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Buddy ist die Hauptfigur in dem Kinderbuch von Luisa Tegtmeyer

„Die Kleinen können nichts dafür, dass ihre Väter oder Mütter Mist gebaut haben. Trotzdem werden sie mitbestraft und für ihr ganzes Leben gezeichnet. Ihnen soll die Chance gegeben werden, die emotionale Bindung zu ihrem inhaftierten Elternteil aufrecht zu erhalten und zu stärken,“ sagt Luisa Tegtmeyer. Dagegen will die Bergisch Gladbacherin etwas unternehmen – und sammelt mit einer Spendenaktion im Internet für ein entsprechendes Projekt.

Wenn Menschen in die Justizvollzuganstalt (JVA)  müssen, seien meist Kinder die Leidtragenden. Sie würden ihre Eltern selten sehen und verstünden nicht, was passiert. Das sei für die Kinder eine schwierige Situation, die emotionale und psychologische Folgen haben könnten.

“Buddy“ gegen Kinderleiden

Um den Kindern den Umgang mit der Situation zu erleichtern, hat Luisa Tegtmeyer ein Buch geschrieben, das sich genau mit dieser Problematik beschäftigt. In dem Kinderbuch geht es um den Bären Buddy. Und um die Klärung von Fragen und Gedanken, die sich in einem Kinderkopf bilden.

„Nachdem ich mich das erste Mal mit dem Thema ‘Kinder von Inhaftierten’ beschäftigte, wurde mir schnell bewusst, wie sehr Kinder unter ihrer Situation leiden und welche Spätfolgen dadurch ausgelöst werden können“, schreibt Tegtmeyer in der Projektbeschreibung. Daraus entstand die Idee, ein Kinderbuch zur Vermittlung einzusetzen – und so wurde Buddy geboren. Das Buch soll als Begleitung während der Besuchszeiten in der JVA dienen und gemeinsam mit den Eltern gelesen werden.

Die Kinder können sich mit der Hauptfigur identifizieren und wieder Nähe und Zuwendung erfahren. Ein Kuschelbär, den sie von ihren Eltern erhalten soll das noch einmal symbolisieren. Er darf mitgenommen werden und ist ein “Freund“ in jeder Lebenssituation für die Kleinen.

Luisa Tegtmeyer zeigt stolz ihr Buch und den Bären Buddy. Foto: Screenshot betterplace.org

Kreativität in der JVA

Tegtmeyer engagierte sich schon während ihres Studiums an der Alanus-Hochschule für das Projekt „Kinder von Inhaftierten“. Dabei gestaltete sie die sogenannten Bindungsräume der JVA Köln-Ossendorf um.

Wo sich Kinder und inhaftierte Eltern treffen wurden Buddys Tatzen auf den Boden geklebt und dienen als Wegweiser zu den Räumen. Sie geben den Kindern Sicherheit und Orientierung. Große Wandbilder mit Buddy wurden aufgehängt und der Kuschelbär in der JVA von Inhaftierten hergestellt.

Auch nach ihrer Bachelorarbeit will sich Tegtmeyer weiter für die Kinder einsetzen und hofft, dass das Buddy-Projekt auch in anderen Justizvollzuganstalten in Deutschland eingesetzt wird. Sie hat ihr Projekt im September bereits auf dem Kongress der Bundesarbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe vorgetragen und erhielt große Zustimmung.

Jetzt sucht Tegtmeyer über eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform „betterplace.org“ Unterstützer, die insgesamt 1000 Euro zur Verfügung stellen. Damit will sie die Produktion der Bären, der Wandbilder, der Tatzen und der Bücher finanziert. 

Hier können Sie spenden und sich weiter informieren.

M. Ammazzagatti

hat ein abgeschlossenes Studium zur Grafik-/Kommunikationsdesignerin und besucht jetzt "Deutsche Pop Köln" als Redakeurin/Texterin.

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