Der Offene Brief der Elternvertretung an die Medien, die Fraktionen im Stadtrat an den Landrat sowie (“zur Kenntnis”) an Bürgermeister Lutz Urbach im Wortlaut:
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Wer die Presseveröffentlichungen der letzten Tage verfolgt, muss den Eindruck gewinnen, der Umzug des NCG in das Schulzentrum Kleefeld sei beschlossene Sache. So als ginge es jetzt nur noch darum, die Schülerzahl am NCG oder die Räumlichkeiten am Kleefeld passend zu machen.

Frische Farbe am NCG.

Das ist mitnichten so. Die Entscheidung liegt nicht bei der Verwaltung, sondern in den politischen Gremien der Stadt. Sie muss öffentlich diskutiert werden – in den zuständigen Gremien, also Schulkonferenzen, Ratsausschüssen und im Stadtrat selbst.

Das heißt auch: Noch ist nichts entschieden. Und als Eltern der mehr als eintausend Schüler einer Traditionsschule in Bergisch Gladbach können wir nur sagen: Stop, so nicht!

Die Entscheidung ist keine technische, sondern eine politische. Die Stadtspitze sieht in der Schulentwicklung offenbar vor allem einen “Sparbrocken”. Gleichzeitig verwickelt sich Bürgermeister Urbach unseres Erachtens in Widersprüche: Einen Umzug ins Kleefeld ergebnisoffen prüfen zu wollen, gleichzeitig dieser Lösung aber eindeutig den Vorzug vor allen Alternativen zu geben und dann noch auf die Schnelle die endgültige Entscheidung bis März herbeiführen zu wollen – all das passt nicht zusammen.

Über Jahrzehnte wurde die Schulentwicklung in Bergisch Gladbach fast sträflich vernachlässigt – das rächt sich nun.

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Wir meinen: Nicht weiterhin auf Kosten unserer Kinder! Denn sie sind unsere Investition in die Zukunft. Bildung muss höchste Priorität genießen. Sinkende Schülerzahlen sollten nicht Kassen sondern volle Klassen entlasten und so die Qualität des Unterrichts sichern. Kreatives Umdenken statt einseitigem Sparen ist hier gefragt.

Vorbild Rösrath

Rösrath beispielsweise will offenkundig einen anderen Weg einschlagen. Hier wird Schulentwicklung nicht nur unter dem Sparaspekt diskutiert, sondern als Zukunftschance  für die Stadt. In einem “Campus für Bildung” soll Raum sein für Lerninseln statt Frontalunterricht, für eine Schule, die nicht nur Lern- sondern auch Freizeitort ist und für lebenslanges Lernen mit Angeboten vom Vorschulalter bis zur Erwachsenen- und Familienbildung (VHS, Musikschule).

Auch das innenstadtnahe Areal an der Reuterstraße böte mit der Nachbarschaft von NCG, Musikschule, TS 79 und Belkaw-Arena hervorragende Chancen für ein zukunftsträchtiges Miteinander und innovative Lösungen.

Die Debatte über das NCG und die Schulstandorte bei Facebook:
13.1.2011 - die Reaktionen auf den Offenen Brief der Elternschaft
Um diesen Beitrag zu lesen, muss man NICHT bei Facebook angemeldet sein.
Sehr viel mehr Beiträge zum Thema gibt es in unserer offenen Facebook-Gruppe 
"Politik in Bergisch Gladbach". Um dort mitzumachen, muss man ein FB-Profil
besitzten und mit dem Bürgerportal befreundet sein. Die einzelen Beiträge:
4.1.2011
15.12.2010 - mit Stellungnahme von Bürgermeister Urbach
27.9.2010
31.8.2010 - innerhalb der Debatte über Urbachs Sparpläne
22.7.2010 - die allgemeine Schulform- und Standortdebatte
6.7.2010 - Reaktionen auf Urbachs Aussage, NCG sei eine Bruchbude 

Wir Eltern am NCG sehen die Politik in einer Bringschuld. Welche Perspektiven gibt es für den Standort Reuterstraße? Wo gibt es Ideen, die über ein Hineinzwängen des NCG ins Schulzentrum Kleefeld hinausgehen? Ein Hineinzwängen, das dem NCG möglicherweise jede Chance auf zukunftsweisende Lernkonzepte nehmen würde.

Zugegeben: Um Sanierungskosten wird man nicht umhin kommen – dies gilt aber für beide Standorte!

