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Urbach will mit Grünen über Silvester-Böllerei reden

Bürgermeister Lutz Urbach hat positiv auf den Vorstoß der Grünen reagiert, die private Feuerwerke einschränken wollen. Sie hatten in Hand und Nussbaum in der Silvesternacht die Belastung mit Feinstaub gemessen – mit alarmierenden Ergebnissen.

Nach Angaben von Theresia Meinhardt, eine der beiden Sprecherinnen des Ortsverbands der Grünen, lag die Feinstaubbelastung in Bergisch Gladbach in der Nacht zum Jahreswechsel bei über 700 Mikrogramm pro Kubikmeter. Das entspreche dem 15-fachen des Tagesgrenzwertes. In Nussbaum wurden sogar noch höhere Werte gemessen:

Die Details zur Feinstaubmessung
Die genannten Ergebnisse beziehen auf die PM10-Partikel. Der Tagesgrenzwert liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Werte der noch kleineren PM2,5-Partikel sind vergleichbar hoch. Hier gelten noch strengere Grenzwerte, da diese Partikel besonders tief in die Lunge eindringen.

Der Grad der Feinstaubbelastung ist abhängig von der Wetterlage. Die gemessenen Werte stellen jedoch keine Ausnahme dar. Auch im Vorjahr waren die Werte vergleichbar hoch. Quelle: Die Grünen

Meinhardt kündigte an, sich im Stadtrat für geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung einzusetzen. Immerhin gerieten in ganz Deutschland an Silvester etwa 4500 Tonnen Feinstaub in die Luft; 15,5 Prozent des jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubs werde durch das Feuerwerk verursacht.

Zentrales Feuerwerk statt privater Böllerei?

Bürgermeister Lutz Urbach nannte den Ansatz der Grünen „wirklich gut”. Ihm sei nicht bewusst gewesen, „dass wir es in wenigen Stunden „schaffen“, über 15 Prozent der jährlichen Belastung zu produzieren”, schreibt er in einem Facebook-Kommentar. Er sei zwar kein Freund von Verboten. Aber es gebe „ja andere Wege: Aufklärung, Appelle – und weitere Ideen”. Dazu schlug der Bürgermeister ein Treffen mit Ratsmitgliedern vor.

Meinhardt selbst kann sich zwar auch ein komplettes Verbot vorstellen. Einige andere Städte hätten bereits gezeigt, dass das möglich und erfolgreich sei. Die Grünen wollen sich jetzt aber zunächst einmal mit den anderen Fraktionen beraten, ob man „die private Böllerei für den Anfang in der Innenstadt ersetzt durch ein zentrales Feuerwerk”. In der nächsten Sitzung des Umweltausschusses wollen die Grünen dazu einen Antrag stellen.

Dafür hat die Grünen-Sprecherin weitere Argumente auf Lager. Die Knallerei sorge nicht nur für gesundheitlichen Belastungen der Menschen, auch die Tiere litten erheblich unter dem Lärm. Darüber hinaus sei unsachgemäßer Gebrauch immer wieder auch der Grund für schwere Verletzungen und Sachbeschädigungen.

Und schließlich müssten „Unmengen an Müll” entsorgt werden. Nach Silvester hatte Meinhardt mit Nachbarn in Nussbaum den Kracher-Müll eingesammelt. Damit seien schnell einige Mülltonnen gefüllt worden.

Den Vorwurf „Spaßbremse” kontert Meinhardt so:

„Spaßbremse? Kann sein. Ich habe viel mehr Spaß am Leben und kann schwer nachvollziehen, wie wir uns und unsere Umwelt durch ein so kurzes Vergnügen nachhaltig schädigen. Ändern wir doch unsere Gewohnheit nur an einem Tag und hören mit dem Geböllere auf. Das würde schon 15,5 Prozent aller Straßenverkehrsemissionen eines Jahres einsparen.”

Unabhängig von Silvester messen die Grünen an verschiedenen Punkten in der Stadt die Feinstaubelastung. Sie wollen weitere Messgeräte anschaffen und geben diese auch an interessierte Bergisch Gladbacher BürgerIinnen ab. Ansprechpartner ist Marc Nohl, Geschäftsführer des Ortsverbands.

Aktuelle Messergebnisse der Grünen finden Sie hier für Hand und für Nussbaum.

Dieser Beitrag wird auf Facebook bereits heftig diskutiert.

