In einem Modell der Stadtplaner ist die Schlossgalerie längst fertig, die Eröffnung verzögert sich aber noch einmal. Aktuelle Entwürfe liegen nicht vor

Die Eröffnung der Schlossgalerie wird vom Sommer auf den November verschoben. Einen Start mitten in einer Baustelle kann  sich das Einkaufszentrum nicht leisten. Damit steht die Stadt beim Bau der Freitreppe unter Druck; auch der Zeitplan für die Schlossstraße ändert sich erneut. 

Viele Jahre hatten Bensberg und die Stadtverwaltung darauf gewartet, dass die Pläne des Eigentümers Centerscape für eine neue Marktgalerie in der Schlossstraße Realität werden; jetzt ist das Unternehmen schneller als geplant und muss warten, bis die Stadt mit dem Bau der angrenzenden Freitreppe  fertig wird. Aber damit nicht genug: auch ein erster Teil der Umgestaltung der Schlossstraße muss vorgezogen werden.

Für die Mieter „ist es eine unbedingte Voraussetzung, dass die Schlossgalerie ohne Baustelle zugänglich ist”, sagte jetzt Thomas von Einem, Prokurist des Bauherrn Centerscape. Zwar seien die Arbeiten am Bensberger Einkaufszentrum im Zeitplan, Ende Juni sei die Schlossgalerie weitgehend fertig. Die Eröffnung werde jedoch – wie bereits bekannt – auf November verschoben.

Seit dem Start der Arbeiten geht der Umbau vom alten Löwencenter zur Schlossgalerie rasch voran; problematisch bleibt die Treppe links und die Straße vor dem Eingang

„Stolperstein” sei vor allem die Treppenanlage. Ursprünglich hätte die neue Freitreppe entlang der Schlossgalerie von Centerscape im Auftrag der Stadt mit gebaut werden sollen. Um Reibungsverluste zu verhindern.

Dann hatte sich die Stadt im Dezember 2018  jedoch entschieden, diesen wichtigen Teil der Umgestaltung der Bensberger City selbst in die Hand zu nehmen und die Planung sowie Ausführung vom Kölner Büro Club L94 durchführen zu lassen, das ohnehin die gesamte Schlossstraße im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes neu macht.

Zudem stellte sich heraus, dass das alte Konzept von 2014 für die Treppe und die Absicherung des Hangs auf der linken Seite nicht funktioniert. Die neuen Planungen benötigten Zeit und müssen noch endgültig vom Stadtrat genehmigt werden – was zu Verzögerungen führt.

Erst ab Mitte November, so die aktuelle Planung (die durch eine Mitteilung der CDU öffentlich wurde), steht die Freitreppe zur Verfügung. Und die ist wiederum als zweiter Fluchtweg für die Schlossgalerie eine zwingende Bedingung für die Öffnung.

Eine aktuelle Visualisierung der Treppe durch den Club L 94. Die Mauer auf der linken Seite ist jedoch noch umstritten.

Hinzu kommen nach Angaben von Centerscape-Manager von Einem wirtschaftliche Gründe. Die Mieter der großen Flächen in der Schlossgalerie (u.a. Rewe Wintgens und DM) müssten vom Start weg hohe Umsätze erwirtschaften. „Dafür ist es wichtig, dass das Einkaufszentrum gut zu erreichen ist und einen einladenden Eindruck macht. Mit einer Baustelle vor der Tür geht das nicht“, sagt von Einem.

Damit steigt der Druck auf der Stadtverwaltung, auch die Schlossstraße selbst im Bereich unmittelbar vor der Schlossgalerie früher als zuletzt geplant anzugehen. Der Umbau wird zu zwei Dritteln aus Landesmitteln bezahlt, daher muss die Stadt eine komplizierte Abfolge von Genehmigungsschritten befolgen. Im Sommer sollte zunächst nur der 1. Bauabschnitt mit der Freitreppe starten.

Der letzte Zeitplan: bislang sollte der 2. Abschnitt (vor der Schlossgalerie) erst nach dem 1. Schitt (Freitreppe) gebaut werden.

Jetzt hat sich die Stadt nach Angaben von Centerscape aber darauf eingelassen, den zweiten Bauabschnitt zum Teil vorzuziehen. Das sei eines der Ergebnisse der vielen Gespräche zwischen Centerscape und Stadt, berichtet von Einem. Aber auch hier müssen die zuständigen Ausschüsse noch Entscheidungen über Materialien und Kosten treffen; das ist für den 26. Februar geplant.

Teil des Problems ist es, dass Centerscape seit dem Baustart unerwartet hohes Tempo vorgelegt hat. Ursprünglich hatte auch der Investor eine Fertigstellung für Herbst 2019 vorgesehen, sagt die Stadtverwaltung – darauf habe sie sich im Rahmen des InHK eingestellt. Auch Centerscape bestätigt, dass bis November vertraglich alles klar ist, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger.

Ob die Treppe tatsächlich bis zum Herbst fertig wird ist nach Einschätzung des Centerscape-Managers nicht gesichert: Das sei nur möglich, „wenn alle Schritte ineinandergreifen“. Die reine Bauzeit betrage schon circa vier Monate, dazu kämen Absprachen und Genehmigungsprozesse. „Wir hoffen, dass der Zeitplan der Stadtverwaltung funktioniert”, sagt von Einem. „Jetzt müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen, dass es auch klappt.“

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Man kann sich vorstellen, dass Centerscape kaum noch einmal mit der Stadt zusammenarbeiten wird, woraus allerdings auch umgekehrt ein Schuh werden kann. Kommunikation heißt wohl das Zauberwort, worin sich wohl viele Politiker und Verwalter aber auch Planungsbüros und Bauherren üben müssen. Die Argumentation, die Ankermieter müssten von Anfang an gute Umsätze erzielen, was sie nur mit einem intakten Entree, sprich zumindest vor der Galerie ein neuer Teil der Schlossstraße, verwirklichen können. Dies versteht sich eigentlich von selbst, weshalb man staunt, dass das erst jetzt in der Öffentlichkeit ruchbar wird. Oder sind das wieder Ticks von Centerscape und Stadt, einen schon akzeptierten Termin in 2020 jetzt schrittweise zu rechtfertigen?

    Mitte November soll die Galerie eröffnet werden, wofür die Treppe auch aus fluchttechnischen Gründen wohl unerlässlich ist. Deren Bauzeit wird 4 Monate betragen, wobei man das Wort „mindestens“ vorsichtshalber dazusetzen sollte. Nach all den Verzögerungen, dem Gerangel um Parkplätze, dem nicht realisierbaren Plan von Club L94 für die Treppe und der immer ausbleibenden Zustimmung des Rates für die Schlossstraße muss man sich nun auch immer noch über Materialien etc. einig werden.

    Armes Bensberg!