Stefanie Dohrn trainiert im Nussbaumer Wald, im Moment ist sie in den Alpen zu finden

 
Es ist eine schöne Erfolgsgeschichte, die in den Wäldern um Bergisch Gladbach ihren Anfang genommen hat. In einem Kreis, der lange von sich behauptete, dass Mountainbiken nicht in sein Tourismuskonzept passe, in der Radsportler aus dem Mountainbike Bereich hart für ihre Daseinsberechtigung kämpfen müssen.
 
Fast unbemerkt kämpft sich eine junge Frau bis weit in die Spitze und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Die Rede ist von der jungen Studentin Stefanie Dohrn. 
 
Die 1992 geborene begann ihre junge Karriere als Cross Country Mountainbikerin beim MTB Rhein Berg und es zeichnete sich schnell ab, dass sie anders ist, als viele andere um sie herum. Die stets fröhliche und freundliche, wie groß gewachsene Stefanie ist nämlich schnell.
 
Viel schneller, als so mancher es sich erträumen kann, fährt sie die Berge hinauf und ihre Leidenschaft für Wettkämpfe gibt ihr dabei Recht.
 
Die immer höher werdenden technischen Ansprüche an die Strecken auf den Cross Country Parcours trainierte sie im umkämpften „Nutbush Forest“, dem Zuhause der Dirt Stylers, die auf Grund behördlicher Verfügungen dieses Jahr vermehrt in den Schlagzeilen waren.
 
2009 hatte der Kölner Stadt Anzeiger bereits über die junge Fahrerin berichtet, die überraschend beim Vulcan Bike Marathon, ihrem ersten Rennen mit 17 Jahren auch ihren ersten Sieg auf einem geliehenen Rad errang.
 
Die Serie hielt an, als sie auch ihr zweites Rennen in St. Wendel, Saarland sich deutlich positionierte, mit über einer Minute Vorsprung auf die Zweite.
 
 
Dann wurde es etwas still um die Sportlerin, nicht, weil sie nicht erfolgreich gewesen wäre, ganz im Gegenteil.
 
Sie fokussierte sich auf Wettkampf und den Bachelor im Chemieingenieurswesen, trainierte hart, lernte sich und das Bike besser verstehen. Sie gewann Selbstvertrauen auf den immer technischer werdenden Strecken und erreichte Erfolg, um Erfolg.
 
Auch im Studium entwickelte sie sich. Sie steht mittlerweile kurz vor dem Master und auch eine Promotionsstelle an der Uni Dortmund ist ebenso fest.
 
Wer Stefanies Tempo kennt, der weiß, dass sie das mit der linken Wade macht.
 
 
Um nur ein paar wenige ihrer Sporterfolge zu nennen, da Stefanie sich fast immer unter den Top-Ten der Platzierungen befindet:
 
Sie ist Deutsche Vizemeistern, hat dieses Jahr im Juli den NRW Cup gewonnen, bei dem noch ein letztes Rennen aussteht, sie ist NRW Landesmeisterin im Marathon, Cross Country, sowie Cyclo Cross und bestreitet für Deutschland die MTB Marathon Weltmeisterschaft. Bei dem Rennen misst sie sich mit internationalen Größen wie Sabine Spitz und Annika Langvad, wobei sie sich einen starken 23. Platz erkämpfte.
 
Doch es geht weiter. 
 

Stefanie Dohrn und Julian Biefang bei der Transalp 2017

 
Im Moment gibt die Bergisch Gladbacherin mächtig Gas bei der Bike Transalp, einem der größten Etappenrennen im Mountainbikesport. In sieben Tagen geht es über die Alpen, dieses Jahr von Mayrhofen, über die Dolomiten bis nach Riva del Garda an den schönen Gardasee.

Allerdings ist bei diesem höchst anspruchsvollen Rennen nur eines wirklich schön, die Aussicht.
Das Pensum ist fordernd bei der Gesamtstrecke von ca. 545 Kilometern und ca. 18.000 Höhenmetern.
 
Stefanie geht für das Embrace the World Cycling Team, das vom Radhersteller Canyon und dem Reifenhersteller Maxxis gesponsert wird, mit ihrem Teampartner Julian Biefang an den Start.
 
Das Mixed Team tritt mit harter Konkurrenz an, denn 45 gegnerische Teams wollen alle aufs Treppchen.
Bereits seit der ersten Etappe harmoniert das junge Team gut zusammen und sie fahren bisher konsequent bei jeder Etappe auf den zweiten Platz.
 
 
Heute am vierten Tag gelang es ihnen erneut den Gesamtvorsprung auszubauen und den Podiumsplatz Nummer zwei weiter zu festigen. Dabei legten die beiden zweimal ca. 10 Kilometer vor dem Ziel einen unglaublichen Sprint hin.
 
Drücken wir den beiden die Daumen, dass sie ihre Positionierung noch ausbauen können und hoffen das Beste für ihren Erfolg.
 
 
Wenn sie durch unsere Wälder spazieren und sie sehen eine Frau in einem Deutschland Trikot auf einem Mountainbike, die ihre Lippen für ein freundliches „Hallo“ spitzt und ihnen zuwinkt, das ist die schnellste Frau, die unsere heimischen Wälder zur Zeit zu bieten hat.
 
Wir halten sie auf dem Laufenden.
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