Bei diesem Foto handelt es sich nicht um eine Fotomontage und auch nicht um einen neuen Pool – sondern um eine weitere Elterntaxi-Haltestelle. Sie wurde von der Stadt in der Straße Rosenhecke in Bensberg eingerichtet und stößt bei Anwohnern auf viel Kritik und Spott.

Anwohner bemängeln – neben der Optik – vor allem die Platzierung der Haltestelle im Kreuzungsbereich:  Wenn dort zwei Autos parken und ein weiteres Fahrzeug in die Kreuzung einfahre, sei der Straßenverlauf nicht mehr einzusehen, Unfälle seien programmiert.

Die Anwohner befürchten zudem, dass diese Regelung noch mehr Fahrzeuge in das Viertel herein lockt, das seit der Einrichtung der Radstreifen auf der Kölner Straße ohnehin schon völlig zugeparkt sei. Wendemöglichkeiten für die Autos der Eltern fehlten – und Schulen gebe es in unmittelbarer Nähe auch nicht. In der Facebook-Gruppe „Was Bergisch Gladbach bewegt” entbrannte eine kritische Debatte.

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Die Stadtverwaltung bestätigt, dass es sich bei dieser Haltestelle um ein „Hol- und Bringzone” im Rahmen des Projektes „Gehspaß statt Elterntaxi“ handelt – womit das Parkchaos vor allem vor Grundschulen entzerrt werden soll.

Die Schüler sollen durchaus – in sicherer Umgebung – ein Stück weit zu Fuß zur Schule laufen. In diesem Fall zu den Grundschulen in der Eichelstraße und Gartenstraße.

Das Projekt ist Teil des – mit Blick auf den Fahrradverkehr bereits für tot erklärten – Mobilitätskonzeptes, dass 2016 beschlossen wurde. Man findert es unter den Stichworten „Schulisches Mobilitätsmanagement“ und „Optimierung des Verkehrsflusses vor den Schulen“.

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt an den Hander Grundschulen gibt es diese Haltestellen jetzt auch im Bereich anderer Schulen. Ein Beschluss der zuständigen Ratsausschüsse sei dafür nicht mehr nötig, die Politik sei aber informiert.

Die Standorte seien zudem mit Ordnungsamt, Straßenbau, Polizei und Elternvertretern der betroffenen Schulen abgesprochen – und auch die Anwohner seien – eine Woche vor Beginn der Markierungsarbeiten – über den Sinn und Zweck der Maßnahme informiert worden, erklärt die Verwaltung.

Zur konkreten Kritik im Fall „Rosenhecke” führt die Stadt an, dass es schwierig sein, dieVerkehrssituation im Vorfeld zu überprüfen. Bei allen Projekten gehe die Stadt aber davon aus, dass die Eltern ohnehin die betroffenen Nebenstraßen befahren, um ihre Kinder unmittelbar vor dem Schultor aussteigen zu lassen.

Daher bedeute jedes Auto, das die letzten 200 bis 500 Meter zur Schule nicht mehr zurücklegt, unter dem Strich eine Entlastung für die Wohnstraßen. Die Stadt werden die Entwicklung der Verkehrslage aber im Auge behalten.

Begleitet wird diese Aktion vom „Verkehrszähmerprogramm” des VRS im „Zukunftsnetz Mobilität”. Dabei soll in den Schulen bei den Schülern und Eltern eine möglichst hohe Akzeptanz erreicht werden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Verwaltung funktioniert das Konzept auch: Die Ergebnisse seien „durchgehend positiv für die Morgenstunden, wenn die Kinder gebracht werden”. Nachmittags sei das nicht so stark spürbar, aber dann würden ohnehin weniger Kinder mit dem Auto abgeholt.

Bisher gibt es vier Projekte im Umfeld von sechs Schulen: in Hand (KGS und GGS), in Sand (KGS), in Bensberg/Lehmpöhle (GGS) und in Bensberg/Kaule (EGS und KGS). Bisher seien keine weiteren Plätze geplant. Aber es sei nicht ausgeschlossen, dass auch für andere Schulen Hol- und Bringzonen eingerichtet werden.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Hoffentlich bringt es was.

    Sinnvoller wäre es allerdings, den Autoverkehr aus dem Viertel rund um die Schulen komplett herauszuhalten und zu kontrollieren, dass hier tatsächlich nur Anwohner*innen fahren. Dann wären die Wohnstraßen tatsächlich ruhig, was nicht nur den dort Wohnenden gefallen dürfte, sondern auch die Sicherheit der Schulwege stark verbessern würde.

    Ohne den ganzen Hol- und Bringverkehr gäbe es plötzlich überhaupt keinen Grund mehr, die ‚Kleinen‘ mit dem Auto zur Schule zu fahren. Und es würde nicht nur der Umwelt, sondern auch der eigenständigen Entwicklung der Kinder helfen.

  2. In Schildgen für die Concordiaschule könnten wir so etwas auch dringend brauchen.