Maike Krallinger übernimmt die Geschäftsführung der Zanders Entwicklungsgesellschaft; Foto: Thomas Merkenich

Nach dem kurzen Antritt des ersten Geschäftsführers bekommt die Zanders-Entwicklungsgesellschaft eine neue Chefin: Maike Krallinger ist in Bergisch Gladbach aufgewachsen und hat vielfältige Erfahrungen in der Immobilienwirtschaft gesammelt. Die Raumplanerin und Immobilienökonomin startet mit einigen Vorschusslorbeeren und dennoch betont nüchtern in die für Bergisch Gladbach so wichtige Aufgabe.

Um das Jahrhundertprojekt Zanders schnell und gut voranzubringen, brauche es strategischen Weitblick, Erfahrungen bei der Konversion und in der Vermarktung sowie kommunikatives Geschick, sagt Bürgermeister Marcel Kreutz – und präsentiert eine aus seiner Sicht „exzellente Besetzung“ für diese Aufgabe: Die 51-jährige Maike Krallinger startet am 1. August als Geschäftsführerin der Zanders-Entwicklungsgesellschaft (ZEG). Sie ist dann nicht nur für die Entwicklung, sondern auch für die Vermarktung des künftigen Stadtquartiers verantwortlich.

Die Stadt habe mit Krallinger eine erfahrene Expertin für Stadt- und Quartiersentwicklung gewonnen, die die anspruchsvolle Entwicklung von Zanders „mit fachlicher Kompetenz und neuen Impulsen“ gestalten werde, so Kreutz. Sie befasse sich seit 25 Jahren mit der nachhaltigen Stadtentwicklung und habe ihr „Herz für großen Flächen“ entdeckt, freut sich Krallinger über die neue Aufgabe.

Marcel Kreutz und Maike Krallinger, Foto: Thomas Merkenich

Ihr Vorgänger Oliver Brügge hatte das Amt im April nach nur 16 Monaten „aus persönlichen Gründen“ abgegeben, zwischenzeitlich wird die ZEG vom Vize-Chef und langjährigen Projektleiter Udo Krause geführt.

Mehr zum Thema

Vermarktung von Zanders startet zaghaft

Vor 16 Monaten war Oliver Brügge als Geschäftsführer der neuen Zanders Entwicklungsgesellschaft auch dafür angetreten, die Vergabe von Grundstücken auf dem Zanders-Areal an Investoren und Projektentwickler in Gang zu bringen. Jetzt gibt er diesen Posten ab, zieht Bilanz und meldet das konkrete Interesse eines ersten Investors.

Mit der Nachfolge-Suche hatte der Stadtrat eine Kommission beauftragt, der Vertreter des Aufsichtsrats und damit der großen Fraktionen im Stadtrat ebenso wie Bürgermeister Kreutz und Regionale 2025-Chef Reimar Molitor angehörten.

Christian Buchen, Foto: Thomas Merkenich

Das Gremium habe mit Hilfe einer Personalagentur bundesweit gesucht und zum Schluss rund 20 qualifizierte Bewerber:innen gesichtet, berichtet Christian Buchen, der als CDU-Vizefraktionschef Mitglied der Fraktion war. Krallinger verfüge über langjährige Erfahrung und bringe einen sehr breiten Blick mit – auch aus der Perspektive der Immobilienwirtschaft. Sie habe ein Gespür für die Bedürfnisse privater Investoren und sei daher die richtige Geschäftsführerin für die nächste Phase auf Zanders, sagt Buchen.

Abitur am NCG, Studium in Dortmund, viele berufliche Stationen

Sie sei in Bergisch Gladbach aufgewachsen und habe das Abitur am NCG gemacht, erzählt die künftige ZEG-Chefin. Zu der Zeit war Zanders noch eine Papierfabrik, abgeschlossen hinter einer Mauer, und daher auch für Krallinger bis zu ihren Vorstellungsgesprächen ein unbekanntes Terrain.

Sie hatte in Dortmund Raumplanung mit dem Abschluss einer Diplom-Ingenieurin studiert. Später erwarb sie an einer privaten Akademie einen Titel als Immobilienökonomin. Bei ihrer Arbeit in der Immobilienbranche habe ihr Fokus immer auf der nachhaltigen Quartiers- und Stadtentwicklung gelegen, betont sie.

