Samstagnachmittag im Begegnungscafé Himmel un Ääd. Auf den Tischen stehen Kaffeekannen, Wasserkaraffen und Kuchenplatten. Drum herum wird munter geplaudert. Neue und alte Schildgener, Geflüchtete und Deutsche treffen sich hier einmal im Monat bei der „Welcome Cafeteria“.

Heute sind zwei Ehrengäste dabei: Ernst Leffelaar von der Eine-Welt-Stiftung Rhein-Berg und seine Frau Margriet vom Aktionskreis Eine Welt e.V.. Die Stiftung unterstützt das Begegnungsprojekt, und der Vorsitzende Leffelaar möchte sich ein Bild davon machen, wo das Geld hinfließt.

Er ist begeistert: „So muss es sein, dass Geflüchtete und Einheimische zusammenkommen, sich kennenlernen, miteinander reden und diskutieren.“

Seit eineinhalb Jahren findet die Welcome Cafeteria jeden ersten Samstag im Monat im Himmel un Ääd statt. Initiiert hat das die „Kontaktgruppe“. Der Kreis von fünf, sechs Frauen hatte sich spontan gebildet, als die ersten Flüchtlinge in Schildgen ankamen.

„Wir haben damals Erste Hilfe geleistet“, sagt Mechthild Sünder-Tegtmeyer. Sie brachten den Bewohnern von Haus Pohle erste Deutsch-Kenntnisse bei, richteten eine Kleiderkammer ein, machten sie mit der deutschen Kultur vertraut und waren einfach für sie da.

Kontakte aus Haus Pohle bleiben bestehen

Als die Unterkunft in der Altenberger-Dom-Straße schloss, ging jeder seiner Wege. Sünder-Tegtmeyer: „Wir fanden das wahnsinnig schade und überlegten uns, ein regelmäßiges Treffen einzurichten.“ Das Himmel un Ääd stellte seine Räume zur Verfügung, die Welcome Cafeteria war geboren.

Jeden Monat kommen rund 15 Einheimische und ebenso viele Neu-Schildgener zu dem Treffen. Die Kerngruppe, die sich in Haus Pohle gebildet hatte, sei fast immer dabei, sagt Sünder-Tegtmeyer, es kämen aber auch immer wieder neue Menschen.

Die Gespräche drehen sich um die Familie, die deutsche Kultur, Job und Ausbildung oder Familiennachzug. Margret Grunwald-Nonte, Ehrenamtsbegleiterin in der Flüchtlingshilfe des Kirchengemeindeverbands Bergisch Gladbach-West, steht bei fast jeder Welcome Cafeteria als Ansprechpartnerin zur Verfügung. „Sie hat alle Verbindungen“, sagt Sünder-Tegtmeyer.

Auch andere Ehrenamtler bringen ihre Expertise mit, die sie inzwischen gewonnen haben, sei es im Bereich Recht, Schule oder Karriere.

„Das ist gelebte Integration“

Vor allem aber sind es die persönlichen Gespräche, die die Gäste immer wieder anziehen. „Das ist die einzige Möglichkeit, mit allen Kontakt zu halten“, sagt Sünder-Tegtmeyer, und das scheinen alle Beteiligten sehr zu genießen.

Ernst Leffelaar nickt zufrieden. Die Eine-Welt-Stiftung fördert in erster Linie sozio-ökonomische Projekte in Entwicklungsländern. Zusätzlich hat sie nun einen zweiten Topf, unterstützt durch die Bethe-Stiftung, für Flüchtlingsprojekte im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Das Geld für die Welcome Cafeteria ist gut investiert, soviel kann Leffelaar jetzt sagen. Denn: „Das hier ist gelebte Integration.“

Begegnungs-Café in Schildgen „Himmel un Ääd”
Altenberger-Dom-Str. 125, 51467 Bergisch Gladbach
Telefon: 02202 2609296, E-Mail: cafe@himmel-un-aeaed.de
Website

Eine-Welt-Stiftung Rhein-Berg
Im Hilgersfeld 98, 51427 Bergisch Gladbach
Telefon: 02204 63 8 22, E-Mail: info@eine-welt-stiftung.de
Website

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„Hilfe, die sicher ankommt“ ist das Motto der Eine-Welt-Stiftung Rhein-Berg. Seit 2006 fördern wir mit den jährlichen Zinserträgen aus dem Stiftungskapital ausgewählte Projekte in Entwicklungsländern. Kontakt: Ernst J. Leffelaar, info@eine-welt-stiftung.de.

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1 Kommentar

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  1. An das Redaktionsteam,

    vielen Dank für den informativen Artikel zur Welcome Caféteria. Ich möchte noch ergänzen, dass die “Kontaktgruppe”, welche das Welcome Café in Kooperation mit H&Ääd gegründet hat, 2015 aus der Ökumenischen Flüchtlingsinitiative “Willkommen in Schildgen” entstanden ist bzw. “Bestandteil der Initiative” ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Margret Grunwald-Nonte
    (Ehrenamtsbegleiterin in der Pfarreiengemeinschaft Berg.GL-West)