Foto: Thomas Merkenich

Die Stadt Bergisch Gladbach hat relativ früh einen Hitzeaktionsplan aufgestellt, für einen echten Umbau der Stadt fehlen aber Geld und Leute. Gegen die Versiegelung von immer mehr privaten Flächen kommt die Verwaltung ohnehin nicht an und konzentriert sich auf kleine Schritte. Für die Innenstadt hat der zuständige Beigeordnete Ragnar Migenda eine Vision mit viel Potenzial.

Wer in diesen Tagen auf Bergisch Gladbachs Straßen und Plätzen unterwegs ist, landet oft in einer glühenden Steinwüste. Der Konrad-Adenauer-Platz, die Fußgängerzonen in der Innenstadt, in Bensberg und Refrath sind weitgehend zugepflastert. In den Wohngebieten sieht es noch schlimmer aus: Vorgärten und Einfahrten werden zu betonierten Parkflächen, die Grundstücke mit steingefüllten Gabionen oder Zäunen mit dunklen Folien abgesperrt.

Dabei wissen es nicht nur Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Politik und Verwaltung besser: Der von den Klimamangerinnen Jana Latschan und Heike Behrend erarbeitete Hitzeaktionsplan wurde im März 2024 einstimmig verabschiedet und sagte voraus, dass auch in Bergisch Gladbach die Zahl der sehr heißen Tage und Tropennächte steigen wird. Neben einer detaillierten Analyse enthält der Plan viele konkrete Vorschläge.

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Zum Beispiel für die Innenstadt. Hier könnten die zahlreichen Flachdächer und Fassaden begrünt werden, die Parkplätze Rasengittersteine erhalten und durch Bäume beschattet und die Fußgängerzone mit Dachkonstruktion aufgewertet werden. Brunnen, Wasserspiele, Sprühnebelanlage und Sitzgruppen im Schatten könnten die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen. Die gefühlte Temperatur könnte so um bis zu fünf Grad reduziert werden.

18 kleine bis große mögliche Maßnahmen stellt der Hitzeaktionsplan ausführlich vor – doch davon ist bislang nur wenig umgesetzt worden. Die Klimaschutzmanagerinnen haben die Stadt längst verlassen, es fehlt der Stadt an Personal und immer stärker an Geld.

Sinnbild für den gefühlten Stillstand ist der große Brunnen auf dem Konrad-Adenauer-Platz, der immer noch stillsteht, weil es der Stadt bislang nicht gelungen ist, einen geeigneten Fachbetrieb mit der Reparatur des sogenannten „Waffeleisens“ zu beauftragen.

Aus grauer Vorzeit: Der Papierschöpfer-Brunnen vor dem Rathaus während eines Regenschauers in voller Aktion. Foto (Archiv): Klaus Hansen

„Bei weitem nicht ausreichend“

Gefragt nach ersten Erfolgen verweist die Stadtverwaltung auf die „Karte kühler Orte“ und „erste öffentliche Trinkwasserangebote“. Die Karte ist neu, die meisten der (relativ wenigen) kühlen Orte gibt es schon immer. Eine Anmietung weiterer Räume durch die Stadt ist aus finanziellen Gründen nicht drin. Auch die insgesamt zwei (!) Trinkwasserbrunnen (am S-Bahnhof und am Emilienbrunnen) sind nicht neu.

Im Detail: Was die Stadt umgesetzt hat

Folgende Maßnahmen nennt die Stadtverwaltung:

  • Die Stabsstelle Wärmeplanung, Klimaschutz- und -anpassung bietet verschiedene Veranstaltungen zum Thema Hitze und Hitzeschutz an, u.a. Hitzeaktionstag, Digitaltag. Sie ist beim Seniorenstammtisch, der Seniorenkulturwoche und den Bergischen Bautagen präsent.
  • Die Karte Kühler Orte wird kontinuierlich ausgebaut und neue temporäre kühle Orte hinzugefügt. Es erfolgt den ganzen Sommer über eine Bewerbung im öffentlichen Raum.
  • Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes werden über die städtische Webseite und Social Media geteilt.
  • Vereinzelte Maßnahmen zum Beschatten und Begrünen.

Es sei absehbar, sagt der zuständige erste Beigeordnete Ragnar Migenda, „dass nicht alle Maßnahmen kurzfristig realisiert werden können und bei weitem nicht ausreichen werden“. Gerade für die wichtigen strukturellen Ansätze wie die Entsiegelung und Gebäudesanierung brauche man lange Abstimmungsprozesse und eine vorausschauende Finanzplanung.