Für die Elternvertretung des NCG
Martin Gent

Susanne Weber

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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4 Kommentare

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  1. Warum können wir die sinkenden Schülerzahlen, den maroden Zustand der Gebäude und den daraus folgenden Zwang zur Veränderung nicht auch als Chance sehen?
    Klar, das Geld ist knapp – aber eine Investition in ein modernes Schulzentrum ist eine echte Zukunftsinvestition. Durch die Schließung überflüssiger Standorte könnten dafür durchaus Mittel frei werden.
    Ich bin gar nicht kategorisch gegen einen Umzug ins Kleefeld, wenn es denn tatsächlich passen würde – und auch für die beiden Schulen eine Perspektive gäbe, die dort jetzt arbeiten.
    Sehr viel mehr Charme hat aber der Ansatz, den die Schulpflegschaft des NCG hier andeutet: Ein echter Campus für Bildung, der im Sinne eines integrierten Konzeptes weit über den herkömmlichen Schulrahmen hinausgeht: weiterführende Schule + Musikschule + Sportanbieter. Damit könnte man ein echtes Ganztagsangebot schaffen und über die unseligen „Langtage“ hinauskommen.
    Gerade dafür bietet das weitläufige Gelände des NCG UND die Nachbarschaft zur Musikschule, zur Turnerschaft, zur Belkaw-Arena hervorragende Voraussetzungen.
    Darüber sollte in einem vernünftigen Rahmen debattiert werden, ohne Zeitdruck!

  2. Liebe Frau Dietsch, in dem „Arbeitskreis“, der jetzt über den Umzug befinden soll, geht es doch wohl einzig und allein um die Frage, ob das NCG in die Räumlichkeiten des Kleefeld mit Hängen und Würgen in absehbarer Zeit hineinpasst. Von einer „Gesamtplanung“ ist schon längst nicht mehr die Rede. Das Pauschalargument lautet: Wir haben kein Geld für nichts. Die Gesamtplanung müsste sowieso bei den Schulanmeldungen anfangen und nicht bei den Zahlen der Gymnasiasten aufhören, wo aber nun wohl die ersten Tatsachen geschaffen werden sollen. Die Frage, die jetzt beantwortet werden soll, ist doch allein: Wie viel Geld können wir einsparen, wenn wir das Gebäude des NCG aufgeben, das Grundstück verwerten und in Zukunft die Schüler auf sehr viel weniger und „billgerem“ Raum unterbringen? Die Frage nach einer sinnvollen Gesamtlösung ist in der Debatte verbrannt, auch weil es von Anfang an — dank des segensreichen Haushaltsnotstands, in welchem diese Diskussion angezettelt wurde — nur um haushaltliche Fragen ging. Und wenn sie schon den behindertengerechten Ausbau ansprechen, so frage ich mich: Wie soll das im Kleefeld gehen, wenn sogar zur Deckung des dann zusätzlichen Raumbedarfs ein Stockwerk aufgestockt werden soll? Und die 1050 Schülerinnen und Schüler des NCG als „Mosaiksteinchen“ zu bezeichnen, ist schon allerhand. Vielleicht tröstet uns ja die Tatsache, dass Herr Urbach sich bekanntlich nichts aus Steinen, also auch Mosaiksteinchen, macht. Sie fordern: Gymnasien (als Ganztagsschulen) brauchen mehr Platz, also soll das NCG weniger bekommen. Oder verstehe ich sie falsch? Warum beläßt man das NCG nicht so wie es ist und sorgt einfach dafür, dass es erhalten bleibt? Die Schülerinnen und Schüler werden es danken. Wir können die Räume, die wir haben, sehr, sehr, sehr gut und in vollem Umfang nutzen. Da mache ich mir keine Sorgen und stelle fest, dass die Eltern es genau so sehen.

  3. Sehr richtig, Frau Dietsch, aber wenn man die einzelnen Mosaiksteinchen falsch setzt, dann wird auch das Gesamtbild keinen überzeugenden Eindruck machen!

  4. Die Schulentwicklungsplanung muss mehr berücksichtigen als nur den Schulstandort. Welche Schulformen wollen wir in Bergisch Gladbach haben (Stichworte: neue Sekundarschule – oder: wollen wir einzügige Grundschulen zusammen legen?). Welche Klassenstärken werden wir haben (Stichworte: die Landesregierung will die Klassengrößen absenken). Wie setzen wir die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen in Bergisch Gladbach um (Stichworte: können wir/ wollen wir unsere Sonderschulstandorte Fröbelschule in Moitzfeld, Wagnerschule am Mohnweg und Sprachheilschule in Paffrath alle erhalten?). Schließlich: Welchen zusätzlichen Raumbedarf haben die Schulen, wenn sie Ganztagsschulen werden (Stichwort: auch Gymnasien und Sekundarschulen werden Ganztagsschulen und brauchen mehr Platz). Kurzum: das NCG ist nur ein Mosaiksteinchen und es getrennt von der Gesamtplanung zu sehen ist wenig sinnvoll.