Wilfried Förster. Foto: FWG

Die FWG reagiert auf eine Positionierung von Grünen und SPD zur Entwicklung des Zanders-Areals – und widerspricht. Nach sechs Jahren seien die Diskussionen abgeschlossen, nun müssten endlich konkrete Maßnahme folgen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der FWG

Seit über sechs Jahren wird über die Entwicklung des Zanders-Geländes diskutiert, ohne dass im Kern etwas wirklich Greifbares geschieht, sehen wir von der Gleisparkgestaltung oder der Öffnung des Geländes einmal ab. Dabei sind die politischen Beschlüsse längst gefallen. Wohnen und Wohnen nicht beeinträchtigendes Gewerbe sollen in gleichem Maße angesiedelt werden. Die Diskussionen dazu sind weitgehend abgeschlossen.

Nun ein weiteres Positionspapier von Rot/Grün. 

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In einem Positionspapier beziehen die Fraktionen der Grünen und der SPD Stellung zur Konversion des Zanders-Areals. Bei der Umwandlung in ein Stadtquartier gebe es viele Zielkonflikte, die man transparent machen müsse. Fehler der konventionellen Stadtplanung dürften nicht wiederholt werden, daher stellen Grüne und SPD eigene Leitplanken auf.

Wilfried Förster (FWG), sachkundiger Bürger im Stadtplanungsausschuss: „Wir erkennen darin nichts Neues, sondern lediglich eine Wiederholung altbekannter Thesen, für die es keine neuen Realisierungsvorschläge gibt.“

Ein krampfhaftes Festhalten an architektonisch wie bautechnisch zweifelhaften und nicht schützenswerten Gebäuden verzögert eine Entwicklung ebenso wie das Festhalten an der Vorstellung, weitgehend auf motorisierten Verkehr verzichten zu können. Wenn auf Zanders Gewerbe oder Dienstleister angesiedelt werden, gibt es Zulieferer, Kunden, Patienten, Mitarbeitende. Wenn Wohnungen entstehen, gibt es Besucher und Lieferdienste, Handwerker. Wenn ein überregionales Berufsschulzentrum entsteht, gibt es Auszubildende und Lehrkräfte, die es anfahren.

Die Erfahrungen mit der vergleichbaren Situation in der Bahnstadt Opladen machen dies trotz noch besserer Erreichbarkeit der Bahn und des Regionalverkehrs deutlich. Auch dort hat man im Übrigen eine nutzeradäquate Stellplatzregelung nicht aufgegeben.

Der Stillstand auf Zanders, der die Stadt mit Millionen an Unterhaltungskosten belastet, darf nicht weiter manifestiert werden. Unsere Finanzlage gibt das überhaupt nicht her. Bürgerinnen und Bürger haben kein Verständnis für eine erneut entfachte Grundsatzdiskussion und erwarten, dass das Gelände sechs Jahre nach Erwerb durch die Stadt endlich mit konkreten Maßnahmen entwickelt wird. Die politischen Beschlüsse dazu sind längst gefallen.

Die FWG sieht das Zanders-Gelände weiterhin als Chance, finanzierbaren Wohnungsbau zu realisieren. Dies kann gerade hier mit dem Gebäudetyp E schnell erreicht werden. Die Leitlinien für ein solches vereinfachtes Bauen liegen inzwischen vor. Wichtig bleibt für die FWG aber auch hier eine sozialverträgliche und architektonisch reizvolle Durchmischung der Wohntypen, um unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzer Rechnung tragen zu können.

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Die angestrebte Urbanität bedeutet zudem keineswegs bauliche Enge. Gerade die Gladbacher Innenstadt benötigt Beschattung, Freiflächen, Baumpflanzungen, um so mehr als die Entwässerung des Zandersgeländes vorrangig auf dem Grundstück selbst stattfinden muss. Versiegelungen wie sie sowohl in Bensberg als auch in Gladbach stattgefunden haben, müssen hier auf jeden Fall vermieden werden.

