Wolfgang Bosbach ist wohl der bundesweit prominenteste Bergisch Gladbacher. Als Innenpolitik-Experte der CDU sitzt er seit 2009 dem entsprechenden Bundestagsausschuss in Berlin vor und ist mit seiner Meinung zu Politik und Gesellschaft nahezu ständig in den überregionalen Medien präsent.

Sein private und auch politische Basis ist Bergisch Gladbach, wo der 58 jährige Betriebswirt und Jurist bereits fünf Mal in Folge seinen Wahlkreis direkt gewann, 2009 mit 50 Prozent. Er war Mitglied des Kreistags (1975 – 1979) und des Stadtrates (1979 – 1999), nach wie vor dient er seiner Heimatregion in vielen Ämtern. Unter anderem ist er Präsident der KG “Große Gladbacher von 1927” und Kuratoriumsmitglied der Ursula Lübbe Stiftung. Zudem ist er als Rechtsanwalt Mitglied der Sozietät Winter, Jansen und Lamsfuß.

Wobo, wie der Politiker von seinen Freunden genannt wird, ist seit 1987 mit Sabine Bosbach verheiratet und hat drei Töchter. In diesem Jahr erkrankte Wolfgang Bosbach an Prostatakrebs, der unmittelbar nach der Landtagswahl erfolgreich operiert wurde. „Ich hatte Glück im Unglück,“ sagte er anschließend im Interview. Dennoch werde er nun nicht kürzer treten:

„Mit meiner Arbeit will ich das Vorurteil vom faulen Politiker bekämpfen – und das geht leider nur mit Fleiß.“

Aber da ihm die politische Arbeit „einfach Spaß“ mache falle ihm das nicht schwer – was er in den letzten Monaten bereits wieder reichlich bewiesen hat.

Nun zur Sache. Kurze Fragen, rasche Antworten. Los geht’s.

Herr Bosbach, wie starten Sie in den Tag?

Wie viele andere auch: Aufstehen, duschen, Zeitung reinholen und über den Inhalt staunen, freuen oder aufregen, kurz und bündig frühstücken.

Was wollten Sie als Kind werden?
Eine Mischung aus Old Shatterhand und Wolfgang Overath.

Und was sind Sie geworden? MdB und Rechtsanwalt.

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Wohin laden Sie Kollegen/Geschäftspartner am liebsten ein?
In Restaurants, bei denen das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und wo man von den Portionen auch satt wird.

Wohin gehen Sie gerne mit Familie/Freunden?
Da muss ich nicht lange nachdenken: Ins Mediterrana!

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen?
Am Strand von Camp de Mar/Mallorca. Zweite Reihe, ganz links.

Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Die Zeitungen titeln morgens „WoBo holt bei der Bundestagswahl im Kreis 100%“, vormittags kommen Leute in die Bürgersprechstunde, die uns Politiker loben (!), nachmittags gewinne ich ein Tennismatch gegen meinen Freund Jens Sowa 6:0, 6:0 und abends hat sich Charlize Theron mit mir zum Essen verabredet.

Tee oder Kaffee; Bier oder Wein? Kaffee und Bier, aber niemals gemischt!

Was ist für Sie das größte Unglück?
Wenn es meinen Kindern, aus welchen Gründen auch immer, nicht gut ginge.

Bitte ergänzen Sie: Bergisch Gladbach ist …  für mich die schönste Stadt der Welt!

Was ist Bergisch Gladbachs größter Pluspunkt?
Die Mischung aus Groß- und Kleinstadt, die Nähe zur Natur und zu Köln, der herzliche und bodenständige Menschenschlag.

Was ist Bergisch Gladbachs größtes Problem?
Die mangelnde Erkenntnis, dass all‘ das, was eine Kommune ihren Bürgerinnen und Bürgern an Leistungen bieten will, zuerst (auch) in der Stadt erarbeitet werden muss.

Wenn Sie drei Wünsche für Bergisch Gladbach frei hätten, würden Sie …
– den Haushalt entschulden,
– brachliegende Gewerbeflächen aktivieren damit es bei Null-Schulden bleibt,
– alles tun, damit Bergisch Gladbach die kinderfreundlichste Stadt wird!

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie …
…gerne beim WM-Endspiel 2014 dabei sein, wenn Deutschland Brasilien mit 3:1 schlägt und zum vierten Mal Weltmeister wird.

Was war Ihre größte Leistung?
Caroline, Natalie und Viktoria!

Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler?
Puh, hhmmm, nicht regelmäßig zur medizinischen Vorsorge gegangen zu sein!

Mein großes Ziel ist es, …
…noch einmal mindestens 50% der Erststimmen im Wahlkreis zu bekommen wenn es der liebe Gott, die CDU und die Wählerinnen und Wähler möglich machen.

Was ist Ihre Stärke?
Ich nehme mich nicht wichtiger als ich bin!

Was ist Ihre Schwäche? Ich kann unglaublich schlecht „Nein“ sagen.

Wie sind Sie als Chef?
Da müssten Sie meine Mitarbeiterinnen fragen! Das Motto im Büro lautet: „Hier wird viel gearbeitet aber auch viel gelacht!“

… und was würden Ihre Mitarbeiter sagen?
„Och, tja, also – ganz nett und umgänglich“ – hoffe ich.

Worüber können Sie sich richtig aufregen?
Mangelnde Ehrlichkeit, Intoleranz, Faulheit. Da kann ich richtig sauer werden.

Wer ist Ihr größtes Vorbild im Beruf?
Franz Heinrich Krey – ohne wenn und aber!

Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben?
Mama und Papa – bessere Eltern kann man sich gar nicht wünschen.

Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben?
„Wer weiß, wofür es gut ist!“ (Standartsatz meiner Mutter, wenn sich mal wieder eine Hoffnung zerschlagen hat.)

Und: „Nie sofort entscheiden, immer erst eine Nacht darüber schlafen!“ – da ist wirklich was dran.

Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem Nachfolger/Ihren Kindern erteilen?
Meinem Nachfolger? Könnte ja auch eine Nachfolgerin sein …: „Auf zwei oder drei Themenfelder konzentrieren (da aber top sein), nie die Bodenhaftung verlieren und nie, nie aufgeben.“
Meinen Kindern: „Immer aufrecht und ehrlich durch das Leben gehen. Bemüht euch um Fairness und Gerechtigkeit und seid euren Kindern stets ein gutes Vorbild.“

Bonusfrage:   Welche Frage wurde nicht gestellt, würden Sie aber gerne beantworten?
Wie ist es Ihnen gelungen, Ihren Trainer Jens Sowa mit 6:0, 6:0 zu schlagen?
Nun ja, er hatte keinen Schläger dabei …

Kontakt zu Wolfgang Bosbach:

W. Schmitz-Dietsch

Verleger seit 1980 (Freizeitbörse, Bergische Illustrierte, Live! Magazin) Heute Franzz, Kultur- und Stadtmagazin im Rheinisch-Bergischen Kreis. Mitbegründer des iGL Bürgerportal Bergisch Gladbach. In Sand geboren und wohnend. Verheiratet, drei Töchter.

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