Bergisch Gladbach wird derzeit von  zwei Krisen gebeutelt. Wegen einer wird sogar eine Krisensitzung im Rathaus abgehalten. Das betrifft nämlich den Karneval. Abgeblich ist unsere Fußgängerzone jetzt nicht mehr geeignet, um Pferde durchlaufen zu lassen. Und steife Gitterabsperrungen statt flexiblen Absperrbändern zwischen Zug und Jecken lassen die Emotionen kochen. Nein, nein, ich rede nicht von Schilda. Das ist tatsächlich gerade ein heißes Thema in unserer Stadt.

Die andere Krise ist ein sogenannter “Riegel” auf dem Marktplatz, der von zwei Verkaufswagen gebildet wird und den geraden Durchgang über den Marktplatz, vom einen Teil der Fußgänerzone in den anderen, verhindert.

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Nun ist mir Karneval ziemlich egal, aber den Riegel wollte ich mir heute ansehen. Hab ich mir also das BamBam und die Digi geschnappt und bin bei Sonnenschein in die Stadt auf den Markt gegangen.

Blick auf den Marktplatz von der Paffrather Straße aus.

Unten angekommen sind wir dann von der Bushaltestelle aus auf den Marktplatz gegangen. Ich wollte wissen, wie man sich fühlt, wenn man plötzlich nicht mehr weiter darf, weil da Verkaufswagen den Weg versperren. Ob das an einem Markttag nicht vielleicht egal ist.

Hab ich also so getan, als wollte ich nichts einkaufen, einfach nur über den Platz gehen. Von weitem sah das schon komisch aus. Da vorne geht es nicht weiter.

Der weiße und der graue Verkaufswagen stehen quer, dazwischen eine große Baumscheibe, die ein Geländer hat. Da muss man also tatsächlich drum herum. Vor mir bugsierte eine alte Frau ihren Rollator. “Die flucht garantiert,” dachte ich. Im Näherkommen hörte ich Stimmen der Marktbesucher. “Das ist doch totaler Blödsinn.” – “Wozu soll das denn gut sein.”

Natürlich kann man auch links um die Wagen herrum gehen. Ich entschloss mich aber für rechts, weil da doch ein geraderes Vorankommen möglich schien.

Auf der Höhe des grauen Wagens konnte ich sehen, dass es tatsächlich einigermaßen geradeaus weiterging. Allerdings nur auf der Rückseite der Marktstände, die dann entlang der oberen Hauptstraße bis zur Kreissparkasse stehen.

Wenn ich das nicht will, muss ich noch mal einen Schlenker machen und kann erst hinter diesem rechten Wagen wieder in die Hauptstraße einbiegen und zwischen den Marktständen weitergehen.

Als ich mich dann so umguckte und überlegte, was ich davon halten soll, kam einer meiner Gemüsehändler auf mich zu und ich fragte ihn ganz spontan:

“Was halten Sie denn davon?” Antwort ganz spontan: “Sch…..!”

Meine eigene Meinung hab ich dazu inzwischen auch gefunden. Es sieht nicht nur Sch…. aus, es fühlt sich auch Sch… an. Ich werde nicht gerne auf meinem Weg behindert. Wenn ich nicht auf den Markt will, will ich nicht gezwungen werden, im Zick-Zack drüber gehen zu müssen. Basta! Aber ob es so bleibt, weiß noch niemand. Man will noch ein oder 2 Wochen abwarten mit der Entscheidung.

Aufgrund der Kälte, fehlten heute der eine oder andere Marktstand. Normalerweise ist es dort voller und dichter. Die neue Standordnung sortiert grob in Lebensmittel rund um den Brunnen, Kleidung und andere Waren vor dem Bergischen Löwen Richtung Gasthaus Paas.

Mein Kartoffelstand steht nun direkt vor dem Rathaus. Sicher nicht der schlechteste Platz, aber die haben Stammkundschaft und werden immer gesucht und gefunden. Viele der Lebensmittelhändler konnten ihren angestammten Platz behalten. Viele andere mussten umziehen. Mein Gemüsehändler sagte, sie seien zu dem Thema nicht gefragt worden.

Auf dem Spitzenplatz steht ein Gemüsestand. Der Inhaber ist ein Ratsmitglied. Ein Schelm, wer jetzt böses dabei denkt….

Hier noch ein paar Blicke rundherum. Nicht alle von der besten Qualität, aber mit einem BamBam an der Leine wird nicht jedes Foto gut.

Ich habe meinen Gemüsehändler gefragt, wo sie ihre Wagen parken. Noch haben sie Platz an der Buchmühle, neben der Baustelle am Strundepark. Aber wo sie bleiben, wenn der mal fertig ist, wissen sie bis heute nicht.

Weitere Informationen:

Alle Beiträge zum Markt und der neuen Standordnung

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Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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