Im Zusammenspiel mit den Privaten zeigen sich erste Erfolge. So hat die ISG Hauptstraße, in der die Immobilieneigentümer versammelt sind, die Fußgängerzone mit 16 großen Blumenkübeln und sechs sogenannten Citydecks ausgestattet – begrünte Sitzelemente, für 150.000 Euro für sechs Jahre angemietet und von Paten gepflegt.

Das Projekt der ISG, wenigstens an einer Stelle ein großes Sonnensegel über die Häuserschlucht zu spannen, scheiterte bislang, weil kaum jemand bereit ist, sein Gebäud für die Verankerung zur Verfügung zu stellen.

Wie gut eine Beschattung der Innenstadt tut, zeigt die „Grüne Ladenstraße“, in der (trotz einiger anderer Probleme) eine vielfältige Gastro-Szene floriert.

Das gilt in Teilen auch für die neue Schlossstraße. Hier wurden zwar viele, durchaus stattliche Bäume gepflanzt. Aber sie stehen auf der falschen Straßenseite und brauchen noch einige Jahre, um sich voll zu entfalten.

Ausgerechnet der „Solitärbaum“ an der Schlosstreppe verkümmert, der gesamte Bereich des neuen Stadtplatzes an der Treppe und das sehr gut angenommene Fontänenfeld vor der Schlossgalerie liegen in der gleißenden Sonne.

Der futuristische Spielplatz heizt sich so stark auf, dass die Stadt vor der Verbrennungsgefahr an den Geräten warnen musste. Ein Sonnensegel ließe sich hier nur mit sehr hohem Aufwand installieren, auf eine natürliche Beschattung durch einen Baum hatten die Planer von vornherein verzichtet.

Immerhin denkt die Stadt inzwischen bei größeren Straßenbauprojekten die Bäume mit. So wurde die Baumreihe an der Paffrather Straße geschützt und ergänzt und auch in der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße werden Bäume gepflanzt.

Ebenso soll die Laurentiusstraße im Herbst Bäume erhalten, die dafür vorgesehenen Grünflächen bepflanzt werden. Nicht bereits im Frühsommer, wie zunächst angekündigt, sondern erst im Herbst.

Vor das Rathaus kommen drei (perspektivisch) große Bäume. Dabei werden Baumsorten ausgesucht, die mit dem Standort in der Innenstadt und den steigenden Temperaturen klarkommen. Zudem erhalten sie nun ausreichend Wurzelraum und offene Flächen – damit sie nicht verkümmern wie in der Fußgängerzone.

Einige weitere Projekte hat die Stadtverwaltung in der Pipeline. Relativ konkret ist die „Installation mobiler Kühlelemente im öffentlichen Raum“, ein erster Pilottest soll noch in diesem Sommer stattfinden – dieser Sprühnebel an mehreren Orten installiert werden.

Einen Beitrag kann auch die laufende Sanierung der Straßen selbst liefern, denn dabei soll ein möglichst heller Asphalt verwendet werden. Wo immer möglich sollen Teilflächen entsiegelt werden.

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Das Ende der Schottergärten

Seit einiger Zeit steht immer wieder der Vorgarten im Fokus von Diskussionen über seine Gestaltung und Funktion. Wir betrachten den Vorgarten im historischen und aktuellen Kontext. Mit dem Ende der Schottergärten könnte jetzt ein neues Kapitel der Gartenkultur aufgeschlagen werden. (Bezahlter Beitrag)

Bei allen privaten Bauprojekten – und davon gibt es nun wieder deutlich mehr – drängt die Stadt die Investoren,  Flachdächer zu begrünen, Flächen nur so wenig wie möglich zu versiegeln, reflektierende und helle Farben zu wählen. Schottergärten, so die Stadt, müsse „noch energischer“ begegnet werden. Das gelte natürlich auch für die (Schul-)Bauprojekte – auch wenn man dabei noch oft hinter den eigenen Maßstäben zurückbleibe.

Gleichzeitig gibt es in der Stadtgesellschaft inzwischen viele Projekte, in denen Einrichtungen, Schulen oder Vereine sich für mehr Grün stark machen, viele Beispiele dafür liefert die Bürgerportal-Serie #MehrGrün.

