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Bergisch Gladbachs Wappenschmied kehrt zurück

Eduard aPrüssen in seiner Ausstellung in der Villa Zanders

Eduard Prüssen in seiner Ausstellung in der Villa Zanders

Eduard Prüssen kehrt zum Jahresende 2015 zurück nach Bergisch Gladbach. Anlässlich seines 85. Geburtstages präsentieren die Stadt Bergisch Gladbach und das Kulturhaus Zanders vom 22. November 2015 bis 31. Dezember 2015 im Kulturhaus Zanders „Eduard Prüssen: Farbstiftbilder – Pressendrucke“.

In seiner dritten Bergisch Gladbacher Ausstellung zeigt der Künstler ganz aktuelle Arbeiten aus einem völlig neuen Arbeitsfeld: Die Farbstiftzeichnung bestimmt sein neues Tun.

Nach der Ausstellungseröffnung (Sonntag um 15 Uhr) steht Eduard Prüssen an weiteren zwei Terminen zu persönlichen Gesprächen zur Verfügung: An den Donnerstagen 3. und 17. Dezember 2015, 15 Uhr. Voranmeldungen sind erbeten unter der Rufnummer 02202/142238.

Stadtgrafiker von 1971 bis 1996

Eduard Prüssen war von 1971 bis 1996, also 25 Jahre, Stadtgrafiker der Stadt Bergisch Gladbach. Das markante an seinen Arbeiten: Sie waren unverwechselbare und individuelle Unikate, von Hand und mit verschiedenen künstlerischen Techniken erarbeitet (ohne grafische Zeichenprogramme).

Dadurch ist ein einzigartiger Fundus von Werken entstanden, die im Stadtarchiv Bergisch Gladbach und in der Universitäts- und Stadtbibliothek (USB) Köln gesammelt und vielerorts in der Region bekannt sind und ausgestellt wurden.

Stadtplakate Bergisch Gladbach von Eduard Prüssen

Stadtplakate Bergisch Gladbach von Eduard Prüssen

Die Marke „Stadt Bergisch Gladbach“

Der Verdienst von Eduard Prüssen liegt darin, dass er das Stadtdesign der Stadt Bergisch Gladbach geschaffen und über 25 Jahre hinweg geprägt hat. Dies bereits zu einer Zeit, in der sich nur wenige Kommunen mit ihrem äußeren Erscheinungsbild beschäftigten.

Logo Bergisch GladbachPrüssens erste Aufgabe 1971 bestand darin, ein Zeichen zu schaffen, das auf allen Drucksachen und Werbemitteln die Stadt Bergisch Gladbach sofort und eindeutig erkennen lässt.

So startete mit dem unverwechselbaren und lesbaren Wortbild „Bergisch Gladbach“, auch liebevoll „Wollknäuel“ genannt, das Erscheinungsbild der Stadt.

Wappen Bergisch GladbachHinzu gesellte sich das Stadtwappen, das nach der kommunalen Neuordnung 1975 die beiden Wappen von Alt-Bergisch Gladbach und Bensberg zusammenführen sollte.

Diese und zahlreiche Piktogramme der städtischen Einrichtungen haben sich durchgesetzt und werden bis heute genutzt. Das Logo feiert 2015 seinen 44. „Geburtstag“, das Stadtwappen seinen 40.

Ausstellungen in Bergisch Gladbach

In zwei Ausstellungen zeigte sich Eduard Prüssen mit seinen Bergisch Gladbacher Arbeiten seinem Publikum: Im September 1983 ging es im Bürgerhaus Bergischer Löwe mit dem „graphischen Gesicht der Stadt“ um eine Art Zwischenbilanz.

Der WDR kommentierte seinerzeit diese Ausstellung im Hörfunk und im Fernsehen im Vergleich mit den grafischen Erscheinungsbildern der Städte Leverkusen, Wuppertal und Bonn. Dabei wurde der Stadt Bergisch Gladbach ein besonderes „Corporate Identity“ aufgrund des Wirkens von Eduard Prüssen bescheinigt.

1999 würdigte die Stadt sein Schaffen mit einer Doppelausstellung – in der Städtischen Galerie Villa Zanders mit „Eduard Prüssen – Graphik und Buchkunst aus vier Jahrzehnten“, in der Kreissparkasse mit „Eduard Prüssen – 25 Jahre Stadtdesign“.

Bergisch Gladbacher Werbeplakate wurden aber auch im Ausland gezeigt: in Irland präsentiert 1978 und 1990 bei der „International Poster Exhibition“ in Listowel. 1983 in Brasilien durch das Goethe-Institut: Hier wurden elf Prüssen-Plakate in eine Wanderausstellung aufgenommen.

Eduard Prüssen in einer Pause beim Aufbau der Ausstellung mit Peter Schlösser

Eduard Prüssen in einer Pause beim Aufbau der Ausstellung mit Peter Schlösser

Renommierter Buchillustrator und Pressendrucker

Den Ursprung des Stadtdesigns hat nicht nur der Grafiker gelegt, sondern auch der Künstler und Buchillustrator Eduard Prüssen. Eduard Prüssen ist einer der herausragenden Illustratoren Deutschlands.

