Einige der Künstler, die Don Giovanni in den Bergischen Löwen bringen. Foto: Ivan Tosvanelli

Einige der Künstler, die Don Giovanni in den Bergischen Löwen bringen. Foto: Ivan Toscanelli

Bergisch Gladbach hat zwar schon lange ein Opernhaus, aber bislang keine eigene Opernaufführung. Das soll sich bald ändern, die Proben für eine ehrgeizige Aufführung von „Don Giovanni” im Bergischen Löwen mit mehr als 150 Beteiligten sind weit fortgeschritten. 

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Wenn Roman Salyutov sich etwas vornimmt, dann wird es nicht nur groß, sondern großartig. Das neue Projekt des Musikers setzt diesen Kurs konsequent fort: 120 Musiker und Opernsänger sollen am 3. und 4. März auf die Bühne des Bergischen Löwen treten und eine ebenso zeitgemäße wie professionelle Aufführung der Mozart-Oper „Don Giovanni” bieten.

Mit dem Bergischen Löwen, der über einen Orchestergraben und eine ausreichend große Bühne verfügt, gibt es schon lange ein Opernhaus. Dort waren bislang aber nur Gastspiele von durchreisenden Ensembles zu sehen. Denn bisher, das erläuterten Salyutov und seine Mitstreiterin Tanja Heesen-Nauroth jetzt in einem Gespräch im Rathaus, fehlten wichtige Voraussetzungen für eine vollwertige Opernaufführung. 

Roman Salyutov. Foto B. Fuhrich

Diese Voraussetzungen hat Salyutovs engagiertes ehrenamtliches Team jetzt geschaffen. Oder besser gesagt: sie haben zusammengeführt, was in Bergisch Gladbach bereits vorhanden war.

Denn die Stadt hat ja nicht nur ein Opernhaus, sondern bereits seit 50 Jahren ein Sinfonieorchester (geleitet von Roman Salyutov) und seit fünf Jahren den höchst aktiven „Musik- und KulturFestival GL e.V.” (Vorsitzender: Roman Salyutov). 

Mit Tanja Heesen-Nauroth (Regie und Einstudierung mit Gesang), Mira Domas-Plagens (Bühnenbild und Einstudierung der Rollen) und Norbert Brochhagen (Korrepetition) versammelte Salyutov (musikalische Leitung) eine engagiertes und kompetentes Team. Seit Monaten sind sie dabei, in ganz Deutschland und in der Schweiz junge Künstler für eine Teilnahme zu gewinnen, die ersten Probewochen wurden bereits absolviert. 

Dabei hat sich das Team keine einfache Mozart-Aufführung vorgenommen, sondern will ein Stück mit eigener Handschrift in hoher Qualität abliefern, das genau zu Bergisch Gladbach passt. Die Inszenierung sei nicht modern, sondern zeitgemäß, erläutert Heesen-Nauroth: „lebendig, aufregend, mit hohem Unterhaltungswert”.

Beim Stadt- und Kulturfest hatten Heesen-Nauroth, Brochhagen und Salyutov das Opernprojekt zum ersten Mal vorgestellt:

Gesungen wird auf Italienisch, mit deutschen Untertiteln. Und damit die Zuschauer nicht den roten Faden verlieren hat die Regisseurin einen Kommentator eingebaut, der an drei Stellen eingreift und die Irrungen und Wirrungen der Handlung erläutert. Zudem sei hart an der Verständlichkeit des Textes gearbeitet worden. 

Die 30 Chormitwirkenden stammen allesamt aus Bergisch Gladbach (einige Männerstimmen werden noch gesucht!), ebenso 20 Tänzerinnen jeden Alters. Beim Orchester handelt es sich natürlich um das eigene, 55 Personen starke Sinfonieorchester. Die Opernsänger sind ausnahmslos professionelle Künstler, für jeden einzelnen ist die jeweilige Rolle dennoch ein Debüt.

Der Vorverkauf über die Theaterkasse des Bergischen Löwen (Tickets für 28,5 bis 45 Euro) läuft bereits gut an. Daher sind Salyutov und sein Team zuversichtlich, am 3. und 4. März das Opernhaus gut füllen zu können. 

Die Aktivitäten des Sinfonieorchesters wird von vielen Musikbegeisterten der Stadt unterstützt.

Der unermüdliche Organisator denkt aber schon längst darüber hinaus. Mehrere Konzertreisen und ein Auftritt des Sinfonieorchesters in der Düsseldorfer Tonhalle stehen für 2018 schon fest (Details siehe unten) – und auch in Sachen Oper soll es weitergehen. „Don Giovanni ist ein grandioser Schritt auf dem Weg zu einem eigenen umfangreichen Kulturangebot in Bergisch Gladbach”, sagt Salyutov. „Aber es ist keine Eintagsfliege, sondern ein Sprungbrett für weitere Projekte.” 

