Verkehrsknotenpunkt Schildgen.

Die Bürger von Schildgen haben in den letzten Jahren unter einer zunehmenden Verkehrsbelastung zu leiden – immer noch mehr Autos und LKWs in ihrer Ortsmitte. Kein Wunder: Schildgen ist der Knotenpunkt sowohl der Verkehrsachse zwischen Bergisch Gladbach-Stadtmitte und Leverkusen als auch der zwischen Odenthal (Bergisches Land)und Köln.  Zu allem Überfluss ist die Durchfahrt durch Schildgen auch noch Teil des sogenannten LKW-Vorrangroutennetzes.

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Es verwundert daher nicht, dass es zu erheblichen Behinderungen im Verkehrsfluss und zu hohen Lärm- und Abgasemissionen kommt. Das Potential für Unfälle, insbesondere mit Fußgängern (darunter viele Schulkinder), ist deutlich erhöht.

Die Lebensqualität im Kernbereich hat dadurch in den letzten Jahren stetig abgenommen. Einkäufe und Begegnungen in einem akzeptablen Ambiente sind nicht mehr möglich. Weite Teile der Bürgerschaft reagieren mit Unmut und Frustration. Eine zunehmend untragbare Situation!

Die Thematik ist vor bereits zwei Jahren von einer überparteilichen Bürgerinitiative aufgegriffen worden, die sich mit der FDP in ihrem Stadtteil in Verbindung gesetzt hatte.

Jörg Krell, Fraktionschef der FDP

Für FDP-Fraktionschef Jörg Krell, der die Situation aus nächster Nähe kennt, ist klar: Es braucht eine vernünftige Fakten-Basis, damit man sachlich bewerten kann, welche Handlungsoptionen es gibt und welche davon wirtschaftlich umsetzbar sind. „Nur eine entsprechende qualifizierte Untersuchung kann diese realistische Optionen aufzeigen”, findet Jörg Krell. Denn damit gäbe es eine Grundlage für eine Diskussion zwischen den Bürgern und der Politik und eine anschließende Bewertung.

Eine solche Untersuchung war schon einmal Gegenstand eines Antrages, den die FDP in den AUKIV eingebracht hatte (am 29.4.2015). Mit der Verwaltung war dort zunächst abgesprochen worden, derartige Konzepte für die Verbesserung der Verkehrssituation im Rahmen eines universitären Projektes erarbeiten zu lassen. Entsprechende Bemühungen waren jedoch nicht erfolgreich.

Daher beantragt die FDP nun erneut, ein externes Planungsbüro mit der Erstellung einer konzeptionellen Verkehrsplanung für den Kernbereich von Bergisch Gladbach-Schildgen zu beauftragen – mit dem Ziel, den Verkehrsfluss durch Schildgen und die Verkehrssicherheit zu verbessern, insbesondere für Schulkinder und die übrigen Fußgänger, und so die Lebensqualität für Schildgener Bürger zu erhöhen (Einkäufe, Aufenthalt und Begegnung, Reduzierung von Abgas- und Lärmemissionen im Kernbereich des Ortsteils).

Dabei sollen sowohl kurzfristige als auch langfristige Handlungsoptionen aufgezeigt werden. Der finanzielle Aufwand für die Erstellung des Konzepts soll auf ca. 30.000 Euro begrenzt werden – ein realistischer Rahmen für einen fundamentalen und notwendigen ersten Schritt auf dem Weg zu einem lebenswerteren Stadtteil Schildgen.

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FDP

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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6 Kommentare

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  1. Da kann ich U.Kleinert nur unterstützen. Die Taktfrequenz bei Bussen zu erhöhen, die im Stau stehen, dass erscheint mir so sinnvoll, wie einem Holzpferd die Sporen zu geben.

    Zumal wenn ich an die Strecke von Bensberg von und nach Bergisch Gladbach denke, mit eingeschränkter Busspur. Deshalb fand ich den Vorschlag der FDP so ausgezeichnet, die Trasse des Bahndamms eben auch für eine Strassenbahnverbindung vom Technologiepark Moitzfeld über Neuenweg bis zum S-Bahnanschluss in Bergisch Gladbach zu führen und das zumindest mit in die Untersuchungen aufzunehmen, natürlich einschliesslich Radweg. Damit ware für Herkenrath/Moitzfeld, Technologiepark/Milteniy Biotec auch der Weg zum Netz der DB geöffnet und die bipolare Stadt über Strassenbahn verbunden.

    Die Zweidrittelmehrheit von CDU und SPD hat das gleich mal zunichte gemacht. Nicht nur, dass die Beteurungen von Herrn Flügge Makulatur sind, das man ergebnisoffen die Nutzung des Bahndamms untersuchen wolle, nein, auch hat man die Umsetzung für die Nutzung nicht im Blick oder schätzt sie vollkommen verkehrt ein. Das, was es an gigantischer Vorstellung zum “Mobilitätsband” gibt, das wird hier nicht umsetzbar sein, völlig abgesehen von der Zerstörung eines Naherholungsgebietes erster Güte, wofür uns nicht nur Besucher aus den nahegelegenen europäischen Nachbarländern beneiden.