Weitere Beiträge zum Thema:

Zwei Frauen führen die Grünen

Belastung mit Feinstaub und Stickoxid im Detail

Dem Feinstaub in der Innenstadt auf der Spur

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des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

5 Kommentare zu “Urbach will mit Grünen über Silvester-Böllerei reden”

  1. Urbach ist vor allem eins: ein typischer Opprtunist und Zeitgeistsurfer. Anstatt wirkliche, brennede Probleme anzupacken, wie etwa Zerfall der Infrastruktur, wird lieber bei komplett lächerlichen Randthemen versucht, Profil zu gewinnen. Aber damit kann man ja bei bestimmtem Klientel auch Blumetöpfe gewinnen, nicht, Herr Havermann?

  2. Ich kann das Problem nicht nachvollziehen und will es auch nicht. Der Schadstoffaustoß am Silvesterabend liegt im geringen Prozentbereich 15,5% von 19% der Gesamtemissionen in Deutschland.Ergo ca. 3%. Viel größeren Anteil trägt hier die Industrie, Energiewirtschaft und die privaten Feuerungsanlagen, nämlich über 60%. Hier sollte man gezielter ansetzen und quick-wins generieren. Was wir hier machen ist ähnlich wie das scheinheilige getue einiger Menschen die noch funktionsfähige Energiesparlampen durch LED Leuchtmittel ersetzen und die quecksilberhaltigen Lampen dann im Hausmüll entsorgen.
    Ist es nicht sinnvoller uns um das großer Problem der natürlichen Emissionsabsorption unseres Planeten zu kümmern? Die Gerät nämlich durch Waldbrände, Waldsterben, Rodungen und die steigende Bevölkerung und Viehzucht immer mehr aus den Fugen. Doch hiervon ist leider wenig zu hören in letzter Zeit und ich zweifel daran, dass in die Lösung dieser Probleme nur ein Bruchteil der Zeit und des Geldes investiert wird.
    Aber stimmt, wir müssen nur unsere Städte sauber halten, dann wird wieder alles gut!

  3. Anstatt gewohnte Vorwürfe gegen die Stadtspitze zu erheben, sollte man sich vielleicht einmal wertfrei in der ARD-Mediathek die Doku “Das Diesel-Dilemma” vom 7.1.19 anschauen, um auch einmal die andere Seite des Entstehens der Schadstoffgrenzen, des Sinn oder Unsinns der Standorte und der dargestellten oder tatsächlichen gesundheitlichen Folgen kennen zu lernen, denn auch über die wird in “Presse, Funk und Fernsehen” ab und an berichtet.

  4. Es gibt zu der sehr berechtigten Diskussion über die Feinstaubbelastung noch eine weiteren Aspekt: der Schutz historischer bzw. denkmalgeschützter Gebäude. In der Nähe von Fachwerkhäusern ist in vielen Innenstädten das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten.
    Wenn eine Rakete sich im Dachstuhl verfängt oder durch ein altes (aus Denkmalschutzgründen nicht erneuertes) Fenster fliegt, ist ein Hausbrand vorprogrammiert. Es wäre schön, wenn sich die Untere Denkmalbehörde auch an der Diskussion beteiligen würde.

  5. Dass Lutz Urbach nicht wusste, dass die Belastung alljährlich um 00:00 Uhr am Ende des Jahres so stark ist, zeigt, dass er im Gegensatz zu anderen Thermen nicht über den Tellerrand schaut. Für dien verkauf noch nicht bebauungsfähiger Grundstücke fährt er bis München, die schon mehrfach in Presse, Funk und Fernsehen genannte Belastung durch Feuerwerke scheinen nicht zu interessieren, Umso positiver ist sein Ansatz, darüber zu diskutieren, was man machen kann, vorausgesetzt, danach folgt etwas Vernünftiges. Beim Verwurf der “Spaßbremse” vergeht einem selbiger, weil das nur aus scheinbar schon vernebelten Gehirnen kommen kann. Sollten tatsächlich 15% des jährlichen Schadstoffaufkommens durch den motorisierten Individualverkehrs in der Silvesternacht freigesetzt werden, gleicht der Vorwurf der “Spaßbremse” dem Satz eines Rauchers: Rauchen ist gesund!

    Der Einsatz der Grünen ist sehr zu begrüßen. Ein zentrales Feuerwerk ist zwar kaum in der ganzen Stadt zu sehen, aber das einzelner Straßen könnte zusammengefasst, sollte aber auch gedeckelt werden. Hier sind natürlich die Länder wie der Bund gefragt, die auf die Hersteller der Feuerwerkskörper einwirken müssen, Produkte mit weniger Schadstoffen zu entwickeln.

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