Lennart Höring, Bergisch Gladach

Lennart Höring

Die CDU hält die Pläne der Stadt für die Freitreppe an der Schlossstraße für gelungen, inklusive der Betonmauer. Eine Begrünung sei nicht sinnvoll; denn oberhalb der Mauer öffne sich eine Grünfläche. 

Lennart Höring, Vize-Fraktionsvorsitzender der CDU und Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses (STPLA) äußert sich vor den Sitzungen des Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr (AUKIV) am Dienstag und der wichtigeren gemeinsamen Sitzung von STPLA und AUKIV am 26. Februar mit einer richtungsweisenden Einschätzung.

Sein Urteil vorab: „Wird die Treppe nach den vorliegenden Plänen erbaut, dürfte sie für Bensberg völlig neue Perspektiven schaffen.“ Die Planung sei „gelungen und ausgereift – auch wenn die 60 Meter lange Betonmauer bei manchen Bensbergern für Grauen sorgt.

Laut Höring sei es jetzt wichtig, den engen Zeitplan einzuhalten. Wenn die Ausschüsse dem ersten Bauabschnitt der Umgestaltung der Schlossstraße (Freitreppe plus Mauer) zustimmen könne die Ausschreibung zum 1. März erfolgen, referiert er aus bislang nicht veröffentlichten Verwaltungsvorlagen.

Dann könne der Bau von Treppe und Mauer Mitte Juni beginnen, eine Fertigstellung bis Mitte November sei möglich. Der Zeitdruck sei hoch, denn die Eröffnung der Treppe müsse nah bei der Eröffnung der neuen Schlossgalerie liegen. Die braucht die Treppe als weiteren Fluchtweg.

Zuletzt hieß es, das Einkaufszentrum solle im Sommer fertig sein; aber auch das ist nicht definitiv. Indirekt deutet Höring an, dass sich die Eröffnung bis November verzögern könne.

Diese neue Visualisierung der Treppe legte die Stadt am späten Mittwochabend vor

Mehr Platz für den begrünten Hang

Höring bezieht für die CDU auch zur umstrittenen Gestaltung der Mauer Stellung. Eine Begrünung sei weder erforderlich noch angemessen. Denn unmittelbar hinter der Mauer zieht sich der Hang den Berg zum Goethe-Haus hinauf – und der werde mit Bodendeckern, Büschen und einigen Bäumen begrünt.

Zudem sei die Mauer weniger hoch, die Grünfläche deutlich größer als im ursprünglichen Entwurf des Centerscape-Architekten: Nach der Verkleinerung der Schlossgalerie war die ganze Treppenanlage nach rechts gerückt; dadurch bleibe deutlich mehr Platz am Hang für eine Begrünung. Die Mauer sei zunächst mit bis zu sechs Metern weit höher dimensioniert gewesen.

Höring sieht die geplante Mauer auch nicht als grauen Riegel. Sie werde im Ton des Bensberger Erzes gefärbt, erhalte eine strukturierte Oberfläche, einen Schriftzug und einen beleuchteten Handlauf. In Kombination mit der Begrünung des Hangs, der Gestaltung des von Plateaus unterbrochenen Treppenanstiegs, der  speziellen Beleuchtung und dem freien Blick zum Schloss werde „die Bensberger Treppe zu einer einzigartigen Besonderheit im Stadtbild“.

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Die Bensberger Mauer wird teurer

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Richtig müsste es heißen: CDU plädiert für einen grünen Hang hinter Mauer.

    Eine 60 Meter lange und drei Meter Hohe Mauer bleibt ein gewaltiges, die Örtlichkeit bestimmendes Bauwerk. Dabei spielt die Oberfläche zunächst keine Rolle. Warum muss das so sein?
    Die normale Deckenhöhe in einer Wohnung ist 2,5 Meter.
    Verstanden habe ich, dass die Ordnung der Nutzungszonen innerhalb der Stadtmorphologie dann für den Nutzer/ die Nutzerin ideal ist, wenn die unterschiedlichen Sphären eine klar erkennbare Trennung von einander haben. Auch wenn man aus geschultem Fachverständnis heraus für eine eindeutige Trennung Urban und Grün plädiert ist die Mauer eine Mauer und nicht zwingend. Sie schreit nach einer anderen Lösung.