    Einen Bahndamm als Bahndamm wieder in Betrieb zu nehmen, das erscheint relative einfach, sowohl, was die Übertragung von der DB an die KVB anbelangt, als auch, was den Betrieb anbelangt und die Möglichkeit der Einsprüche der Anlieger. Den Bahndamm abzutragen und als kombiniertes “Mobilitätsband” (Was für ein Wort!!!) zu benutzen, das wird einen Zeithorizont von 20 Jahren locker überschreiten und auf die Ergebnisse der fachlichen Voruntersuchungen bin ich schon gespannt.

    Deshalb erscheint es mir eine prinzipielle Fehlentscheidung, bei den weiteren Planungen und Untersuchungen die Möglichkeit des Betriebs einer Strassenbahn als auch die eines Radweges auf dem Bahndamm für den innerstädtischen Verkehr aussen vor zu lassen.

    Wer eine schnelle Verbesserung der Verkehrssituation in der Stadt erreichen will prüft zunächst zumindest alle Optionen, bevor er auch nur eine einzige verwirft, schon garnicht auf Zuruf. Leider beruft sich die SPD auf ein Abwinken durch die KVB und von der FDP habe ich keinen verteidigenden Aufschrei gehört.

    Belastbare Untersuchungsergebnisse sind mir bislang nicht bekannt.

  2. Dass die ‘Koexistenz ALLER Verkehrsteilnehmer’ angestrebt wird, ist schon mal ein Wort – es wäre schön, noch das kleine Wörtchen ‘gleichberechtigte’ einzufügen, denn bislang ist es eine unausgesprochene Selbstverständlichkeit, dass der Autoverkehr absoluten Vorrang hat. Die Folgen dieser Denkweise sehen wir täglich auf Gladbachs Straßen.

    Eine tatsächlich signifikante Entlastung wird es nur geben, wenn eine Schienenanbindung nach Köln ins Auge gefasst wird. Taktverdichtung bei Bussen ist schön und gut, aber diese kommen (zumal morgens) nur langsam und unzuverlässig voran – die Beförderungsleistung von Straßenbahnen ist um Größenordnungen höher.

    Die Odenthaler CDU möchte die Machbarkeit einer Verlängerung der Linie 4 prüfen lassen. Ich würde mir sehr wünschen, dass hier statt Kirchturmdenken eine konstruktive Zusammenarbeit über Stadt- und Parteigrenzen hinweg entsteht!
    https://www.ksta.de/region/rhein-berg-oberberg/odenthal/verlaengerung-der-linie-1-oder-4-strassenbahnen-sollen-bis-odenthal-fahren-28614420

  3. Die 30.000€ kann sich die Verwaltung sparen. Die Lösungen für diesen Stadtteil liegen doch auf der Hand, da braucht man kein Planungsbüro. Vielleicht muss es nur ein wenig wehtun.

    Die Rotphase der 4 Hauptampeln muss drastisch verlängert werden. Die Fußgängerampeln in der Ortsmitte entfallen. Hier gibt es stattdessen Zebrastreifen, und zwar viele. Hier liegen auf beiden Seiten der Altenberger-Dom-Straße viele Geschäfte – dementsprechend queren auch viele Fußgänger die Seiten. Tempo 20 wird hier angeordnet, und überwacht!

    Und der Rückstau von Leverkusen, Odenthal, Bergisch Gladbach und Köln? Ist systembedingt und gewollt. Vielleicht findet bei den Autofahrern ein Umdenken statt. Evtl. bleiben die LKWs in Burscheid auf der Autobahn und benutzen diesen Weg nicht als staufreie Trasse.

    Wir haben heute auf dieser Erde 1 Milliarde Autos, 2050 werden wir 3 Milliarden haben. Wir sollten irgendwann mal wach werden!

  4. Wenn wir von einer “konzeptionellen Verkehrsplanung” sprechen, so beinhaltet das selbstverständlich das Zusammenwirken und die Koexistenz ALLER Verkehrsteilnehmer.

  5. Ich kann Herrn Kleinert nur voll zustimmen. Bedenklich ist, dass Radfahrer und Radwege im FDP Artikel mit keinem Wort erwähnt werden. Ist die FDP wieder unterwegs in Richtung Autofahrer-Klientelpartei?

  6. Schöne Vorstellung, dass Schildgen sich von einer Aneinanderreihung von Kreuzungen in einem menschenwürdigen Wohnort verwandeln könnte!
    Gelingen wird das aber nur, wenn ein größerer Teil des Verkehrs auf Schiene und Fahrrad verlagert wird – und das heißt: Eine Straßenbahn von Dünnwald nach Schildgen/ Odenthal, und leistungsfähige Radwege nicht auf den Hauptstraßen, sondern parallel dazu auf eigenen Trassen oder ruhigen Nebenstraßen. Alles Andere bleibt gutgemeinte Kosmetik.