Klimaanlage für das neue Stadthaus

Wie schlecht nicht nur die Krankenhäuser, sondern auch die Schulgebäude auf die Hitze eingerichtet sind, hatten wir bereits berichtet. Nach dem Fiasko mit den „Sofortschulen“ in Hebborn und Refrath, die in Hitzeperioden aufgrund fehlender Lüftungsanlagen nicht genutzt werden können, sollen die nun folgenden neuen Gebäude aber entsprechend ausgestattet werden.

Bei den eigenen Verwaltungsgebäuden der Stadt sieht es (noch) nicht viel besser aus. Klimatisiert sind nur die IT-Serverräume. Wo die meisten Menschen arbeiten, in den beiden Rathäusern, im Gustav-Lübbe-Haus und den alten Stadthäusern, gibt es keine Kühlanlagen und nur schlechte Dämmungen. Dagegen soll das neue Stadthaus, das sanierte ehemalige AOK-Gebäude an der Bensberger Straße, eine solar-betriebene Klimaanlage erhalten.

Die Rückseite der Fußgängerzone zur Gohrsmühle. Foto (Archiv): Thomas Merkenich

Herausforderungen für Stadtentwicklung

Wichtige Beiträge kann und muss die Stadtentwicklung liefern. Zum Beispiel bei der Frage, wie das Gelände der alten Stadthäuser künftig genutzt wird. Oder ob und wie die sogenannten Stadtkanten, die „Parkplätze des Grauens“ entlang der Gohrsmühle neu gestaltet werden. Und natürlich bei der Konversion des bislang hochversiegelten Zanders-Geländes – das immerhin bereits einen Gleispark erhalten hat. Unter anderem soll dort die Strunde weitgehend freigelegt werden.

Das zeigt, dass die Klimaanpassung ein Querschnittsthema ist, um das sich viele Bereiche der Stadtverwaltung (auch) kümmern müssen. Immerhin sind im Winter zwei Stellen in den Fachbereichen Stadtgrün und Hochbau mit der Ausrichtung Klimaanpassung besetzt worden. In der zentralen Stabsstelle Wärmeplanung, Klimaschutz und -anpassung sind derzeit drei Personen mit dem Thema beauftragt. Sie arbeiten allerdings in Teilzeit und müssen sich auch um andere Aufgaben kümmern.

Unter dem Strich, bilanziert der Beigeordnete Migenda, reichten die bisherigen Bemühungen der Verwaltung und der privaten Hand nicht annähernd aus, um den zunehmend beschleunigt auftretenden klimatischen Veränderungen Paroli bieten zu können. Daher müssten die Anstrengungen besser abgestimmt und deutlich intensiviert werden.

Woher das Geld in Zeiten extrem knapper Kassen kommen soll? Durch eine „Umpriorisierung von Aufgabenschwerpunkten“. Im Klartext: dafür muss es an anderer Stelle Abstriche geben.

Was von den 100 Mrd. Euro in GL ankommt

Die Bundesregierung verweist aktuell auf die 100 Mrd. Euro, die vom Bund für Länder und Kommunen im Sondervermögen für Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen sind – damit könnten die Städte Klimaanlagen und andere Maßnahmen gegen die Hitze finanzieren. Laut Kämmerei kommen bei der Stadt Bergisch Gladbach davon 45 Millionen Euro, verteilt auf 12 Jahre. Laut Gesetz sollen dafür 20 Prozent für Liegenschaften, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung ausgegeben werden. Das wären 750.000 Euro pro Jahr.

Wie das Geld konkret eingesetzt werden soll, will die Verwaltung im Laufe des Jahres dem Stadtrat zum Beschluss vorlegen.

Testballon für eine klimafreundliche Fußgängerzone

Ein neues großes Projekt bringt Migenda jetzt erstmals in die Diskussion ein; noch sehr vorläufig als „Vision“. Die Notwendigkeit, die Pflasterung der Fußgängerzone in nächster Zeit erneuern zu müssen, sehe er als große Chance.

Denn da das falsch verlegte und schwer beschädigte Pflaster ohnehin komplett erneuert werden muss, könne man dabei deutlich mehr Fläche entsiegeln, Wasserflächen einplanen und besser geeignete Bäume pflanzen. Mehr blau-grüne Infrastruktur, mehr Schwammstadt, so die Schlagmühle.

