Zu den vielen großen und kleinen Unternehmen mit Sitz Bergisch Gladbach, die in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle spielen,  die aber dennoch in ihrer Nische zu den Weltmarktführer zählen, gehört auch das Unternehmen Transrotor.

Der Mann hinter Transrotor heißt Jochen Räke, der als ein eher stiller Typ geschildert wird.  In der Szene der Musikfreunde, die für ihr Hobby auch mal vier-, fünf- oder gar sechsstellige Beträge ausgeben, ist Räke dennoch eine Legende. Denn seine Plattenspieler gehören schon seit Jahrzehnten zum Besten auf der Welt. Zum Beispiel das Modell Transrotor Argon – der immerhin 140 000 Euro kostet. Dafür bekommt auch schon eine ganz nette 4-Zimmer-Wohnung, mit Küche, Diele Bad. Immerhin, auch bei dem Argon ist der teure Tonabnehmer im Preis inbegriffen.

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Seit 1982  wohnt und arbeitet Räke in Bergisch Gladbach. Nach einigen Höhen und Tiefen im Geschäft zählt die Räke Hifi/Vertrieb GmbH am Irlenfelder Weg inzwischen 12 Beschäftigte,  zu denen inzwischen auch Sohn Dirk gehört.

Welche Ausnahmestellung Räke hat wurde jetzt noch einmal deutlich auf der Fachmesse High End 2010 in München. Ein Reporter der Wirtschaftswoche nahm das zum Anlass, sich Transrotor mal wieder vorzunehmen. Er fragte zum Beispiel, ob es in der Wirtschaftskrise für Plattenspieler, die mindestens 2000 Euro kosten, überhaupt noch eine Nachfrage gibt.

Klar, räumt Räke ein. Das Geschäft in Deutschland laufe immer schlechter.  Zudem betreibe Transrotor klassisches Handwerk und fertigt nicht mehr als 1000 Geräte pro Jahr. “Bei unseren Herstellungskosten lohnt es sich nicht, Geräte unter 2000 Euro zu fertigen”, sagt Räke. Und dafür gebe es eine Nachfrage. Wenn nicht in Deutschland, dann im Ausland, vor allem bei den Neuen Reichen Asien. 50 bis 55 Prozent der Transrotoren gehen in den Export, vor allem nach China, Hongkong, Taiwan oder auch nach Australien.

Das Topmodell Argon hat Räke zwar bislang nur einmal verkauft. Aber vom Vorgängermodell, das auch schon 118.000 Euro gekostet hat, wurden immerhin 20 Stück in sechs Jahren gebaut – und auch verkauft.

In einem Interview mit Statement.TV erläutert Jochen Räcke seine Philosophie:


Weitere Informationen:
Transrotor, Website

High-End-Genuss von der Festplatt, Wirtschaftswoche
“Manche haben sehr viel Geld”, Süddeutsche Zeitung

Foto: Transrotor

Wirtschaftsspion

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3 Kommentare

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  1. Bitte in der Übersicht den Namen von Thorens in Transrotor ändern! (Steht ja richtig im Artikel)