Prof. Dr. Wolfgang Schmitz, Direktor a.D. der USB Köln, nennt Eduard Prüssen im Geleitwort „Kölner Köpfe“ (Schriften der USB Köln, 2010, S. 5) einen der „bedeutendsten deutschen Buchillustratoren und Kölner Pressendrucker“.  Prüssens „Kölner Köpfe“ erschienen in einer Auflage von 500 Stück anlässlich des 80. Geburtstags von Herrn Prüssen. 49 „Köpfe“ wurden von der Bibliophilen-Gesellschaft in Köln in Auftrag gegeben, der 50. „Kopf“ war eine Spende von Karl-Ivo Dane, Bergisch Gladbach.

Eduard Prüssen verfügt in bibliophilen Kreisen über einen ausgezeichneten Ruf. Sein Wirken in Bergisch Gladbach nimmt hier stets eine besondere Stellung ein. Anlässlich seines 85. Geburtstags erinnerten die Festredner Prof. Henrik Hanstein (Gesellschafter des Kölner Kunsthauses Lempertz) sowie Dr. Hubertus Neuhausen (Direktor der USB) an die herausragende Stellung des Künstlers und Illustrators Eduard Prüssen mit dem Verweis auf seine einzigartige Leistung für die Stadt Bergisch Gladbach.

Prof. Hanstein formulierte, dass sich die Stadt Bergisch Gladbach glücklich schätzen könne, einem Künstler wie Eduard Prüssen die Gestaltung des Stadtdesigns anvertraut zu haben. Beide Redner machten zudem deutlich, dass Eduard Prüssen den Holz- und Linolschnitt zur Perfektion gebracht habe.

Der künstlerische Wert und der Vorbildcharakter des Stadtdesigns tragen somit wesentlich zum positiven Image der Stadt Bergisch Gladbach bei. Überall dort, wo das Werk des Künstlers Eduard Prüssen im Mittelpunkt steht, wird auch lobend über sein Wirken als Stadtgrafiker in Bergisch Gladbach berichtet: nicht nur bei dem oben erwähnten Empfang, sondern auch bei Ausstellungen, in Einladungsflyern oder anlässlich der Übergabe seines Lebenswerks (Vorlass) an die USB Köln: Die Wände des USB-Foyes schmückten Bergisch Gladbacher Plakate.

Die wichtigsten Punkte der Vita Prüssen

  • künstlerische Ausbildung an den Kölner Werkschulen bei Anton Wolf und Prof. Heinrich Hußmann
  • bis 1955 im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde
  • 1955 bis 1958: Graphik Artist und Exhibition Specialist im Amerika-Haus Köln
  • Seither als freier Graphiker und Illustrator tätig; Techniken: Holz- und Linol-schnitt, Radierung, Zeichnung
  • seit 1962 Handpresse „Donkey-Press“
  • 1966 Verleihung der Bronzemedaille des Bayrischen Werbefachverbands für beispielhafte Anzeigengestaltung
  • Zusammenarbeit mit Tageszeitungen im Raum Köln und Aachen, später: Deutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Zusammenarbeit mit Verlagen wie Hoffmann &Campe (Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, 1968), Diogenes, Kiepenheuer & Witsch, Lübbe, Mohn, Edition Curt Visel, Schuler, Piper, List und Ehrenwirth, Europäische Bildungsgemeinschaft (alles Deutschland) M.Gonon (Paris), Editio-Service S.A. (Genf)
  • illustrierte über 80 Bücher der Weltliteratur, gestaltete bibliophile Buchausga-ben, z.B. Fontane, Maupassant, Tschechow, Walser, Andersch, Thomas Mann, Hagelstange, Böll, Malaparte
  • 1987 bis 2007 Aussteller auf der Frankfurter Buchmesse mit eigenen Werken, handgesetzt, handgedruckt und handgebunden, in kleinen Auflagen, z.B. Ovids Metamorphosen, Boccaccios Decamerone, Pablo Nerudas Gedichte, das Märchen vom Fischer un syner Frau, Gedichte von Christian Morgenstern, Erzählungen von Oskar Wilde, Rilkes Cornet, das Hohe Lied Salomos, des Kaisers neue Kleider
  • Im Auftrag der Kölner Bibliophilen-Gesellschaft erschienen bis 2010 Prüssens „Kölner Köpfe“, 50 Farblinolschnitte bekannter Kölner; 2010 als Buch gedruckt
  • 2010: Übergabe des künstlerischen Gesamtwerks an die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (Vorlass). Bei der Übergabeausstellung zierten einige Bergisch Gladbacher Plakate die Wände der USB Köln.

Ich bin verheiratet, Vater zweier Söhne und wohne seit mehr als 65 Jahren in Bergisch Gladbach, davon bis 1966 in Bensberg. Der Grund dieser Sesshaftigkeit: Ich habe mehr als 40 Jahre für die Stadt Bergisch Gladbach gearbeitet, davon mehr als 30 Jahre als Pressesprecher und Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit.

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