Kirmes 2014 Pony kostenlos 600

Am Sonntag zeigt die Laurentiuskirmes ein friedlliches Bild: vor dem Ponykarussell verteilt Burkhardt Unrau mit Vertretern des Junge Unternehmer Clubs kostenose Chips für das Ponyreiten. Viele Kinder und Eltern greifen zu, ein paar lehnen ab; von besonderem Andrang kann keine Rede sein. 50 Meter weiter steht ein Stand der Grünen mit Plakaten, auf denen das Ponyreiten als Tierquälerei angeprangert wird. Auch hier kein Massenauflauf – aber die Unterschriftenlisten füllen sich.

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Am Samstag ging es am Rande der traditionellen Kirmeseröffnung nicht so friedlich vor. Die Linke spricht in einer Pressemitteilung von „gewalttätige Ausschreitungen“ der Schausteller. Die Polizei dagegen von einer „Rangelei, bei der letztlich nichts passiert ist“.

Konkreter berichtet Helmut Schmidt, sachkundiger Bürger der Grünen im Stadtrat. Er ist nicht nur ein sehr sachlicher Mensch, sondern stand am Samstag auch im Mittelpunkt der Ereignisse. Schmidt berichtet, er habe mit einem Plakat zusammen mit einer Mitarbeiterin des Tierheims Köln-Dellbrück am Rande des Marktplatzes gestanden. Plötzlich sei er von zwei „muskelbepackten jungen Männern“ aus der Menschenmenge gedrängt und zwischen den Kirmeswagen massiv unter Druck gesetzt worden. Verängstigt hätten sie sich zurückgezogen und die Polizei alarmiert.

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Luci Misini, Fraktionsmitglied der Linken, berichtet, sie sei von Schaustellern heftig beleidigt worden. Ein Mann, der sich später  als Luftballonverkäufer herausstellte, habe sich als Mitarbeiter des Ordnungsamtes ausgegeben und versucht, das Verteilen von Flyern zu verhindern.

Die Polizei erschien mit drei Streifenwagenbesatzungen, suchte mit Helmut Schmidt erfolglos nach den Muskelmännern und nahm die Geschehnisse zu Protokoll. Im Pressebericht der Polizei taucht der Vorfall gar nicht auf; erst bei der zweiten Nachfrage erläutert ein Polizeisprecher, dass eine Anzeige geschrieben worden ist.

Demnach seien die Tierschützer tatsächlich zurückgedrängt worden; die Schausteller hätten ihnen dei Schilder abnehmen wollen, was aber letztlich nicht geschehen sein. Die Tierschützer selbst hätten sich nicht an die Auflagen für die genehmigte Mahnwache gehalten. Dass sie von den Schaustellern „grob angegangen“ worden seien, können man nicht sagen, erklärt die Polizei.

Zum Hintergrund: Die Grünen hatten Anfang der Woche zur Mahnwache gegen das Ponyreiten aufgerufen. Am Dienstag berichtete das Bürgerportal, dass Bürgermeister Lutz Urbach bereits Anfang Juli gegenüber einem Vertreter der Tierschutzorganisation Peta angekündigt hatte, dass das Ponyreiten in Zukunft nicht mehr auf der Bergisch Gladbacher Kirmes stattfinden soll. Dagegen meldete dann jedoch CDU-Fraktionschef Peter Mömkes rechtliche Bedenken an. Der Kreisveterinär hat das Ponykarussel intensiv vor und während der Kirmes geprüft und keine Beanstandungen gefunden. Eine politische Klärung über die Zukunft des Ponyreitens steht aus.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Und wie sieht das aus wenn die Leute ihre Hunde mit auf den Festplatz mitnehmen da wird nichts drüber gesagt das den Tieren das zu laut ist.Nicht nur für die Hunde unangenehm sondern auch für andere Mitmenschen wenn diese auf dem Platz anfangen zu kläffen weil sich einen anderen Hund sehen oder einfach nur aus Angst bellen.Auch beim Bundesschützenfest waren mehrere hunde auf dem Platz so das mal wieder schön viel Gekläffe zu höhren war(besonders schön bei der Kröhnung ).Videos machen ist dann nur mit zugehaltenem Mikro möglich.Ich finde man kann an so Tagen einfach mal den Hund zuhause lassen bzw zumindest nicht damit über den Festplatz zu gehen.

  2. Es entspricht nicht der Wahrheit, dass die Tierschützer sich nicht an die Auflagen gehalten haben. Es bestand die Genehmigung, Transparente zu halten und flyer zu verteilen. Ob Transparent oder Poster, da ist kein Unterschied! Aber klar, dem Tierschutz wurden Knüppel zwischen die Beine geworfen (…). Das ist doch alles nicht normal. Und dass die 2 Leute mit Gewalt daran gehindert werden für die Tiere einzustehen, die sich in einer Notlage befinden, das ist schon sehr schlimm und unfair. Was sind das bloß für Zustände? Mit dem Ausbeuten der Tiere muss ja schon viel Geld zu verdienen sein, wenn sich sämtliche Gruppen zusammenraufen und keine andere Meinung zulassen wollen, mit aller Gewalt. Und es ist Hohn zu behaupten, in Bergisch-Gladbach dürfe jeder seine Meinung sagen…Darf man nicht dort!

    Anmerkung der Redaktion: Bitte bleiben Sie sachlich. Persönliche Vorwürfe haben wir an zwei Stellen aus diesem Kommentar gelöscht.