Marion Linnenbrink

25 Jahre lang war Otto Fell Bergisch Gladbachs Stadtdirektor und residierte in dem großen Dienstzimmer im ersten Stock des historischen Rathauses, von dessen Balkon man so einen tollen Blick auf den Marktplatz (und den Karnevalszug) hat. An Otto Fells Hand hing oft das Nesthäkchen der Familie, Marion. Die pendelte zwischen Stadtdirektorenwohnung am Höhenweg, Grundschule an der Strunde, später NCG, und immer wieder dem Rathaus.

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Am 1. Oktober kehrt Marion Linnenbrink (geb. Fell) dorthin zurück. Die 40-Jährige ist die neue Leiterin des Büros für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bergisch Gladbachs.

Und damit auch die Sprecherin von Bürgermeister Lutz Urbach, der sich spürbar über die Verstärkung freut: „Wir hatten mehr als 100 Bewerbungen, darunter eine herausragende. Als Journalistin und Volljuristin mit einem genetisch bedingtem Interesse für Bergisch Gladbach passt sie perfekt.”

Bürgermeister Lutz Urbach und die neue Sprecherin

Juristischen Verstand, Formulierungskunst und Heimatliebe wird sie gebrauchen können, denn als Stadtsprecherin wird sie nicht nur die Erfolge der Verwaltung verkaufen dürfen, sondern sich gegenüber Presse, Funk und Fernsehen auch immer wieder mit Kritik an der Verwaltungsarbeit befassen müssen.

Linnenbrink tritt die Nachfolge von Stefan Kunze an, und der Erinnerung an ihn und seinen tragischen Tod gelten ihre Worte. Die nächsten Sätze beziehen sich auf das Team in der Pressestelle (Martin Rölen, Dominik Martin, Volker Rogowski, Susanne Schlösser), das einige schwere Monate gemeistert habe – und mit dem gemeinsam sie sich der neuen Herausforderung stellen will. Erst dann lässt sich Linnenbrink ein paar Anekdoten aus ihrer Zeit als Stadtdirektoren-Tochter entlocken, hier in Urbachs Büro, „dem Büro meines Vaters”.

Schon in ihrer Zeit am NCG hat sie zum Journalismus gefunden, über ein Praktikum bei der Bergischen Landeszeitung. Und es war der damalige Lokalchef Horst Breiler, der ihr den Rat gab, nicht Sport, sondern etwas ordentliches wie Jura zu studieren. Das hat Linnenbrink dann auch gemacht, inklusive beider Staatsexamen.

Probesitzen am künftigen Arbeitsplatz: Marion Linnenbrink stellt sich den Fotografen

Dennoch ist sie immer Journalistin geblieben, und Bergisch Gladbacherin. Nach dem Volontariat bei der BLZ zog sie zwar für eine Weile nach Berlin, als Sportreporterin für Radio Hundert6. Doch kehrte sie bald über eine Station in Köln-Dellbrück in die Heimat zurück. Hier arbeitete sie vor allem frei für den WDR in Köln, zuletzt als Hörfunkredakteurin für Politik und Zeitgeschehen auf WDR 5.

Allerdings, als Karrierefrau sieht sich Linnenbrink nicht. Denn sie ist mit dem Rechtsanwalt Frank Linnenbrink verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von fünf und acht Jahren. „Mein Mann macht die Karriere – und ich springe jetzt vielleicht noch ein wenig auf den Zug auf“, sagt Linnenbrink. Als Mutter und Journalistin habe sie immer wieder Abstriche und neu anfangen müssen.

Ihr Büro im Erdgeschoss wird gerade hergerichtet, im Oktober will sich Linnenbrink erst einmal in den 1000 Menschen starken Verwaltungsapparat einarbeiten. Und dann will sie die Kommunikation ein Stück bürgernäher und moderner gestalten – und soziale Medien wie Facebook und Twitter nutzen, um das Engagement der Bürger anzuschieben.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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