In einem ersten Schritt soll die in Auflösung befindliche Pflasterung der Buchmühle ausgebessert worden. Dazu hatte Migenda vorgeschlagen, aus Kostengründen die eigentliche Fahrbahn zu asphaltieren und nur die Randbereiche neu zu pflastern – wie bereits in der Gartenstraße und der unteren Schlossstraße geschehen. Das sollte eigentlich schon im Sommer oder Herbst angegangen werden, verzögert sich aber, weil der Stadtrat der Verwaltung dazu einige Prüfaufträge auferlegt hatte.

Sehr viel Entsiegelung sei an dieser Stelle nicht möglich, im engen Bereich zwischen der Kreuzung zur Hauptstraße, der offen gelegten Strunde und der VHS. Dennoch versteht Migenda diese Maßnahme als Testballon – um zu untersuchen, was möglich ist. Nicht nur für die Fußgängerzone selbst, sondern auch für den weitgehend versiegelten Forum-Park.

Dass das nicht einfach wird, ist Migenda klar. Denn wie immer lauern im Untergrund viele Leitungen, Rohre und andere Überraschungen. Und an der Oberfläche gibt es viele Nutzungskonflikte, weil diese Flächen ja auch für den Markt und seine Beschicker, für die Kirmes und das Stadtfest zur Verfügung stehen müssen.

Aber auch sie alle können mehr Schatten, mehr Wasser und weniger Hitze gut gebrauchen. Grundsätzlich, so der Eindruck Migendas, seien die Geschäftsinhaber in der Innenstadt für eine klimafreundliche Umgestaltung der Hauptstraße offen.

Im nächsten Schritt müsse man nun mit einem Planungsbüro eine Vision entwickeln und optisch darstellen – um dann damit in eine breit angelegte öffentliche Debatte zu gehen.


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Dokumentation

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Nachträgliche Entsiegelung ist aufwendig und teuer. Umso mehr wundert es mich, dass das Thema “Hitzevorsorge” bei Neuplanungen bisher keine Rolle zu spielen scheint.
    Bestes Beispiel ist die Schloßstraße: Wenn schon viel Geld in die Rundum-Erneuerung gesteckt wird – warum dann nicht mehr Grün statt Grau? So schön das neue Pflaster auch sein mag, bleibt es doch eine riesige Steinwüste. Vorher war die Straße grüner.

    Auch der neue Zanders-Park ist zum Großteil asphaltiert – und aus Angst vor den Altlasten im Untergrund dürfte das so bleiben. So konnte er zwar schnell eröffnet werden, ist aber im Sommer glühend heiß und damit faktisch nicht nutzbar. Die geplante Freilegung der Strunde ist ein Hoffnungsschimmer, abert wie lange wird das dauern?

    Der Forumpark ist ein anderes Thema. Brauchen die (seltenen) Veranstaltungen wirklich so viel gepflasterte Fläche? Und ließe sich vielleicht eine Verbindung mit dem gegenüberliegenden Quirlsberg-Park schaffen – der sehr schön, aber kaum erschlossen ist? Eine breite, begrünte Brücke über die Schnabelsmühle wäre ein Traum…!

    (PS. Diesem Artikel hätte ein Korrekturlesen gutgetan…;-)

  2. Schon in der 2. Hälfte der 80er Jahre hatten die Grünen Anträge auf Entsiegelung gestellt. Sie wurden ausgelacht oder die Anträge wanderten mit dem Beschluss „wird an die Verwaltung verwiesen“ direkt in den Papierkorb. Im Stadtrat übrigens damals auch Wolfgang Bosbach.

    Seitdem sind hunderte Hektar versicherbarer Boden weiter betoniert und versiegelt worden.

    Auf meine Frage bei einer Veranstaltung an eine Klimamanagerin der Stadt, ob sie auch nur (!) EIN Beispiel FÜR ENTSIEGELUNG kenne, schüttelte sie den Kopf.
    Die versiegelten Flächen heizen nicht nur tagsüber bis 10 Grad mehr auf, sondern strahlen die Wärme nachts ja auch zurück.

    1. Bitte mehr Bänke (unter Naturschatten /Bäumen), was ja eine sehr übersichtliche Investition wäre und schnell umzusetzen.
      In Aalen und anderen Städten werden sogenannte KLIMASTEINE eingesetzt. Diese Steine ermöglichen die natürliche Versickerung und Verdunstung von Regenwasser. Sie kühlen die Umgebungstemperatur an heißen Tagen und wirken so der städtischen Überhitzung entgegen.

