Dorothee Wasmuth, jugendpolitische Sprecherin der FDP

Kein Bedarf für eine KiTa im neuen Stadthaus, befindet die Stadt im aktuellen Umweltausschuss. Das weiß man jetzt schon so definitiv für Ende 2023, wenn das Gebäude bezugsfertig wird?! Erstaunlich, findet die FDP – kennt man doch den aktuellen Bedarf mangels einer belastbaren Planung noch immer nicht zuverlässig, wie die aktuelle Unterdeckung gerade wieder zeigt.

Wie in der vergangenen Woche bereits angekündigt dringt die FDP daher nicht nur darauf, die Kinderbetreuung auszubauen und die Verfahren zu deren Planung und Entwicklung zu verbessern. Wir möchten, dass hier schneller substanzielle Fortschritte gemacht werden.

Einen ausführlicher Antrag dazu haben wir am vergangenen Montag an Bürgermeister Lutz Urbach geschickt – mit der Bitte, ihn auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 8.5.2018 zu nehmen.

Hier die konkreten Forderungen des FDP-Antrags im Detail:

  • Bedarfsfeststellung und Bedarfsplanung: Zeitnahe, genaue Erfassung aller Plätze in Tagespflege, Kindertagesstätten/Kindergärten und OGS sowie Bedarfs- und Maßnahmenplanung unter Nutzung sinnvoller Prognoseverfahren (Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit anderen Städten). Schaffung neuer Plätze auf Basis dieser Planung und Erstellung eines Finanzierungskonzeptes unter Berücksichtigung von Fördermitteln des Landes.
  • Qualitätszirkel: Einrichtung eines Qualitätszirkels aus Einrichtungsträgern, Schulleitungen und Jugendamt unter Einbeziehung der Elternschaft nach dem Beispiel in der Stadt Overath. Ziele sind neben Informationsaustausch, unbürokratische Abstimmungen und Kooperationen.
  • Optimierung LittleBird: Einbezug aller Anbieter, Vermeidung von Doppelanmeldungen durch z. B. Zuordnung der Steuernummer zum Kind, Verbesserung der Abwicklungsprozesse
  • Transparenz der Vergabe von Plätzen: Erstellung eines Kriterienkatalogs zur Vergabe von Kinderbetreuungsplätzen und „freiwillige Verpflichtung“ der Träger. (Beispiel: Punktekatalog Bad Honnef ), sowie die Ergänzung des Kriterienkatalogs zur Vergabe der Plätze um den Punkt „behinderte Geschwisterkinder”

Bereich Tagespflege

  • Gründungsunterstützung: Erhöhung der Anzahl von Tageseltern durch Unterstützung bei Start in die Selbständigkeit (evtl. Kooperation mit RBW)
  • Satzung: Erstellung einer Satzung mit auf die Rahmensatzung des Kreises abgestimmten Standards unter Beteiligung der betroffenen Tagespflegeeltern

Bereich Kindertagesstätten/Kindergärten

  • Öffnungszeiten und Platzsharing:
  • Durchführung einer offenen Bedarfsabfrage
  • Bedarfsorientierte Flexibilisierung und Erweiterung der Öffnungszeiten von 7:00-18:00 Uhr
  • Bedarfsorientierte Einrichtung einzelner Einrichtungen mit Öffnungszeiten bis 22:00 Uhr
  • Prüfung und ggf. Planung eines Platzsharings
  • Betriebskitas: Einbindung/Beratung und Austausch von und mit Unternehmen zu Möglichkeiten der betriebseigenen Kinderbetreuung oder Förderungen und möglichen Kooperationen. Beispiel: Viele Firmen unterstützen Mitarbeiter durch Zuschuss zur Kinderbetreuung, mit Belegplätzen in ausgewählten Einrichtungen oder eigener Betriebskita wie z. B. Netempire/Hoffnungsthal. Hier ist auch die Stadtverwaltung beim Bau des neuen Stadthauses gefordert.

Bereich OGS

  • Schulentwicklungsplan: Zeitnahe Erstellung und mit Blick auf die Kinderbetreuung regelmäßige mind. 2 jährliche Überarbeitung eines Schulentwicklungsplanes
  • Raumnutzungskonzepte: Überarbeitung von Raumnutzungskonzepten gemeinsam mit den Trägern mit dem Ziel Schul-/Klassenräume für die OGS zu nutzen (Bsp.: GGS Hoffnungsthal)
  • Randstundenbetreuung: Angebot von Randstundenbetreuung – 13:00/14:00 Uhr ohne Mittagessen
  • Wald OGS: Einrichtung Wald OGS zur Schaffung weiterer OGS-Plätze (Bsp.: Overath, Rösrath)
  • Mitteilung der Platzvergabe: Verpflichtung der OGS-Träger zum Versand der OGS-Platz-Vergabe mit der Schulzusage

Dieser Antrag ist entstanden in einer kreisweiten Arbeitsgruppe mit unseren Kollegen aus den anderen Ortsverbänden. Sie haben die praktikable Ansätze aus ihren jeweiligen Kommunen zusammen getragen und sie mit Blick über die Kreisgrenze hinaus sinnvoll ergänzt.

Federführend für die FDP Bergisch Gladbach war dabei unsere jugendpolitische Sprecherin Dorothee Wasmuth. Der Antrag wird nun auch in den Nachbarkommunen – angepasst an die örtlichen Bedarfe – von unseren Parteifreunden in ihre Räte eingebracht.

Eine letzte Anmerkung zur eingangs erwähnten Entscheidung gegen eine KiTa im neuen Stadthaus: „Wie will die Stadt die örtlichen Unternehmer zur Einrichtung von Betriebskindergärten  motivieren, wenn sie selber bei ihrem Neubau genau darauf verzichtet?”, fragt FDP-Fraktionschef Jörg Krell. „Was ist das für eine Vorbild-Wirkung in einer Stadt, die sich als familienfreundlich positionieren möchte!”

Dokumentation: Der Antrag im Original

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FDP

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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