    Auf dem Mauerfundament aufsetzend und mit Sitzsteinen, ähnlich Rheinboulevard – zwei-, dreireihig – den dahiterliegenden Hang konkav modellieren und Begrünen. Die Trennung zwischen Urban und Grün würde durch diese Anordnung von Sitzsteinen dargestellt.

    Einziger Nachteil, nicht aus Beton und gefälliger.

    Auch interessant scheint die Tatsache, dass einer Eröffnung offensichtlich der fehlende Fluchtweg über die Treppe im Wege steht. Besteht deshalb die Eile?

  2. Wann wird denn der idyllische Wald angepflanzt, der am oberen Bildrand zu sehen ist? Dieses Vorhaben ist mir ganz neu!
    Leider sieht aber auch die begrünte Variante so aus, als würde da eine heftig zugige Fußgängerschneise gebaut…

  3. Nein, Herr Höring!

    Diese 60 Meter lange und 3 Meter hohe Betonmauer im Herzen von Bensberg ist nicht zu rechtfertigen. Sie ist hässlich, monströs und ignoriert durch ihre große Masse alle zeitgemäßen Diskussionen über ein gesundes Stadtklima und den Klimawandel. Ihr Argument, dass die Mauer jetzt immerhin nicht mehr -wie ursprünglich geplant- 6 Meter hoch wird, ist sicherlich eher skurril.

    Die Betonmauer jetzt eilig durchzuwinken, ohne zumindest einmal zu versuchen geeignetere Lösungen zu finden, bedeutet m.E., dass Sie Ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Dies insbesondere, da die von Ihnen gewünschte Betonmauer eine eigentlich sehr schöne Stelle von Bensberg für Jahrzehnte verschandeln wird. Dazu kommt, dass die Kosten für diese hässliche Mauer dramatisch steigen werden, wie schon jetzt von der Verwaltung angekündigt.

    Übrigens: Die Ihrem Beitrag beigefügte Visualisierung ist täuschend. So viel Grün wie eingezeichnet ist unrealistisch. Höhenunterschiede sind falsch dargestellt. Im Übrigen wird im Bereich des Marktplatzes Wald dargestellt, wo bereits heute Gebäude stehen.

    Bitte kommen Sie zurück zu den BürgerInnen und den BesucherInnen von Bensberg! Für diese gilt es eine -realistische- Aufenthaltsqualität zu schaffen!

  4. Da scheint ja ein Herr Lennart Höring zu meinen, die Wahrheit mit Löffeln aufgesogen zu haben und verkündet den Beschluss der CDU, die abschreckende Betonmauer in Bensberg errichten zu wollen. Bedenken der Grünen, Bürger, IBH und ISG werden da nach Gutsherrenart ignoriert. Betonköpfe errichten Betonmauern ganz nach Trump Manier. Da scheinen sich ja Parallelen zum FNP aufzutuen, wo die Bedenken von Bürgerinitiativen einfach weggewischt wurden. Diese machen nun ernst und bilden eine Freie Wählergemeinschaft als Antipol zu den etablierten Parteien. Beim InHK Bensberg werden maßgeblich die Steuergelder der Bürgerinnen und Bürger ausgegeben und da sollten diese doch zumindest ein Mitspracherecht über die Verwendung dieser Gelder erhalten können … oder sind diese doch einfach nicht mündig genug? Die Talfahrt der etablierten Parteien zugunsten der Grünen und anderer alternativen Parteien wird durch solch einen Habitus der CDU sicherlich nicht gestoppt werden können.