  3. Ja, der Forumpark muss dringend entsiegelt werden. Die große Platane im vorderen Bereich sieht ziemlich kläglich aus. Für alle Menschen, die nicht das Privileg haben, in einem Haus mit Garten zu wohnen, ist ein grüner Park ein wichtiger Ausgleich. Vielleicht könnten auch an der Haltestelle Markt die Bäume nachgepflanzt werden, die vor einigen Jahren aus irgendeinem “wichtigen” Grund entfernt wurden.
    Natürlich ist auch jede Privatperson oder jedes Unternehmen aufgefordert, seine Flächen zu entsiegeln. Markus Bollen hatte ja schon auf dem Wettbewerb “Abpflastern” hingewiesen. Leider ist für Bergisch Gladbach noch kein Eintrag vorhanden.

  4. Das hätte man sich alles sparen können, wenn man etwas mehr Weitblick in der Vergangenheit bewiesen hätte, denn all das, was man in den “Maßnahmen” vorschlägt, war schon vorhanden. Aber man musste ja unbedingt die Millionen der Regionale für ein Prestigeobjekt eines einzelnen, ehemaligen Bürgernmeisters verwenden. Man zerstörte die vorhandenen Brunnen, fällte die stehenden, großen Bäume und ersetzte das kühlende Kopfsteinpflaster, welches sich nicht so stark aufheizt gegen Grauwacke. Wofür?
    Damit man die Kehrmaschinen nach dem Karnevalszug besser nutzt? Das Kopfsteinpflaster entfernt, weil die Pumps der Damen Schaden nehmen könnten (die gehen heutzutage übrigens meist mit Sneakern durch die Strassen)? Die Kaugummis besser entfernt werden können, die heute zu Tausenden überall auf der ach so schönen Grauwacke kleben?
    Welch ein unsäglicher Schwachsinn und alle die sich dagegen wehrten, wurden als ewig gestrige und Fortschrittsbremsen diffamiert. Im Forumpark wurden die großen Kastanien gefällt, der offene Brunnen beseitigt, damit man eine Stellfläche fürs Karussell hat, welches 2x / Jahr aufgebaut wird? Ich erinnere mich gut daran wie die Kinder den Brunnen nutzten um sich im Wasser abzukühlen und zu spielen, alles kaputt.
    Undjetzt wieder Millionen ausgeben um einen Zusatnd wiederhetrzustellen der schon da war und zwar besser, weil eingewachsen.
    Selber schuld.

  5. Ich möchte einen Tipp zum pflanzen von Bäumen geben:
    Angesichts des nicht zu leugnendem Klimawandels, empfehle ich Stadt und Privatleuten Feigenbäume ( Ficus Carica). Es gibt mittlerweile sehr viele Sorten , die auch hier prima wachsen. Sie sind genügsam, müssen nicht gedüngt werden und kommen mit wenig Wasser aus.
    Man kann sie als Strauch oder auch als Baum erziehen.
    Als Beispiel kann man sich den großen Strauch links vom Rathaus in Bergisch Gladbach ansehen.

  6. “Ein Sonnensegel ließe sich hier nur mit sehr hohem Aufwand installieren, auf eine natürlich Beschattung durch einen Baum hatten die Planer verzichtet.”

    Na klar. Warum sollte die Planer auch an soetwas wie den Klimawandel denken? Den kennt man ja erst seit den 90er Jahren. Das ist genau wie mit diesem Internet. Für deutsche Politiker und Beamte alles noch #neuland.

    Man kann sich echt manchmal nur noch an den Kopf greifen, wie mit unseren Steuergeldern umgegangen wird. Da hat man die Chance im Jahr 2026 alles neu zu gestalten und dann kommt so ein Murks dabei raus. Klar steckt der Teufel oft im Detail, aber so grobe Planungsfehler? Muss das sein? Wozu haben wir die ganzen Gesetze, Verordnungen und Normen, wenn am Ende die primitivsten Dinge übersehen werden? Für mich eine Bestätigung, dass man mal wirklich diesen Wust an Regulierung auf 50% oder weniger reduzieren müsste. Offensichtlich liest es ja sowieso niemand mehr und am Ende sehen die Entscheider den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und die ganz wichtigen Punkte bleiben unberücksichtigt.

