Die verfaulten Leimbinder

Kaum war die frisch sanierte Belkaw-Arena eingeweiht, schon musste die Tribüne gesperrt werden, weil das Dach einzustürzen drohte. Offenbar waren bei einem Umbau am Stadiondach Fehler gemacht worden. So genannte Leimbinder waren feucht geworden, von Pilzen befallen, verfault, bestätigte ein erstes Gutachten im Dezember. Die ganze Tribüne wurde kurzfristig gesperrt und musste mit hässlichen Zäunen verbarrikadiert werden.

Was zunächst nach einem rasch zu behebenen Schaden aussah, entpuppt sich nun als komplizierter und teurer Sachverhalt.

Wie die Stadtverwaltung jetzt mitteilt haben sich Experten in den vergangenen Tagen die Sache genauer angeschaut – und schlagen zwei unterschiedliche Lösungen vor. Das Ergebnis in der Kurzfassung: Wahrscheinlich ist ein Austausch aller Stützen preiswerter als eine aufwendige Flickschusterei.

Für alle, die es genauer wissen wollen, schildert die Stadtverwaltung in ihrer Pressemitteilung die Optionen im Detail:

  1. In Frage kommt zum einen der Austausch aller tragenden Leimbinder bei gleichzeitiger Änderung der Dachkonstruktion, um eine Wiederholung der Schadensbildung zu verhindern. So ist es z.B. erforderlich, die Entwässerungsrinnen zu verlagern. Eine Fachfirma soll diese Lösung vor Ort prüfen und einen Kostenrahmen festsetzen. Beim Komplett-Tausch der gesamten Leimbinder ist eine weitere kosten- und zeitintensive  Begutachtung der Holzkonstruktion nicht notwendig. Die Experten waren sich einig, dass eine solche Lösung preiswerter sein könnte als die Reparatur der bestehenden Träger plus der Anbringung einer zusätzlichen Konstruktion zur statischen Sicherung.
  2. Trotzdem soll zum anderen die punktuelle Schadensbehebung durch Herausschneiden der befallenen Stellen in den Leimbindern ebenfalls untersucht werden. Eine teure Sicherungskonstruktion an den Auflagerpunkten der Leimbinder könnte dadurch vermieden werden, dass an allen 14 Leimbindern eine Stütze im vorderen Bereich der Tribüne angebracht wird. Diese Lösung setzt allerdings voraus, dass die gesamte Holzkonstruktion der Leimbinder noch einmal überprüft werden muss. Außerdem müssten die Stützen im vorderen Bereich mit großem Aufwand in die Betontribüne eingefügt werden, was für die Zuschauer überdies mit Sichtbehinderungen verbunden wäre.

Man sieht – alles nicht so einfach. Also wird die Hochbauverwaltung jetzt versuchen zu berechnen, was die beiden Varianten kosten würden. Dafür, so die Stadtverwaltung, können vier Wochen draufgeben. Aber:

Die Entscheidung über das weitere Vorgehen soll danach zeitnah fallen, weil alle beteiligten Stellen hier großen Handlungsdruck sehen.“

Klar ist bislang nur, dass die Stadt die Kosten tragen muss, Gewährleistungsansprüche sind längst verjährt. Wie teuer die Reparatur wird, kann die Stadtverwaltung nicht sagen. Aber ein niedriger sechsstelliger Betrag ist durchaus möglich.

Mehr Informationen: Alle Beiträge zur Belkaw-Arena

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.