupt erst herstellen und in der neuen Schule ankommen. Schulleiterin Romina Matthes, für die es die erste Abiturfeier in dieser Funktion war, nahm das in ihrer Rede auf: „Bündelung bedeutet, Kräfte zu vereinen – aus vielen einzelnen Wegen irgendwie einen gemeinsamen zu machen. Und genau das habt ihr getan.“

Dass die Feier in diesem Jahr in der Aula des Gymnasiums stattfand, gab dem Abend einen besonders persönlichen Charakter. Während andere Jahrgänge ihre Feier oft andernorts begehen, schloss die Rückkehr in die eigenen Räume hier einen Kreis – dort, wo gelernt, Klausuren geschrieben, diskutiert und geprobt worden war.

Die Feier war warmherzig gestaltet: Der Abiturient Jake Chorny führte mit leichter Hand und alle Akteure würdigend durch den Abend. Neben den Festreden gab es beim Auftritt der Leistungskurse zur Überreichung der Zeugnisse die individuellen Motto-Songs der Absolventinnen und Absolventen zu hören. Rosen und Geschenke wurden überreicht; persönliche Anekdoten, gute Wünsche und zahlreiche Umarmungen prägten den Abend.

Bürgermeister Marcel Kreutz berichtete in seiner Festrede, er habe im Vorfeld gezielt Schülerinnen und Schüler befragt – und durchgängig vom „guten Vibe“ des Gymnasiums gehört. Stufenleiterin Anna Kaller erinnerte daran, dass Schule sich nicht in Klausuren erschöpft: Es seien die vielen kleinen Begegnungen, aus denen das Bild eines Jahrgangs entstehe – und die im Gedächtnis blieben, lange nachdem die Noten verblasst sind.

Herausforderungen besonders gut gemeistert

Was angesichts der besonderen Ausgangsbedingungen noch einmal bewusst wurde: Bei so schwierigen Voraussetzungen, die Leistungen zu erbringen, die das Abitur verlangt, war eine große Herausforderung – und umso mehr Grund zum Feiern. Hervorgehoben wurde, dass mehr als 15 Prozent der Absolventinnen und Absolventen eine Eins vor dem Komma erreicht hatten – und dass auch diejenigen mitfeierten, die mit der Fachhochschulreife ihren eigenen erfolgreichen Abschluss gemacht hatten.

Kaller betonte: „Manche haben gekämpft, andere mussten Rückschläge verkraften. Heute sitzen aber alle gemeinsam hier.“ Matthes hob hervor, dass die Abiturnote zwar einen Moment markiere, den Wert eines Menschen aber nicht definiere: „Ein Numerus clausus sagt nichts darüber aus, wie mutig, verlässlich, kreativ, hilfsbereit oder entschlossen ihr seid. Er sagt auch nichts darüber aus, wie ihr mit Rückschlägen umgeht oder ob ihr bereit seid, für eure Ziele zu kämpfen.“

Einen besonderen Dank sprachen Mirja Schilling und Umar Shuhaiber stellvertretend allen Familien aus: „Ohne euch hätten wir es nicht geschafft.“ Neben der Dankbarkeit war aber auch die Lebenslust und Aufbruchstimmung der Abiturientinnen und Abiturienten spürbar. Und so räumten sie im Anschluss an die offizielle Zeremonie die Aula kurzerhand zur Tanzfläche um und feierten mit einer After-Show-Party einfach weiter.

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