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  1. Endlose Debatten statt spürbarer Fortschritte auf dem Zanders-GeländeSeit Jahren wird über die Zukunft des Zanders-Areals in Bergisch Gladbach geredet, geplant und geschrieben. Doch wenn man als Bürger das Geschehen aus der Distanz betrachtet, bleibt am Ende vor allem eines zurück: tiefe Ernüchterung.Es entsteht immer mehr der Eindruck, dass die politisch und administrativ Verantwortlichen mit der schieren Dimension dieser Aufgabe schlichtweg überfordert sind. Sobald sich neue Herausforderungen stellen, verfällt man in den altbekannten Trott aus bürokratischen Schleifen, neuen Gutachten und vertagten Entscheidungen. Das Vorgehen der Verantwortlichen wirkt auf viele Bürger mittlerweile leider nur noch jämmerlich und mutlos.Große Visionen für ein lebendiges Quartier wurden angekündigt, doch die Realität besteht aus Stillstand und Konzeptlosigkeit. Was Bergisch Gladbach jetzt braucht, ist kein weiteres “Prüfen und Abwarten”, sondern eine fähige, entschlossene Führung, die dieses Jahrhundertprojekt endlich anpackt, anstatt sich von den eigenen Aufgaben überrollen zu lassen. Die Geduld der Bürgerinnen und Bürger ist ziemlich erschöpft.

    1. Sehr geehrter Herr Smith,
      ich kann Ihren Unmut verstehen und auch wir von der FWG Bergisch Gladbach sehen das große Problem darin, dass kein Mut in diesem Bereich vorzufinden ist. Deswegen plädieren für zwei bis drei Leuchtturmprojekte, damit endlich Initiative auf das Zanders-Areal kommt.
      Liebe Grüße
      Ihr Willy F. Bartz
      Zweiter Vorsitzender der FWG Bergisch Gladbach e.V.

    2. absolut.
      .nur leider sind Ihre Worte auch auf GL Gesamt zu betrachten,
      in sämtliche Belangen dürfen wir: ‘prüfen und streichen, und umplanen, …’ beobachten.
      Dauerschleifen.
      tiefe Ernüchterung
      trifft es schmerzhaft

      1. Sehr geehrte Frau Mia,
        ich weiß, was Sie meinen und verstehe dies auch total. Betrachten wir einfach mal, dass in den letzten vier Jahrzehnten die Innenstädte von Bergisch Gladbach und Bensberg mindestens zweimal neu gestaltet worden, während andere Stadtteile, wie z.B. Gronau, seit Jahrzehnten vernachlässigt wird.
        Oder die mittlerweile halb intakte Infrastruktur sowie deren neuen Anforderungen. Es gab in Bergisch Gladbach fast drei Jahrzehnte Stillstand in den relevanten Bereichen und im Bereich Schulen sehen wir diesen Stillstand am deutlichsten, weswegen unter BM Stein dort so viel investiert werden musste, dass es mir als damaliges Ausschussmitglied schwindelig wurde, über welche Summen wir entscheiden mussten.
        Wir müssen in Bergisch Gladbach mehr wagen anstatt immer wieder irgendwelche Konzepte vorzulegen, wie es jetzt hier mit diesem Papier von SPD und Grünen deutlich zu Tage tritt; ein Papier, fast drei bis fünf Jahre zu spät kommt.
        Liebe Grüße
        Ihr Willy F. Bartz
        Zweiter Vorsitzender der FWG Bergisch Gladbach e.V.

  2. Hallo Herr Förster, haben Sie unser Papier wirklich gelesen? Ich habe da leider erhebliche Zweifel, auch was die Bewertung dessen angeht, was schon beschlossen wurde und was nun ansteht.

    Es geht nicht um eine “erneut entfachte Grundsatzdiskussion”.

    Wie ist denn die Position der FWG zu Erbbaurecht, Konzeptvergabe und geförderten Wohnraum? Das sind die Punkte, die offen sind und die wir nun dringend klären müssen. Und zwar am Besten in Rückkopplung mit vielen Akteuren der Zivilgesellschaft. Das Zanders Quartier ist unsere Chance auf die Gestaltung eines urbanen, bunt gemischten, nachhaltigen Viertels.

    Die Finanzsituation der Stadt (die ohne Frage dramatisch ist) sollte uns gerade hier nicht zu kurzsichtigen Entscheidungen drängen und alleine pekuniäre Aspekte bei der Vermarktung des Geländes zu Grunde legen. Seelenlose Höchstpreis-Investoren-Architektur haben wir genug.

    1. Liebe Theresia, ich habe mal gelernt, dass man niemals eine politische Diskussion beginnen sollte, indem man indirekt der anderen Meinung sagt, dass diese ein gewisses Papier nicht gelesen, eine gewisse Sachlage nicht verstanden habe.

