Immer mehr Eltern von Erstklässlern wünschen eine Nachmittagsbetreuung in der OGS.

Die Stadtverwaltung ist beim Ausbau der Plätze im Offenen Ganztag einen wichtigen Schritt vorwärts gekommen: An der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Wittenbergstraße können weitere 15 Plätze eingerichtet werden. In der ganzen Stadt verteilt stehen aber immer noch viele Eltern auf der Warteliste.

„Alle Eltern, die ihr Kind an der GGS Wittenbergstraße angemeldet haben und einen OGS-Platz benötigen, werden nach den Sommerferien auch den Betreuungsplatz erhalten“, erklärte Bürgermeister Lutz Urbach am Mittwoch.

Es habe viele Gespräche zwischen Stadt, Schule und Träger der Offenen Ganztagsschule (OGS) gegeben, jetzt sei in Refrath eine Lösung gefunden worden: Da die Raumkapazitäten der Grundschule erschöpft sind sollen nun bei der Kirchengemeinde St. Johann Baptist zusätzliche Räume gemietet werden.

Details nennt die Verwaltung noch nicht, da die entsprechenden Verträge noch verhandelt und genehmigt werden müssen. Die Eltern würden aber darüber informiert, wo und wie die Betreuung der Kinder erfolgen wird.

Die Stadt Bergisch Gladbach kann zwar auf eine im Landesvergleich sehr hohe Quote an OGS-Plätzen von 72 Prozent verweisen, doch die Nachfrage der Eltern ist noch größer. Daher arbeitet seit Mitte 2017 ein Team mit dem internen Namen „Betreuungsplätze-Gipfel” unter Leitung von Urbach daran, die Wartelisten an den Grundschulen zu verkürzen. 

Weitere OGS-Plätze an vier Grundschulen

Vor allen vier Grundschulen (über die GGS Wittenbergstraße hinaus) stehen dabei seit einiger Zeit im Fokus. Hoffnungen, weitere Räume umwandeln zu können, haben sich inzwischen erledigt, dafür sollen jetzt in Gronau und in Heidkamp Container aufgestellt werden.

Der aktuelle Stand der Dinge sieht nach Angaben der Verwaltung so aus:

  • Die OGS der GGS An der Strunde erhält weitere 20 Plätze, die in den umgebauten Räumen der ehemaligen Hausmeisterwohnung eingerichtet werden. 
  • In Gronau soll ein Container, der von der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft an der Taubenstraße umgesetzt werden kann, für 25 weitere Betreuungsplätze sorgen. Ein Standort auf dem Schulgelände ist inzwsichen ausgeguckt, die Hochbauverwaltung plant die nächsten Schritte.
  • Auch die GGS Heidkamp bekommt einen Container, mit Platz für 30 OGS-Kinder. 
  • In der GGS Kippehausen soll die Umnutzung des Medienraums dazu führen, dass weitere 15 Kinder über Mittag und bis in den Nachmittag hinein versorgt werden können.

Wenn alle diese fünf Maßnahmen tatsächlich rechtzeitig umgesetzt werden gibt es also insgesamt 105 zusätzliche Plätze. Die Versorgungsquote bewegt sich damit in Richtung 75 Prozent. 

55 Kinder stehen noch auf der Warteliste

Das reicht allerdings immer noch nicht aus, um die Anfragen aller Eltern bedienen zu können. Nach wie vor bleibe für das kommende Schuljahr ein Defizit für circa 55 Kinder, teilt die Stadtverwaltung jetzt mit. Damit korrigiert sie die Aussage von Jugenddezernent Frank Stein bei einer SPD-Veranstaltung, dass es über die Wittenbergstraße hinaus keine fehlenden Plätze mehr gebe.

Neue Schulen braucht die Stadt

So oder so wird die Stadt weiter am Betreuungsproblem arbeiten müssen. Denn nach Einschätzung von Dezernent Stein steigt der Bedarf an OGS-Plätzen in Richtung 100 Prozent. „Wir brauchen 350 weitere OGS-Plätze. Und zwar nicht irgendwo in Bergisch Gladbach, sondern genau in den Stadtteilen, wo der Bedarf liegt”, hatte Dezernent Stein bereits im April gesagt. 

Dieses Defizit könne nicht durch weitere kleine Schritte gelöst werden – weil die Platzreserven der Grundschulen inzwischen vollkommen erschöpft seien. Daher arbeitet die Verwaltung jetzt an einen umfassenden Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplan, der bis Jahresende dem Stadtrat vorgelegt werden soll – und wahrscheinlich zum Aus- und Neubau von Kindergärten, Grundschulen und OGS-Einrichtungen führen wird. 

Keine Neuigkeiten bei den Kindergärten

Bei der Versorgung mit Kindergarten-Plätzen gibt es aktuell keine Neuigkeiten. Daher ist der Stand der Dinge hier der alte: es fehlen für das kommende Kindergartenjahr – gemessen an den politisch festgelegten Versorgungsquoten – 359 Plätze. 

Wieviele Kindergartenkinder tatsächlich nicht versorgt werden, kann die Stadtverwaltung nicht beziffern. Da die katholischen Träger und drei Elternvereine nicht am Onlineverfahren „Little Bird” teilnehmen gebe es bei Anmeldungen, Wartelisten und geschlossenen Verträgen eine relativ hohe Dunkelziffer.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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