  7. Jetzt frage ich mich warum! Ja klar kann alles verbessert werden, ist das dringend notwendig? Sieht nicht so aus bei 84%
    In einem deutschlandweiten Ranking der Berliner Morgenpost zur Grünflächenverteilung belegt Bergisch Gladbach mit einem Anteil von 84,0 % an bewachsenen Flächen einen hervorragenden dritten Platz. Die Kreisstadt liegt damit im bundesweiten Großstädtevergleich direkt hinter Siegen (85,8 %) und Göttingen (84,5 %).

    1. Wie wurde denn da gewichtet? Wenn einfach nur alles Grün auf dem Stadtgebiet gezählt wird, steht GL mit seinen Waldflächen und landwirtschaftlich genutzten Arealen natürlich gut da. Hilft aber nichts, wenn die Innenstadtlagen weitgehend betoniert, asphaltiert und gepflastert sind.

  8. Weil es viele Fehlplanungen in der Stadt zu beklagen gibt, beschränke ich mich auf Teile der Innenstadt von Bergisch Gladbach.

    Die besondere Fehlplanung: Außer dem falschen, schlecht verlegten Plaster (das jetzt nach 15 Jahren ausgewechselt werden soll) und den missglückten – und ungepflegten –Mülleimern zwischen (!) einigen Bänken gibt es eine ganz besondere Fehlplanung.

    Bäume: Sie stehen auf der Hauptstraße zwischen Poststraße und Konrad-Adenauer-Platz der falschen Seite – im Schatten der Häuser der Südseite und spenden sich so selbst Schatten, während auf der Nordseite der Straße die Sonne ungehindert auf Pflaster und Hauswände scheint. Diese Fehlplanung setzt sich in der Hauptstraße vom Konrad-Adenauer-Platz bis zur Odenthaler Straße konsequent fort.

    Baumscheiben: Es hat rund 15 Jahre gedauert, bis die viel zu kleinen Baumscheiben schwächelnder Bäume geschmackvoll mit Felsbrocken aus dem Bergischen vergrößert worden sind. Es wurde notwendig, weil die Wurzeln der geplagten Bäume das Pflaster hochdrückten. Eine Stadt im Aufbruch.

    Parkplätze: In der Innenstadt gibt es rund 2.500 Parkplätze im öffentlichen Raum und in Parkhäusern. Die Lebensqualität einer Stadt zeichnet sich nicht durch betonierte oder gepflasterte Parkplätze (ohne viel Schatten) aus. Die kleinkarierte Einteilung der Parkmöglichkeiten an der Hauptstraßenrückseite vom Trotzenburgplatz an der Gohrsmühle bis zum Stadthaus: Leitplanken, Pfosten, Ketten, Seile, Schilder– jedes Unternehmen hat „seine“ ungepflegten Plätze gegen unerwünschte Parkplatzsuchende abgegrenzt.

    Stadtbild: Stattdessen könnte hier eine einheitliche Parkraumgestaltung mit viel Grün am Boden und stattlichen Bäumen für ein zukunftsorientiertes Stadtbild sorgen. Mit einer vernünftigen kostenpflichtigen Bewirtschaftung.

    Platzbedarf: Natürlich braucht es Flächen für Kirmes und Stadtfeste. Aber warum müssen bei einem Stadtfest alle möglichen Automarken und -modelle auf der Hauptstraße aufgestellt werden? Sind potentielle Autokäuferinnen und/oder Autokäufer so uninformiert über mögliche Modelle? Finden sie – wenn sie auf der Suche sind – keine Informationen im Internet, auf den Herstellerseiten, in Annoncen, in den zahlreichen Autohäusern? Jetzt wird die Fußgängerzone vollgestellt mit Automodellen. Wieviel schöner wäre dort eine echte Flaniermeile mit kleinteiligen Marktständen, Kinderkarussellen, Außengastronomie als Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger.

  9. @: Gerade für die wichtigen strukturellen Ansätze wie die Entsiegelung und Gebäudesanierung brauche man lange Abstimmungsprozesse und eine vorausschauende Finanzplanung.

    — seit März 2024 — demnach seit 2 Jahren und über 4 Monaten . jow, lassen wir warten .

    @: Der futuristische Spielplatz heizt sich so starke auf, dass die Stadt bereits vor der Verbrennungsgefahr an den Geräten warnen musste. Ein Sonnensegel ließe sich hier nur mit sehr hohem Aufwand installieren, auf eine natürlich Beschattung durch einen Baum hatten die Planer verzichtet.

