Es ist, wie so oft. Wenn es heißt „Ratsfraktionen begrüßen Pläne für Gronauer Campus“ (Presseschau 25. Januar), dann freut sich Bergisch Gladbachs Politik doch nur, dass in der Strundestadt überhaupt etwas passiert.

Mich wundert oft, wie schnell Stadtverwaltung (einschließlich Bürgermeister Lutz Urbach) und Politik (hier Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen) ein klares Urteil über Investorenpläne treffen.

Zur Erinnerung: Am 28. Juni 2012 titelte der Kölner Stadtanzeiger zum vom Architekten Wolfgang Engels geplanten Einkaufszentrum an der Schloßstraße (sog. “Marktgalerie”, damals noch ohne diese schönfärberische Bezeichnung):

Kritik nur an Details … Viel Lob für den Entwurf des neuen Einkaufszentrums … Ausnahmslos lobten alles Mitglieder des Planungsausschusses den Entwurf … möchte meinem Kollegen für den Entwurf gratulieren.”

Und jetzt? Viele wären froh, wenn man die Weichen neu stellen könnte in Richtung der Entwürfe von Architekt Michael Neuendorff (vgl Presseschau  26. Januar „Architekt Neuendorff will Pläne für neue Marktgalerie zu Fall bringen“).

Offenbar lagen Stadtverwaltung und Politik (nicht zuletzt auch Teile der Presse) bei ihrer ersten Einschätzung weit daneben. Ja, da waren viele sehr blauäugig. Dass die Bensberger Bevölkerung und viele Experten auf die ursprünglichen Pläne so ablehnend reagieren würden, hatte wohl niemand auf dem Zettel.

Doch Skepsis und Protest waren begründet. Nach der Überarbeitung des Entwurfs wurde Ende September aber wieder vorschnell gelobt. „Gelungene Fortentwicklung“ hieß es, Bürgermeister Lutz Urbach zog ausdrücklich „seinen Hut“ und Stadtbaurat Stephan Schmickler lobte den vorgelegten Entwurf als „besten Kompromiss“.

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Der Widerstand von Bevölkerung und Anwohner blieb, weil sich am Grundkonzept, das auch eine Änderung des Bebauungsplans nötig macht, nichts geändert hatte: Offenbar will der Investor hoch hinaus, um die oberen Etagen als Luxuswohnungen mit Rheinblick vermarkten zu können.

Eine mögliche Lehre aus dem Dilemma Schloßstraße wäre doch: Vorsicht mit vorschneller Euphorie.

Auf den Gronauer Kreisel übertragen hieße das: Nur weil die Eigentümerfamilie Cramer das Gelände jahrelang vernachlässig hat (und es beispielsweise nicht einmal möglich schien, entlang der Hauptstraße einen Radweg zu bauen), ist nicht automatisch jeder Investoren-Plan gleich ein Volltreffer.

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