Bild aus der Kampagne „Not for Sale“. Foto: Lena Reiner

SchülerInnen des AMG und der IGP setzen ein starkes Zeichen gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel. Für eine Fotokampagne posieren sie mit dem Schriftzug „Not for Sale“ am Körper. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu schaffen – in den Schulen, aber auch mit Großflächenplakaten in der Stadt.

Wir, Jugendliche aus dem BONO Direkthilfe e.V., die sich BONO-Kids nennen, werden zusammen mit der Menschenfotografin Lena Reiner aus Friedrichshafen in Bergisch Gladbach die Fotokampagne „Not for Sale“ durchführen. Geplant ist es, Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 – 10 die auch in Deutschland existierende Problematik der Zwangsprostitution und des Menschenhandels näherzubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, mit einem ausdrucksstarken Foto ein Zeichen dagegen zu setzen.

Wir starten das Projekt in den nächsten Tagen am Albertus-Magnus-Gymnasium in Bensberg und im Rahmen des Friedenstages an der Integrierten Gesamtschule Paffrath.

Worum geht’s?

Menschen sind keine Ware und schon gar kein (käufliches) Sexspielzeug. Leider steigt trotz aller Bemühungen die Anzahl der Opfer bezahlter Vergewaltigungen an. Dies belegt die erste international durchgeführte Studie zum Thema: Offenders on the Move, veröffentlicht im Mai 2016. Eins steht fest: Das Problem ist real, es ist riesig, und der Aufschrei diesbezüglich bleibt aus.

Die Idee

Mit einer schlichten, ausdrucksstarken Fotoreihe und ebenso prägnanten wie einfachen Aussagen gefüllt mit Fakten rund um die Problematik möchte die Fotografin Lena Reiner die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema lenken – unter anderem in der Hoffnung, dass soziale Kontrolle zumindest Gelegenheitstäter von ihrem Tun abzuhalten vermag.

Die Fotoreihe konzentriert sich auf die Hauptbetroffenengruppe der minderjährigen Opfer: Jugendliche, vor allem Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren. Schwarzer Hintergrund. Direkter Blick in die Kamera. „Not for Sale“-Schriftzug am Körper. Das sind die Vorgaben. Wie die Jugendlichen schauen und wo der Schriftzug platziert wird, das entscheiden sie selbst.

Das Projekt wird mit BONO-Kids, jungen Mitgliedern der BONO Direkthilfe, gemeinsam geplant und zusammen mit der Fotografin Lena Reiner durchgeführt. Die BONO Direkthilfe ist ein gemeinnütziger Verein der sich gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution, vor allem in Indien und Nepal, engagiert.

Das Ziel

Wir planen Großflächenplakate mit den entstandenen Motiven in Bergisch Gladbach zu veröffentlichen. Zusätzlich sollen die Bilder in schulinternen Ausstellungen mit unserer Unterstützung präsentiert werden.

Als weiteres Ziel haben wir vor Augen, das Projekt auch an Kölner Schulen durchzuführen und die Fotos im Großraum Köln ebenfalls zu veröffentlichen. Wir erhoffen uns viele Menschen erreichen zu können und die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.

Warum dieses Thema?

Laut einer Schätzung der Menschenrechtsorganisation „Terre des Hommes“ reisen 400.000 deutsche Männer jährlich in die Welt hinaus, um sich sexuelle Dienstleistungen zu erkaufen. Viele der Opfer sind minderjährig. Das legen folgende Zahlen nahe:

  • Das durchschnittliche Alter von Prostituierten in Bangladesch liegt bei 13 Jahren (Quelle: UNICEF).
  • Im Nummer-1-Zielland westlicher „Sextouristen“ Kambodscha sind ein Drittel der Opfer Kinder
  • In der EU wurden 2015/2016 20.532 Opfer von Menschenhandel registriert, das ist dem Bericht der Europäischen Kommission zum Fortschritt im Bereich der Bekämpfung von Menschenhandel zu entnehmen. Dabei wird von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen.
  • 67% der Opfer werden sexuell ausgebeutet.
  • 21% der Opfer sind Kinder.
  • Davon 16% Mädchen.

Weitere Eindrücke gibt es auf der Webseite der BONO Direkthilfe oder auf der Homepage der Fotografin Lena Reiner.

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Der Name „BONO“ geht zurück auf das lateinische Wort „bonum“, das Gute. Die BONO-Direkthilfe hilft Menschen, die akut in Not sind und niemanden haben, an den sie sich wenden können. Der Verein mit Sitz in Bensberg setzt sich für Kinder- und Frauenrechte ein. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit...

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