Bernhard Koller (Bewotec Software Entwicklungs- und Vertriebs-GmbH, Rösrath), Sebastian Wurth (Wurth Sanitär und Heizung GmbH & Co. KG, Kürten), Thomas Berger (Miltenyi Biotec GmbH, Bergisch Gladbach), Norbert Hentschel (Miltenyi Biotec GmbH), Dorothea Wahle (Wilhelm Daume GmbH, Bergisch Gladbach), Volker Suermann (Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH), Rolf Kürten (KL Druck Kürten und Lechner GmbH, Bergisch Gladbach), Prof. Dr. Thomas Thiessen (Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation, Potsdam) und Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke

Bernhard Koller (Bewotec, Rösrath), Sebastian Wurth (Wurth Sanitär, Kürten), Thomas Berger, Norbert Hentschel (Miltenyi Biotec), Dorothea Wahle (Daume Schildgen), Volker Suermann (RBW), Rolf Kürten (KL Druck ), Thomas Thiessen (Mittelstand 4.0) und Landrat Hermann-Josef Tebroke. Foto: Klaus Lawrenz

Digitalisierung geht jedes Unternehmen an – und sie fängt in kleinen Schritten an. Zum Beispiel bei Daume in Schildgen. Das Traditionsgeschäft mit dem breiten Sortiment hat vor vier Jahren mit einem Online-Shop begonnen, inzwischen ist das ganze Warenwirtschaftssystem vernetzt, berichtete Geschäftsführerin Dorothea Wahle beim RBW-Wirtschaftsforum: „Der Kunde merkt davon wenig – und das soll er auch gar nicht, denn für uns steht der Service im Vordergrund. Der ist durch die Digitalisierung besser geworden.”

Wahle ist Schritt für Schritt vorgegangen, hat einiges Lehrgeld bezahlt und fährt jetzt die Belohnung für ihren „Spieltrieb” ein. Damit hat sie, das wurde bei der Veranstaltung der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderung unter dem Motto „Rhein-Berg 4.0: Unternehmen gestalten ihre digitale Zukunft” deutlich, alles richtig gemacht: Die Sache positiv angehen, klein anfangen, sich nicht ausgerechnet die überlebenswichtigen Dinge vornehmen und immer die Kernkompetenz des Unternehmens im Auge behalten, lautete die Kernbotschaft der Experten. 

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Der Konferenzraum beherrscht die oberste Etage des neuen Gebäudes von Miltenyi Biotec

Rund 200 Unternehmer und Politiker waren zu diesem Wirtschaftsforum gekommen; deutlich mehr als sonst. Das lag  am Thema, aber auch am Veranstaltungsort: Das Unternehmen Miltenyi Biotec hatte sein Gelände in Moitzfeld geöffnet und präsentierte seinen neuesten Erweiterungsbau, mit einem Konferenzraum ganz in Beton, Glas und Holz. 

Miltenyi-Geschäftsführer Norbert Hentschel begrüßte die Gäste, Thomas Berger (Head of Digital Business) lieferte dem Publikum eine rasante Einführung in das Thema Digitalisierung – ausgehend vom eigenen internationalen Großunternehmen in der Biotechnologie, aber mit Tipps auch für kleinste Firmen. 

Von der Dachterasse geht der Blick über das Miltenyi-Gelände in Moitzfeld hinaus ins Bergische

Potenziale und Stolpersteine der Digitalisierung umriss Thomas Thiessen, Rektor der Business School Berlin und Konsortialleiter einer „Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation”, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums die Digitalisierung im Mittelstand fördert. Er schloss sich den Empfehlungen an, machte aber auch klar, dass es keinen Ausweg gibt: „Die Digitalisierung bleibt, stellen Sie sich darauf ein.”

Auf diese psychologische Aspekte war Landrat Hermann-Josef Tebroke eingegangen. Er appellierte an die Unternehmen, die Digitalisierung trotz aller Vorbehalte als Chance zu begreifen – so wie der Rheinisch-Bergische Kreis. Die Digitalisierung unter dem Motto „Rhein-Berg 4.0: Zukunft von Arbeit und Wirtschaft gestalten” sei ein wichtiger Bestandteil der Zukunftsstrategie des Kreises und der „Schlüssel zum Erfolg für das Bergische Land”, sagte Tebroke. Mit der Förderung durch den Bund könne der Kreis jetzt auch das Breitbandnetz weiter ausbauen. 

RBW-Geschäftsführer Volker Suermann begrüßt die Gäste. Foto: Klaus Lawrenz

Volker Suermann, Geschäftsführer der RBW, kündigte an, dass die Wirtschaftsförderung des Kreises das Thema intensiv bearbeiten werde. Sie habe bereits einen Kooperationsvertrag mit dem Kompetenzzentrum „Digital in NRW“ unterzeichnet und eine neue Website erstellt, auf der Interessierte alle Veranstaltungen, Leitfäden, Checklisten und weitere Tipps finden. Die RBW bietet zudem konkrete individuelle Unterstützung der Unternehmen vor Ort an.

Ein Veteran der Digitalisierung ist Rolf Kürten von der KL Druck Kürten und Lechner GmbH, seit 20 Jahren in diesem Feld unterwegs. Seine Branche erlebe alle fünf Jahre eine Veränderung um 30 Prozent, teuere Druckmaschinen seien schon nach zwei Jahren veraltet. Sein Fazit: Wer sich gegen die Digitalisierung stemmt geht schnell unter. 

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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