Driescher Kreisel aus der Luft. Foto: BergischSchön

Driescher Kreisel aus der Luft. Foto: BergischSchön

Der ADFC RheinBerg/Oberberg hat die beiden Kandidaten für die Stichwahl um das Landratsamt gefragt, wie sie zum Thema Radverkehr stehen – und welche Visionen sie in der Verkehrspolitik haben. Wir dokumentieren die Antworten von Tülay Durdu (SPD) und Stephan Santelmann (CDU).

Alle Infos zur Wahl am Sonntag finden Sie hier. 

Auch die Initiative ProVelo hatte den beiden Kandidaten „Wahlprüfsteine” zum Thema Radverkehr vorgelegt.

Tülay Durdu, Kandidatin der SPD für die Landratswahl im Rheinisch Bergischen Kreis

Tülay Durdu, Kandidatin der SPD für die Landratswahl im Rheinisch Bergischen Kreis

Tülay Durdu (SPD)

Die Bedeutung des Fahrrads steigt und das ist auch gut so. Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad. Nicht nur im Freizeitverkehr, sondern auch auf dem Weg zur Arbeit.

Dank E-Bike wird dieser Trend weiter anhalten. Dies ist gut für die Umwelt. Dies ist im Übrigen auch gut für die Gesundheit derer, die sich mit dem Fahrrad bewegen.

Als Landrätin werde ich insgesamt meine Kraft für einen besseren, kundengerechten und umweltgerechten Verkehr einsetzen. Dazu gehört eine weitere Steigerung eines attraktiven ÖPNV und ein immer besseres Angebot für Fahrradfahrerinnen und -fahrer. Das hier viel zu tun ist zeigt das bescheidene Abschneiden der erfassten kreisangehörigen Kommunen beim “Fahrradklima-Test” von ADFC, z.B. das Ergebnis von Bergisch-Gladbach (vorletzter Platz im Vergleich zu Städten gleicher Größe).

Auf Initiative der SPD im Rheinisch-Bergischen Kreis sind die Mittel für die Erneuerung von Fahrradwegen an Kreisstraßen 2017 von zuvor

60.000 € auf 160.000 € jährlich angehoben worden. Es zeigt sich, dass weitere Mittel erforderlich sind, um den Zustand der Fahrradwege weiter zu verbessern. Dies werde ich vorschlagen.

26 Fragen an … Tülay Durdu (SPD)

Aber wir müssen auch in den Neubau investieren – z.B. in den Bau eines Schnellradweges von Bergisch-Gladbach nach Köln, später von Bergisch-Gladbach nach Leverkusen. Auch die Verknüpfung von gut ausgebauten, schnellen Radwegen von Overath über Bensberg nach Köln und von Overath- Untereschbach über Rösrath nach Köln halte ich für richtig.

Weiter wichtig ist mir eine Vernetzung des Angebotes, damit Menschen den öffentlichen Personennahverkehr als Grundversorgung nutzen können, aber z.B. auch mit dem Fahrrad oder E-Bike fahren. Hierzu braucht es sichere (!) Abstellmöglichkeiten an zentralen Bahnhöfen in der Region.

Und es braucht einen Mobilpass, der die Nutzung von ÖPNV, Mietauto und Mietfahrrad attraktiv, schnell und unkompliziert ermöglicht.

Der Fahrradtourismus ist weiter zu unterstützen. Die Idee, weitere Freizeitbusangebote wie den neuen Bergische FahrradBus von Opladen nach Marienheide anzubieten, halte ich für richtig.

Diese Punkte zeigen: Nur im Verbund mit den Kommunen, im Verbund in der Region und durch Unterstützung von Bund und Land NRW werden wir es schaffen, hier voranzukommen. Ich werde als Landrätin diese Punkte vorantreiben – im Bündnis mit den Akteuren der Regionale, dem NVR u.a.!

Der Rheinisch-Bergische-Kreis sollte – wie schon der Rhein-Erft-Kreis, der Rhein-Sieg-Kreis oder der Kreis Düren – Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) werden. Das Ziel, zukunftsfähige, belebte und wohnliche Kommunen zu gestalten, in denen ihre Bewohner gerne leben trifft voll meine eigene Zielrichtung:

Gemeinsam gut und sicher Leben im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Stephan Santelmann, Kandidat der CDU für den Landrat

Stephan Santelmann, Kandidat der CDU für den Landrat

Stephan Santelmann (CDU)

Das Thema Mobilität im Ganzen ist für mich eines der Haupthemen, denen ich mich in den kommenden Jahren widmen möchte, weil es auch eine der großen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben ist, die es gilt anzugehen.

Dem Fahrrad als Verkehrsmittel ordne ich dabei eine tragende und sich weiter in ihrer Bedeutung entwickelnde Rolle zu.

Der Radverkehr eignet sich dazu, die Mobilität im Nah- und mittleren Bereich weiter auszubauen und gleichzeitig ermöglicht er, über die entsprechende Infrastruktur, den Umstieg auf den ÖPNV und damit einen zügige Fortbewegung über größere Distanzen bequem zu ermöglichen.

26 Fragen an … Stephan Santelmann (CDU)

Der Umstieg soll dabei an Punkten stattfinden, die eine einfache Verknüpfung von verschiedenen Verkehrsmitteln (Mobilstationen) möglich machen und gleichzeitig nicht als einfache „Haltepunkte“ zu verstehen sind, sondern für die Nutzer zum Beispiel sichere Unterstellmöglichkeit und auch Lademöglichkeiten für E-Bikes vorhalten können.

Über mittlere und größere Distanzen ergeben sich für E-Bikes und Pedelacs optimale Möglichkeiten, die soweit es baulich möglich ist, auf eigenen Rad(schnell)wegen unterwegs sind.

Der Kreis übernimmt dabei als Betreiber der Kreisstraßen auf seinen eigenen Straßen den Bau und die Pflege von Radwegen. Darüber hinaus ist der Kreis moderierend und entwickelnd gemeinsam mit den Städten des Kreises und der Nachbarkommunen darin tätig, ein ganzheitliches Konzept zur Fahrradmobilität zu entwickeln.

In Anbetracht der Topographie des Kreises, mit westlichen Gebieten, die relativ flach sind und mit leicht aufsteigenden Flächen in östliche Richtung und einer klaren bergischen Struktur die durch eine Vielzahl an Tälern geprägt ist, stellt es eine Herausforderung dar, eine ganzheitliches Konzept zu entwickeln.

Meine Vision ist es, über teilweise kleinteilige, auf die unmittelbaren Bedürfnisse zugeschnittenen Lösungen, den Bürgerinnen und Bürgern des Kreise Lösungen für Ihre jeweiligen Mobilitätsbedürfnisse anzubieten und gemeinsam mit Akteuren der Verkehrsunternehmen und der lokalen Wirtschaft eine Mobilität Aller zu erreichen. Dabei spielen Leihräder (klassisch oder E-Bikes) ebenso eine Rolle wie der ÖPNV und die digitale Vernetzung und Bereitstellung anderer verkehrlicher Ressourcen.

Gerne würde ich mich nach meiner erfolgten Wahl einmal mit Ihnen zusammensetzen und mir im Austausch mit Ihnen und weiteren Fachleuten die verkehrlichen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen lassen.

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Seit Gründung des ADFC Kreisverbandes RheinBerg-Oberberg e.V. in 2013 bin ich im Vorstand, seit Herbst 2015 Vorstandsvorsitzender.

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