Bislang hat die Stadt Bergisch Gladbach ihre Straßen entweder gründlich saniert oder notdürftig geflickt. Auf Antrag der CDU geht sie jetzt einen weiteren Weg und tauscht die Asphaltdecke der übelsten Straßen komplett aus. Fünf Millionen Euro hat die Verwaltung dafür jedes Jahr zur Verfügung. Ein „Sofortprogramm“ für 50 konkrete Straßen in den nächsten drei bis vier Jahren hat sie jetzt vorgelegt.

Die Stadt Bergisch Gladbach spart bei ihren Betriebsausgaben an allen Ecken und Enden, die Einschitte der sogenannten „konsumptiven“ Ausgaben sind oft schmerzhaft. Anders sieht es bei den Investitionen aus – speziell „Zanders, Schule und Straße“ hatte die CDU bei den von ihr durchgestzten Sparplänen ausgeschlossen. Bei den Schulen läuft das gigantische Sanierungsprogramm längst auf Hochtouren, jetzt zieht die Stadt auch bei den Straßen das Tempo an.

Fünf Millionen Euro pro Jahr, das hatte die CDU in ihrem später vom Stadtrat beschlossenen Haushaltsbegleitbeschluss vorgeschlagen, soll die Stadtverwaltung jedes Jahr für Straßen zusätzlich in den Haushalt einplanen. Und konsequent ausgeben, für die Erneuerung der Asphaltschicht besonders abgenutzter Verkehrswege – von denen es in Bergisch Gladbach viele gibt.

Dieses Programm zielt nicht auf die grundsätzliche Sanierung bis in die Tiefe bzw. den Umbau der ganzen Straßenlandschaft. Also nicht auf Projekte wie die Schlossstraße, die Laurentiusstraße, die Leverkusener Straße oder die Altenberger-Dom-Straße. Für diesen „Vollausbau“ gibt es bereits ein Maßnahmenprogramm, das weiterläuft.

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Das zusätzliche Sofortprogramm richtet sich auf die Straßen, die oben nur noch Flickenteppiche sind, deren Unterbau aber noch solide ist.

Für die Sitzung des Verkehrsausschusses am Dienstag hat die Stadtverwaltung jetzt einen Beschlussvorschlag vorgelegt. Dieses „Sonderprogramm Fahrbahndeckensanierung“ enthält die sehr detaillierten Kriterien, nach denen die Straßen bewertet und priorisiert werden.

Im Detail: Die Kriterien

Welche Straßen wann an die Reihe kommen schlägt die die Stadt in einer Priorisierung auf Basis von fünf Kriterien und einem Punktesystem vor:

Es werden nur Maßnahmen angeführt, die als „grundsätzlich geeignet“ eingeschätzt werden – weil der bestehende Fahrbahnaufbau den aktuellen Normen entspricht (5 Punkte) oder bei denen die Voruntersuchungen Zweifel ergeben und ggf. punktuell zusätzliche Arbeiten erforderlich werden (3 P).

Der aktuelle Unterhaltungsbedarf (Ausbesserungsarbeiten, Schlaglochbeseitigung) wird ebenfalls bewertete: „extrem hoch“ (5 P), „hoch“ (3 P) und „mittel“ (1 P).

Die Verkehrsbedeutung wird in Anlehnung an die Verkehrsbelastung sowie die Funktion im Straßennetz mit Punkten von 5 (sehr hoch) bis 1 (niedrig) bewertet.

Zudem wird der ÖPNV berücksichtigt und mit „hoch“ (2 P),„gering“ (1 P) und „nicht vorhanden“ (0 P) bewertet.

Für Maßnahmen, bei denen eine Förderung im Landesprogramm „Kommunaler Straßenbau“ und/oder eine Abrechnung nach dem KAG möglich ist, wurden zusätzlich 3 Punkte ergänzt. 

Quelle: Beschlussvorlage, siehe Dokumentation unten.

Und eine entsprechende Liste von 50 Straßen, die in den nächsten drei bis vier Jahren eine neue Decke bekommen könnten. Darunter sind Millionenprojekte, wie die K 41 oder die Mülheimer Straße. Aber auch drei kleinere Maßnahmen im fünfstelligen Bereich.

Hinweis der Redaktion: Sie können die Tabelle anhand der Spaltenlöpfe sortieren. Sie enthält nur die Basisinformationen, die komplette Tabelle mit den Bewertungskriterien und weiteren Details dokumentieren wir unten.

Die Kosten hat die Verwaltung nur grob abgeschätzt, insgesamt kommt Sie für die Jahre 2027 bis 2029 (und jeweils einer Maßnahme in 2026 sowie 2029) auf 17 Millionen Euro. Einen Teil davon hofft die Stadt durch Landesmittel wieder hereinzubekommen.

Die Verwaltung betont, dass auch die Bewertung anhand der Kriterien noch provisorisch sei, einige Informationen fehlten noch. Zum Beispiel die von Belkaw oder RheinNetz, in welchen Straßen sie in der nächsten Zeit Arbeiten plant. Aber immerhin 40 Prozent der genannten Straßen, so die Stadt, könnten ab 2027 in Angriff genommen werden.

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Wie schnell die vorgeschlagenen Maßnahmen nun tatsächlich umgesetzt werden können hängt vor allem von der Personalausstattung der Stadt ab. Auch sie hatte unter den jüngsten Sparbeschlüssen gelitten. Vor allem im Bereich der Bauleitungen fehlen die Fachkräfte. Zwei neue Kräfte sollen für das Sofortprogramm eingestellt werden.

Sollte das nicht reichen, so die Stadt, sollen die neue stadteigene Infrastruktur- und Projektgesellschaft (IPGL) eingesetzt und/oder externe Ingenieurbüros beauftragt werden.

Dokumentation

Die Beschlussvorlage mit allen Details

Die komplette Liste des Sonderprogramms

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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