Seit 2017 hatte sie bei der Wohnkompanie NRW GmbH gearbeitet, seit 2022 als Ko-Niederlassungsleiterin in Köln. Zu ihre Projekten gehörte dort das 13 Hektar große Quartier „werk&wiese“ auf dem Gelände der ehemaligen Westdeutschen Steinzeugwerke in Euskirchen.

Wie auf dem Zanders-Areal entsteht dort ein gemischtes Quartier mit Wohnraum, Gewerbe, Einzelhandel und Gastronomie. Allerdings ist Zanders eine sehr viel größere Nummer. Hier sollen auf insgesamt 36 Hektar nicht nur 3000 Arbeitsplätze entstehen, sondern auch Wohnraum für 3000 Menschen, ein Bildungsschwerpunkt und öffentliche Einrichtungen.

Zudem war Krallinger am Projekt „Die Welle“ auf dem Gelände der Deutschen Welle in Köln-Marienburg und bei der Konversion von Kasernen beteiligt, hatte für Ordensgemeinschaften und Stiftungen gearbeitet. Dabei war sie bei Bauunternehmen, einer Bundesanstalt und einer Vermögensverwaltung angestellt.

Marcel Kreutz und Maike Krallinger, Foto: Thomas Merkenich

Auf große Ankündigungen für ihre neue Aufgabe verzichtet Krallinger. Sie sei sich der Größe der Aufgabe bewusst, könne aber auf ein starkes Team aufbauen, betont sie. Nach ihrem Amtsantritt am 1. August wollen sie zunächst „viel Wissen abgreifen“ und dann mit dem Team die bestehenden Planungen optimieren konkretisieren und Schritt für Schritt umsetzen.

Zur Sache: Grundlagenarbeit und erste Projekte

Nach wie vor ist die ZEG mit grundlegenden Studien und Plänen für das Gesamtgelände beschäfigt, das zunächst mit Wasser, Strom und Wärme versorgt werden muss. Parallel dazu werden einzelne öffentliche Projekte voran getrieben: Der Gleispark ist eröffnet worden, das sogenannte Museum, der Kalandersaal und die Atelieretage werden für künstlerische Aktivitäten genutzt, der Umzug der Stadtbücherei und Teile der Berufsschulen sowie der Umbau der Zentralwerkstatt zum Begegnungszetrum sind geplant.

Für private Investments gab es erste Markterkundungen. Zunächst sollen große historischen Gebäude im Zentrum des Areals „Z-Ensemble“ von Anbauten befreit und angeboten werden. Bereiche, die an die untere Hauptstraße angrenzen, sollen vor dort erschlossen werden. Der gesamte Projektzeitrum reicht bis in das Jahr 2050. Details zu den einzelnen Bausteinen finden Sie in den Beiträge, die wir unten auflisten.

Bevor sie in die konkrete Vermarktung einzelner Teilbereiche einsteigen können, so Krallinger, müsse „das Produkt“ möglichst gut vorbereitet und beschrieben, Baurecht und Erschließung wenigstens absehbar sei: „Erst dann habe ich etwas in der Hand, was ich anbieten kann.“

Maike Krallinger und Udo Krause. Foto: Thomas Merkenich

Das Team der ZEG umfasst mittlerweile sieben Personen, im Herbst komme eine weiter hinzu, berichtet der kommissarische Geschäftsführer Udo Krause. Die Aufgaben rund um Zanders sind allerdings bei weitem nicht komplett in die stadteigene Gesellschaft ausgelagert worden: in der Stabsstelle beim Bürgermeister kümmern sich zehn Personen um das Thema, die Aufgaben des Liegenschaftsmanagements werden im Fachbereich Immobilien von weiteren 15 Mitarbeiter:innen erledigt. Allerdings gibt es auch Abstriche: die Pförtner gehen nach und nach in den Ruhestand und werden nicht mehr ersetzt.


Entdecken Sie das Zanders-Areal aus der Luft und am Boden

Ein Doppelklick öffnet und schließt die volle Ansicht, mit der besten Wirkung auf einem größeren Bildschirm, auf dem Handy im Querformat. Sie können über die blauen Punkte und die Navigation oben verschiedene Perspektiven ansteuern. Sie können die Ansicht drehen, Details heranzoomen. Hinter den roten Symbolen finden Sie Texte, historische und aktuelle Fotos. Manche Infos sind ein wenig versteckt. Gute Entdeckungsreise!

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.