    — was willst du, kannst du – dazu noch sagen/schreiben
    “hatten die Planer verzichtet” –
    WEIL???
    saßen die gerade gemütlich im klimatisierten Büro, waren lange nicht mehr auf Spielplätzen unter freiem Himmel

    die Idee (endlich) wieder Grün und Wasser in die Stadt, die Fussgängerzone zu bringen . ist doch schon mal sehr gut!!
    stellt sich die Frage, wie viele Jahre diese Planung und Finanzierung (erneut) auf Umsetzung wird warten müssen

    traurig, echt, sehenden Auges und wider besserem Wissen – so zu handeln – ääämmm auszusitzen ..

    _ Unter dem Strich, bilanziert der Beigeordnete Migenda, reichten die bisherigen Bemühungen der Verwaltung und der privaten Hand nicht annähernd aus, um den zunehmend beschleunigt auftretenden klimatischen Veränderungen Paroli bieten zu können. Daher müssten die Anstrengung besser abgestimmt und deutlich intensiviert werden.

    Woher das Geld in Zeiten extrem knapper Kassen kommen soll? Durch eine „Umpriorisierung von Aufgabenschwerpunkten“. Im Klartext: dafür muss es an anderer Stelle Abstriche geben. _
    _ Im nächsten Schritt müsse man nun mit einem Planungsbüro eine Vision entwickeln und optisch darstellen – um dann damit in eine breit angelegte öffentliche Debatte zu gehen. _

    “Mann ” nun” – Juli 2026, schauen wir mal, dann sehen wir schon

    Alles wird gut
    ;-(
    ;-))))

  10. In Bensberg hat die Politik den Anschluss verpasst!

    Da gab es noch die Möglichkeit, nicht alles zu versiegeln. Dies wurde allerdings aufgrund der Wünsche einiger Händler und des wöchentlichen Marktes nicht umgesetzt. Der Markt ist ein veraltetes Konzept, das in zehn Jahren aussterben wird. Junge Leute kaufen nicht mehr auf einem solchen Markt ein. Es ist dort auch viel zu teuer und nicht mehr zeitgemäß. Genau dafür wurde die Schloßstraße jedoch komplett versiegelt!

    1. Da muss ich vehement widersprechen! Die IBH hat die Planung bezüglich Begrünung, Bepflanzung etc. immer wieder kritisiert und versucht Veränderungen zu erreichen! Nein; Die Politik hat uns gesagt, dass es ja nun mal gut sein muss. Es gipfelte in der Äußerung des Chefplaners, warum die Bäume auf die offensichtlich falsche Seite kommen: „ Weil das mein Konzept ist!“ Jetzt plötzlich kommen alle aus der Ecke, dass das nicht optimal ist.

    2. Gehen Sie mal in einem “hippen” Großstadtviertel auf einen Markt. Dort ist (v.a. samstags bei halbwegs gutem Wetter) die Hölle los. Der Bensberger Markt ist genau so attraktiv, wie ihm Fläche gegönnt wird. Mir ist unbegreiflich, warum nicht zumindest an Markttagen die Straße gesperrt wird – das macht es unattraktiv, es kommen weniger Leute, was es wiederum für Händler uninteressant macht.

      Es wäre trotz Parkplätzen problemlos möglich gewesen, deutlich mehr Grün in die Straße zu bringen, z.B. vergrößerte grüne Baumscheiben. Leider sah die Planung eine Steinwüste vor.

  11. Für die Entsiegelung privater Flächen, auch für den Umbau von Schottergärten gibt es die Aktion ABPFLASTERN.de. Der BienenZuchtVerein Bergisch Gladbach unterstützt das mit seiner Initiative “Blühendes GL” und schenkt für jede entsiegelte Fläche die entsprechende Menge Saatgut für Blühpflanzen.

  12. Das sind Schritte in die richtige Richtung! Vielen Dank! Was mir völlig fehlt, ist das Thema Fassadengrün! In Köln kann man gegenüber vom Schokoladenmuseum An Lyskirchen 1 sehen, wie Fassadengrün aussieht, und spüren, wie es wirkt.

  13. Danke für diese vielen guten Ideen der grünen Oasen in GL. Hoffentlich fühlen viele Menschen dadurch inspiriert.