Die Vorsitzende des Ganey Tikva-Vereins wirft der Stadtverwaltung Einseitigkeit und dem Beit Jala-Verein Antisemitismus vor. Der reagiert hart und spricht von einer „infamen Unterstellung”.

In einer Stellungnahme für den Kölner Stadt-Anzeiger kritisierte Petra Hemming, die Vorsitzende des Ganey-Tikva-Vereins, die Pressearbeit der Stadt als einseitig und vom Beit-Jala-Verein dominiert. Gleichzeitig gab sie zu Protokoll:

„Es ist für uns eine traurige Tatsache, dass der Beit Jala-Verein diesem Antisemitismus Vorschub leistet.“

Damit spitzt sich ein Streit über die Interpretation eines Treffens zu, das eigentlich der Verständigung dienen sollte. Hemming hatte die Zustimmung zu einer gemeinsamen Erklärung zu diesem Treffen nachträglich zurückgezogen. Ein großer Teil des Vorstands distanzierte sich von dieser Haltung, trat zurück und aus dem Verein aus, der die Städtepartnerschaft mit der Stadt in Israel fördern soll. So, wie sich der Ganey Tikva-Verein der Partnerschaft mit der Stadt in Israel widmet.

Gegenüber dem Bürgerportal hatte Hemming von „ tendenziell israelfeindliche Passagen” in der Erklärung gesprochen, die von einem Vertreter des Beit Jala-Vereins entworfen, die sie zunächst für gut heißen und dann abgelehnt hatte und die schließlich mit leichten Textänderungen von Bürgermeister Lutz Urbach veröffentlicht worden war.

Der Vorstand des Beit Jala-Vereins um Axel Becker (3.v.r.)

Gegenüber dem Stadt-Anzeiger legte Hemming nach und warf dem Beit Jala-Verein offen Antisemitismus vor. Aufhänger dafür ist offenbar das Wort „Besatzungsrealität”, das im ersten Entwurf des Vereins zu dem Dialog-Treffen gestanden hatte.

Der Antisemitismus-Vorwurf war im Ganey Tikva-Verein bereits von Vereinsmitglied Axel Bolte erhoben worden. Gegenüber dem Bürgerportal hatte Hemming angekündigt, dass Bolte als „Historiker” und „externer Berater” eine größere Rolle spielen sollte. Vorstandsmitglieder wie Achim Dehmel, Susanne und Peter Schlösser sowie Petra Holtzmann hatten den Verein da schon verlassen.

Axel Becker, Vorsitzender des Beit Jala-Vereins, erklärte am Sonntag zum Vorwurf Hemmings:

„Wir, der Vereinsvorstand des Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach – Beit Jala e. V., weisen diese infame Unterstellung mit aller Entschiedenheit zurück und behalten uns rechtliche Schritte vor.

Das satzungsgemäße Ziel unseres Vereins besteht darin, Begegnungen zwischen Menschen in Bergisch Gladbach und in Beit Jala möglich zu machen. Dabei geht es auch darum, Mauern zu überwinden, um ein friedliches Zusammenleben im Nahen Osten zu fördern. Begegnungsreisen, Gespräche und Informationsaustausch, auch mit der israelischen Seite vor Ort und hier, sind dabei wichtige Handlungselemente, an denen wir weiterarbeiten wie bisher.”

Den ersten Beitrag mit einer ausführlichen Dokumentation finden Sie hier:

Nahost-Konflikt kommt in Bergisch Gladbach an


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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. So ein Quatsch: Sowohl Isralelis als auch Palästinenser sind Semiten! Das sollte jeder eigentlich in der Schule gelernt haben. Der Religionsunterricht sollte das auch geleistet haben.
    Fazit: Irgend jemand in der Diskussion weiß nicht, wovon er redet, wenn er von Antisemitismus spricht; es könnte auch der Verfasser des Artikels im KStA sein.