22. – 27. Mai 2018: Konzertreise nach Marijampole
Im Dezember 2016, auf Einladung der Kollegen aus der litauischen Partnerstadt Marijampole, hat ein aus einigen Solisten des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach bestehendes Quartett eine Reise dorthin unternommen und zwei Konzerte in der vollbesetzten großen Stadthalle sehr erfolgreich gegeben.

Nach diesem Erfolg, während des diesjährigen Besuchs der Kollegen aus Marijampole in Bergisch Gladbach, ist Roman Salyutov von ihnen gebeten worden, zum Kulturbotschafter Marijampoles 2018 zu werden, da die Stadt in 2018 zur Kulturhauptstadt Litauens ernannt wird. Roman Salyutov hat das angenommen, und daraufhin haben beide Seiten ein weiteres gemeinsames Projekt besprochen.

Es handelt sich um eine weitere Konzertreise, aber bereit in einem größeren Format und in Zusammenarbeit mit Künstlern aus Marijampole. Es wird geplant, dass aus Bergisch Gladbach ein ebenso aus mehreren Mitgliedern des Sinfonieorchesters zusammengesetztes Kammerorchester nach Marijampole kommt und dort Konzerte im Rahmen der städtischen Festivität gibt. Als Solisten sind einzelne Musiker aus Bergisch Gladbach und Marijampole eingeplant, und darüber hinaus wird einer der Programmpunkte ein Werk (eine Messe von Mozart), an dessen Aufführung auch ein Chor aus Marijampole teilnimmt. Im Programm sind Werke von Bach, Vivaldi, Haydn, Mozart, Mendelssohn u. a. vertreten.

14. – 18. Juni 2018: Konzertreise nach Ganey Tikva und Gründung des 1. Deutsch-Israelischen Orchesters „Jáchad Chamber Orchestra“
2018 jährt sich die Städtepartnerschaft mit der israelischen Stadt Ganey Tikva zum 5. Mal, und im Zuge dessen, wie auch des beidseitigen Willens, die Beziehung zu intensivieren, wird ein neues Deutsch-Israelisches Kammerorchester gegründet. Es wird das erste kontinuierlich funktionierende Deutsch-Israelische Orchester in der Geschichte.

Das Orchester wird aus ca. 20 – 25 Musikern bestehen, die teils aus Deutschland und teils aus Israel kommen. Anfangs soll es jährlich ein paar Konzerte in den beiden Ländern im Rahmen des städtepartnerschaftlichen Austausches spielen, wonach eine breitere internationale Tätigkeit ins Visier genommen wird.

Dieses Projekt wird gemeinsam mit dem Ganey-Tikva-Verein unter Vorsitz von Petra Hemming tatkräftig umgesetzt. Auch die Partnerstadt Ganey Tikva unterstützt dieses Vorhaben nach besten Kräften.

Nicht zufällig trägt das geplante Orchester einen symbolischen Namen – “Jáchad Chamber Orchestra”. „Jáchad” bedeutet auf Hebräisch “Gemeinsam” und ist auch der Name einer Skulptur, die der Bergisch Gladbacher Künstler Helmut Brands geschaffen hat. Diese Skulptur steht seit 2016 auf dem Bergisch Gladbach Square in Ganey Tikva als Symbol der Freundschaft zwischen den beiden Städten.

Deutsch-Israelische Kulturtage: 10. – 25. November 2018
Nach dem erfolgreichen Start des Länderprojekts mit den Deutsch-Französischen Kulturtagen im Frühjahr 2017 ist 2018 Israel zu Gast. Es ist zu betonen, dass an den Kulturtagen auch mehrere israelische Künstler teilnehmen, u. a. israelische Mitglieder des neu gegründeten „Jáchad Chamber Orchestra“ am Eröffnungskonzert sowie eine Weltklasse-Solistin Festival am Anschlusskonzert. Das Programm wird zahlreiche weitere Punkte umfassen.
12.5.2018: Sinfonieorchester Bergisch Gladbach wird 50. – und spielt in der Tonhalle Düsseldorf
Der führende Klangkörper der Stadt und der Region – das Sinfonieorchester Bergisch Gladbach – feiert 2018 sein 50. Bestehen. Ohne dieses wäre die Umsetzung aller oben erwähnten Projekte nicht möglich – von der Oper bis zu den internationalen Kooperationen. Das Orchester gewinnt immer mehr Anerkennung und vertritt – sowohl in der ganzen Besetzung als auch durch seine Solisten – Bergisch Gladbach bundesweit wie auch international.

Zu einem absoluten Highlight 2018 wird unser Debüt in der Tonhalle Düsseldorf am 12. Mai 2018 – zum ersten Mal in einer weltweit renommierten Konzerthalle. Für 2019 hat das Orchester eine Einladung erhalten, in Zusammenarbeit mit einer Münchner Musikinstitution in der Münchner Philharmonie (Gasteig) aufzutreten.

Weitere Beiträge zum Thema:

26 Fragen an Roman Salyutov

JugendKulturFest mit Musik, Literatur, Theater & Kunst

Großes Programm zu deutsch-französischen Kulturtagen

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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