Nach 18-jähriger Tätigkeit als Chefarzt der Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach geht Dr. Klaus Bieber in den Ruhestand.

Seine offizielle Verabschiedung erfolgte bei einer Feierstunde mit kabarettistischen Einlagen von Ferdinand Linzenich, einer Bildershow und Musik von den „Earthbounds Spirits“.

Dr. Bieber wird seinem Fachgebiet und dem Haus verbunden bleiben, denn der Gefäßchirurg ist am neu gegründeten Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am EVK an zwei Tagen pro Woche tätig. Der Nachfolger von Dr. Bieber als Chefarzt der Gefäßchirurgie ist Dr. Payman Majd, 49.

Der scheidende Chefarzt, Dr. Klaus Bieber, übergibt ein bestens bestelltes Haus. In der Klinik für offene und endovaskuläre Gefäßchirurgie werden alle Erkrankungen des Blutgefäßsystems, d.h. alle Krankheiten des arteriellen und venösen Systems, behandelt.

Angefangen hatte alles im Jahr 2000 mit 25 Betten als „One-Man-Show“, Dr. Bieber war zunächst noch ohne Kollegen jederzeit für alles ansprechbar und zuständig. Nach und nach kamen weitere Mediziner hinzu, heute verfügt die Klinik über zwei Oberärzte und zwei Assistenzärzte. Rund 1000 Operationen werden hier pro Jahr durchgeführt.

Das Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten und -methoden hat sich in den zurückliegenden 18 Jahren enorm verändert. Während man damals Patienten mit Ende 60 in der Regel nicht mehr operierte, werden heute noch Eingriffe an 90-Jährigen vorgenommen.

Damals drehte sich alles um die Frage: Bypass – ja oder nein. Heute stehen in der Gefäßchirurgie Hightech-Operationsverfahren in großer Zahl zur Verfügung. Es können mit Kathetern Medikamente an die gewünschte Stelle in den Gefäßen platziert werden, damit sich die Adern nicht wieder verschließen. Spezielle Katheter mit einer Art Fräßkopf räumen verstopfte Gefäße frei und innovative Prothesen mit Seitenästen eröffnen ganz neue Behandlungsmöglichkeiten im Beckenbereich.

War früher das Baden der großen Wunden an den Beinen noch eine gängige Prozedur zur Desinfektion, setzt die moderne Wundversorgung heute auf ein Vakuumverfahren, bei der unter einem großen Spezialpflaster mit Unterdruck die Wundsekrete permanent abgesaugt werden.

Und dennoch: Trotz allen technischen Fortschritts können manche Patienten nur durch eine Amputation am Leben erhalten werden, zum Beispiel wenn eine Blutvergiftung am Bein nach oben wandert. „Den Patienten geht es nach der Amputation schlagartig besser“, berichtet Dr. Bieber.

Manch einer der Patienten mit einem umfangreichen Krankheitsbild muss als „Langlieger“ ein halbes Jahr in der Klinik verbringen. Andere dagegen lassen sich ihre Beckenarterie rekanalisieren und bleiben dazu nach der OP lediglich 24 Stunden im EVK, ehe sie wieder nach Hause dürfen. Insgesamt werden heute viel mehr Eingriffe ambulant vorgenommen als noch vor zehn, fünfzehn Jahren.

Dr. Bieber hat eine umfangreiche Terminsprechstunde aufgebaut. Zusätzlich besteht eine Wundsprechstunde unter anderem für Diabetespatienten und die Angiografie-Besprechung, bei der gemeinsam mit dem Patienten die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren und das weitere therapeutische Vorgehen besprochen werden.

Aufgrund des guten Rufs der Klinik müssen Patienten mitunter mehrere Monate auf einen Sprechstundentermin warten. Doch es gibt Ausnahmen: Patienten mit einer Carotisstenose (verengte Halsschlagader) erhalten kurzfristig einen Untersuchungstermin. Wer eine erweiterte Bauchschlagader hat, ein Bauchaortenaneurysma, muss überhaupt nicht warten: „Die schauen wir uns sofort an“, so Dr. Bieber.

Zum Wohle der Patienten hat Dr. Bieber mit seinem Team ein kollegiales Netzwerk aufgebaut. Patienten, die im Marien-Krankenhaus (MKH) Bergisch Gladbach mit einem diabetischen Fußsyndrom in Behandlung sind, werden zur Gefäßoperation zeitnah übernommen. Die Versorgung mit Shunts für Dialysepatienten wird für das Nierenzentrum der KfH Bergisch Gladbach als Kooperationspartner gewährleistet. www.evk.de

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