Stehende Ovationen – und das an drei Aufführungstagen hintereinander – ernteten das Ensemble und die Solisten des Schulchors der Katholischen Grundschule Frankenforst für ihre Aufführung von „Wo der Pfeffer wächst“.

Aus dem Kinderbuch von Frank Ruprecht hatte Schulleiter Hans-Georg Jaspers ein Erzählkonzert komponiert und getextet, oder – wie Autor Ruprecht es ausdrückt – ein „singendes, klingendes Bilderbuch“. Auch die musikalische und szenische Umsetzung übernahm Jaspers.

Heraus kam ein in jeder Hinsicht beeindruckendes, zu Herzen gehendes Werk, das in keinerlei Hinsicht an sonst übliche Grundschul-Aufführungen erinnerte, sondern Qualitäten aufwies, die selbst ein großes Publikum in Begeisterung versetzen mögen.

„Wo der Pfeffer wächst“ – das Kinderbuch ist schon 25 Jahre alt, jedoch aktueller denn je. Frank Ruprecht, damals wohnhaft in Refrath, hat es geschrieben und illustriert aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Flüchtlingen aus dem Kosovo-Krieg.

Die eindrucksvollen Bilder und die spannende, berührende Geschichte vermitteln auf knappstem Raum die Themen Flucht, Vorurteile, Ausgrenzung, Freundschaft. Inhaltlich geht es darum, dass Vater Maus und Mutter Maus mit ihren zwei Mäusekindern in geordneten Verhältnissen leben.

Dann klopft ein Fremder mit dem seltsamen Namen „Der im Regen steht” an ihre Tür und bittet um Unterschlupf. Seine Anwesenheit sorgt für unruhige Zeiten im Familienverbund. So fällt auch der Satz: „Er soll dahin gehen, wo der Pfeffer wächst!“

Als 2015 auf dem Nachbargelände eine Flüchtlingsunterkunft entstand, bekam die Frankenforster Grundschule auf einen Schlag 20 Neuzugänge – aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Grund genug für Jaspers, das Buch erneut in die Hand zu nehmen und seine Schulkinder aktiv in das Erleben der dort erzählten Geschichte einzubinden:

„Als Musiklehrer und Chorleiter ist mir bewusst, wie sehr Musik und insbesondere Singen die Inhalte noch vertiefen können. Also schrieb ich passende Lieder zur Geschichte, die in ihrer Vielfalt bei den Kindern gut ankamen.“


Die Bilder aus Ruprechts Buch spielten auch bei der Aufführung im „Rittersaal“ der Schule eine gewichtige Rolle: Sie wurden zu den jeweiligen Spiel- und Gesangsszenen in Großformat an die Wand projiziert. Schülerinnen und Schüler trugen die kurzen, prägnanten Texte des Buches vor, um sich mit Solo- und Duettgesang oder Chorpassagen abzuwechseln, auf dem Flügel begleitet vom Schulleiter und Komponisten persönlich.

Was sie sangen, klang weniger nach Kinderlied als viel eher nach Musical – eine echte Herausforderung für die jungen Sängerinnen und Sänger. Jaspers und Musikpädagogin Nadja Demine hatten das knapp einstündige Programm in vielen Probestunden bis aufs i-Tüpfelchen einstudiert. Gesang, Vortrag, Akzentuierung – alles saß perfekt und nahezu professionell. Dazu gab es auch noch einheitliche T-Shirts für alle kleinen Bühnenstars, die Gabriele Atug-Schmitz und die „Aktion Neue Nachbarn“ spendiert hatten.

Ingrid Schaeffer-Rahtgens, Organisatorin der Veranstaltungsreihe „Klänge der Stadt“, war schon bei den Proben so begeistert, dass sie Frank Ruprecht, der mittlerweile in Erfurt wohnt, dazu animierte, zu den Aufführungen in seine alte Heimat zu reisen. Der war ebenfalls hingerissen und dankte Jaspers für seine wunderbare Bearbeitung: „Diese Umsetzung deckt sich absolut mit meiner Vorstellung, das Werk auf der Bühne zu zeigen. Es entsteht eine feinfühlige Verbindung zwischen Wort, Bild und Musik.“

So wurde der Autor auch nach dem Konzert von Kindern umringt, und einige antiquarisch erworbene Exemplare des Buches wurden ihm sogar zum Signieren vorgelegt. Aber nicht nur der Autor stand im Mittelpunkt des Interesses: Was die Zuschauer der drei Veranstaltungen im voll besetzten Rittersaal der KGS Frankenforst erlebt haben, war eine lebendige Auseinandersetzung mit einem interessanten, hochaktuellen Bilderbuch, und eine musikalische Umsetzung, die sicher noch lange nachwirkt und in Erinnerung bleibt.

Auch außerhalb der eigenen Schulmauern ist der Erfolg des Musikstückes nicht verborgen geblieben: Jaspers erhielt bereits Anfragen, ob er sich auch Aufführungen in anderen Schulen vorstellen könne

Wir für GL

In Anlehnung Kennedys berühmten Ausspruch heißt es jetzt in unserer Stadt „Frage nicht was Bergisch Gladbach für Dich tun kann, frage, was Du für Bergisch Gladbach tun kannst!“ Statt böse Leserbriefe zu schreiben, bietet unser Verein die Möglichkeit auf vielfältige Weise aktiv zu werden. Helfen...

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.