Das Kinderdorf Bethanien gehört zu den Böhm-Bauten in Bergisch Gladbach

Der Bundestagsabgeordnete für den Rheinisch-Bergischen Kreis, Wolfgang Bosbach, und Elisabeth Sprenger als zuständige Fachbereichsleiterin haben am Freitag  im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs im Rathaus Stadtmitte darüber informiert, dass insgesamt knapp 350.000 Euro Bundesfördermittel für den Rommerscheider Hof und das Bethanien Kinderdorf in Bergisch Gladbach bewilligt wurden.

Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags am 10. November entschieden. Obwohl dieser Beschluss erst mit der Verabschiedung des Bundeshaushalts durch den Bundestag und die Zustimmung durch den Bundesrat Rechtskraft erhält, gehen alle Beteiligten davon aus, dass die Förderung im nächsten Jahr erfolgen wird.

„Es geht bei dem Sonderprogramm um die Förderung von nicht unbedingt großen und bedeutsamen aber historisch wertvollen Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen. Im Jahr 2016 wurden rund 300 Projekte gefördert. Im nächsten Jahr sind zwei Objekte aus Bergisch Gladbach dabei, das freut mich ungemein“, erklärte Wolfgang Bosbach. „Der Bedarf“, so Bosbach weiter, „ist hoch. Viermal mehr Förderanträge als vergeben werden konnten, gab es im vergangenen Jahr.“

Birgit Nohl (Verwaltungsleiterin Kinderdorf Bethanien), Martin Kramm (Leiter Kinderdorf Bethanien), Mascha Ryborsch (Untere Denkmalbehörde Stadt Bergisch Gladbach), Wolfgang Bosbach (MdB), Elisabeth Sprenger (Fachbereichsleiterin 6 – Grundstücknutzung) sowie Karl-Hubert Hagen (Bürgerverein Rommerscheid)

Umso mehr freuen sich Martin Kramm als Leiter und Birgit Nohl als Chefin der Verwaltung des Kinderdorf Bethanien über die Fördermittel für das denkmalgeschützte Ensemble des Architekten Gottfried Böhm in Refrath. „Das ist eine tolle Sache, dass wir nun die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen durchführen können“, erläuterten beide beim Pressetermin.

Rund 552.000 Euro müssen insgesamt für denkmalpflegerische Maßnahmen investiert werden, damit die Gebäude mit ihren verschiedenen Funktionen erhalten und genutzt werden können. 25.000 Euro an Landesmitteln sind im Jahr 2015 geflossen und in neue Fenster investiert worden.

Als Eigenkapital hat der Eigentümer rund 251.000 Euro zur Verfügung. Der Bund fördert nun die Sanierung in Höhe von 276.000 Euro. Damit kann die Gebäudehülle saniert werden. Dazu zählen Dächer, Attika und Fenster, die baulich erneuert bzw. Instand gesetzt werden. Teilweise hat sich bereits Schimmel gebildet, zudem gibt es zu hohen Wärmeverlust.

Baukünstlerische Bedeutung der Böhm-Archtektur

Für die Erhaltung und Nutzung des Kinderdorfs Bethanien liegen baukünstlerische, historische und ortsgeschichtliche Gründe vor. So hat der Architekt Gottfried Böhm in seiner Schaffenszeit in den 60er Jahren Bauwerke geschaffen, die bis heute als Architektur-Skulpturen verstanden werden. Diese findet man besonders im Kirchenbau. Daher ist die Kirche des Kinderdorfs auch in diesem Kontext zu sehen.

Auch für die Gebäude hat sich Gottfried Böhm etwas Besonderes überlegt. Denn sie übernehmen mit Konvent, Gemeinschaftshaus, Verwaltung und Wohngruppengebäude vielfältige Funktionen in der Einrichtung. Der Gedanke, ein Dorf zu schaffen, war bei der Realisierung ständig präsent und gelang, so dass bis heute pädagogischen Konzepte im Wandel der Zeit umgesetzt werden können.

Stadt bedankt sich für Unterstützung in Berlin

Als zuständige Fachbereichsleiterin erläuterte Elisabeth Sprenger, wieso dieses Geld unbedingt gebraucht wird. „Denn die Eigentümer, deren Gebäude unter Denkmalschutz steht, müssen sehr viel investieren. Und das ist selten einfach.“ Im Namen von Bürgermeister Lutz Urbach und der Stadt Bergisch Gladbach bedankte sie sich für den erfolgreichen Einsatz des Bundestagsabgeordneten in Berlin. „Wolfgang Bosbach hat uns sehr unterstützt und sich an den entscheidenden Stellen für die Bergisch Gladbacher Projekte eingesetzt“, resümierte Elisabeth Sprenger.

Als zuständige Architektin begleitet Mascha Ryborsch von der Unteren Denkmalbehörde die Sanierung des Rommerscheider Hofs. Dieses Gebäude ist mit Baujahr 1510 das älteste Gebäude im Stadtgebiet von Bergisch Gladbach. Insgesamt werden von den Eigentümern rund 300.000 Euro für die denkmalgerechte Instandsetzung investiert. 66.790 Euro kommen nun als Fördermittel, womit das Projekt eine hilfreiche und wichtige Finanzspritze erhält. „Es geht Schritt für Schritt weiter, das freut uns ungemein“, erklärte Architektin Ryborsch.

Der Rommerscheider Hof

Freude über den Erhalt des Rommerscheider Hofs

Karl-Hubert Hagen hat sich über Jahrzehnte für den Erhalt des Fachwerkhauses eingesetzt. Der ehemalige stellvertretende Bürgermeister lebt in Rommerscheid, engagiert sich im Bürgerverein und freut sich, dass die Immobilie bald wieder mit Leben gefüllt wird.

Die wichtigsten Aspekte der Denkmalwürdigkeit sind neben der Bedeutung als ältestes Gebäude der Stadt, dass das Wohnhaus als bauliches Zeugnis der Ortsgeschichte bedeutend ist. Heute trägt es die Hausnummer Rommerscheider Straße 153d, vor fünfhundert Jahren war es als Wirtschaftshof der bedeutenden Johanniter-Komturei Herrenstrunden Keimzelle der Siedlung Rommerscheid.

Von hier aus entwickelte sich das Dorf: 1830 lebten 16 Einwohner in Rommerscheid, 1858 waren es 120 und 1905 war es die größte Siedlung mit 33 Wohnhäusern und 179 Bewohnern. Zudem dokumentiert die erhaltene Fachwerkskonstruktion die Fachwerkstradition des Bergischen Landes.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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