      Wenn ich dieses Grundsatzpapier lese, sehe ich folgende Aspekte auftauchen:
      – klimaneutrale und ressourcenschonende Stadtentwicklung
      – Erhalt bestehender Gebäude statt unnötigem Abriss
      – mindestens 30 % geförderter und 30 % preisgedämpfter Wohnungsbau
      – Grundstücke überwiegend im Erbbaurecht vergeben
      – autoarmes Quartier mit Vorrang für Umweltverbund
      – urbanes Mischquartier mit kurzen Wegen
      – Konzeptvergaben statt Höchstpreisverfahren
      – langfristige kommunale Wertschöpfung statt kurzfristiger Grundstücksverkäufe
      – Nachhaltigkeit als Verbindung von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Zielen
      – Stadtentwicklung als Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und demokratischer Stabilität

      Ich denke, mit diesen Schlagwörtern habe ich all das zusammengefasst, was gefordert wird, oder?

      Auf die Frage zu kommen, wie wir über Erbbaurecht, also Erbpacht, über Konzeptvergabe und geförderten Wohnraum denken, werde ich mal meine bescheidene Meinung abgeben.

      Wir können gerne über Erbbaurecht bzw. Erbpacht diskutieren. Ich sehe darin kein Problem, außer dass dann, wie es üblich ist, das errichtete Gebäude nach der Pachtzeit an die Stadt automatisch fällt. Hier befürworte ich, dass verträglich geregelt wird, dass die Stadt, wenn die Pachtzeit endet und nicht verlängert wird, die Stadt eine ökonomische Kompensation durchführt.

      Konzeptvergabe ist immer so ein lustiger Begriff in der Stadtgeographie. Wenn ich aber mal die Praxis schaue, so haben die Grünen damals in Freiburg-Vaubau gesagt “Wir machen das alte Gelände komplett platt und dann erst kommt die Konzeptvergabe.”

      Auf Zanders stehen zig alte Gebäude herum und als Historiker sehe ich darin ein gewisses historisches Zeugnis, aber seien wir ehrlich: diese Gebäude gehören abgerissen, damit wir Konzepte, die uns eingereicht werden, vergeben können.

      Und vor allem sollten wir über den weißen Elefanten sprechen, der unter Zanders verborgen liegt: die subterranische Infrastruktur, die kaum dokumentiert ist.

      Und zu guter letzt der geförderte Wohnraum: Wie viel kostest der Bau eines Quadratmeter? Aufgrund der Auflage mittlerweile zwischen 5.000 bis 8.000 €. Wie viel wollen Sie fördern und mit welchen Mitteln? Wie wollen wir sozialen Wohnungsraum schaffen, wenn die kommunale Finanzlage so ist, wie sie ist?

      Wenn es nach mir ginge, würde ich das Prinzip der Sozialbrache verwenden, d.h. 1,5 % der Wohnfläche müsste die Stadt selbst als Wohnraum vermieten und verwalten.

      Aber, um auf Zanders zurück zu kommen, ist es doch so, dass, wenn wir so weiter machen, wir nur Unterhaltungskosten für das Zanders-Areal zahlen werden.

      Liebe Grüße
      dein Willy F. Bartz
      Zweiter Vorsitzender der FWG Bergisch Gladbach e.V.

      1. Den Pessimismus in Ihren Ausführungen kann ich nicht mitvollziehen, Herr Bartz. Dass es bei solchen Megaprojekten nun Feinplanungen und innerhalb dieser individuelle Maßstabssetzungen geben muss, ist vor allem der Realität geschuldet. Diesen nun zu widersprechen, hat doch genau den bremsenden Charakter, welchen Sie den verantwortlichen Parteien vorwerfen. Selbstverständlich können Sie alles im KleinKlein auch zur Diskussion stellen, förderlich erscheint es mir jedoch nicht und vertrauensbildend schon mal gar nicht.
        MfG Dieter Richter, ein überaus interessierter Bürger ohne Parteihintergrund

      2. Lieber Herr Richter,
        genau dieses KLEINKLEIN wollen wir von der FWG gar nicht, sondern wir wollen zwei oder drei Leuchtturmprojekte auf Zanders, die dann die weitere Entwicklung fördern.
        Das Positionspapier von SPD und Grünen symbolisiert diese Kleinteiligkeit und im Grunde wirft es uns drei bis fünf Jahre zurück.
        Liebe Grüße
        Ihr Willy F. Bartz
        Zweiter Vorsitzender der FWG Bergisch Gladbach e.V.