Der Ausschuss im Rathaus Bensberg. Archivfoto

Der zuständige Ausschuss hat den Bau einer Freitreppe und Mauer bei der Neugestaltung der Schlossstraße trotz deutlich höherer Kosten zugestimmt. Die Gestaltung der Mauer bleibt umstritten, dabei steht die Stadt unter Zeitdruck.

Der Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr hat in einem neuen Maßnahmenbeschluss dem 1. Bauabschnitt der Umgestaltung der Schlossstraße gegen die Stimmen der Linken zugestimmt. Dieser neue Beschluss war notwendig geworden, weil die Treppe entlang der Schlossgalerie gegenüber den ersten Plänen von 2014 eine neue Konstruktion erfordert und damit deutlich teurer geworden ist.

Die Kostensteigerung ist in der Sitzung am Dienstag von keiner Partei grundsätzlich in Frage gestellt worden, wohl aber die Gestaltung.

Daher steht der Beschluss unter dem Vorbehalt einer Einigung bei der umstrittenen Gestaltung der Mauer in Sachen Treppen-Abfolge, Material, Form und Höhe der Mauer sowie Begrünung. Das soll in einer weiteren Sitzung des AUKIV gemeinsam mit dem Stadtplanungsausschuss Ende Februar entschieden werden.

Die Stadtverwaltung hat sich nach eigener Aussage verpflichtet, bis zur Eröffnung der Schlossgalerie im November 2019 die Treppe fertig zu stellen. Dann sei sie als Rettungsweg zwingend erforderlich. Dadurch ist kritischer Zeitdruck entstanden.

Obwohl die Gestaltung eigentlich nicht Thema der Sitzung wurde sie im Ausschuss intensiv diskutiert. CDU, SPD und Grüne forderten die Stadt deutlich und mehrfach auf, nach Alternativen zur vorgeschlagenen 60 Meter langen und drei Meter hohen Mauer zu suchen.

Die CDU will vor allem die Materialbeschaffenheit klären, die Höhe der Mauer reduzieren und sie womöglich als als Bank nutzen.

Die Grünen halten eine Begrünung für notwendig und regen eine Terassenlösung an-

Auch der SPD ist eine Begrünung wichtig; sie fordert, den Hang mit einzubeziehen.

Die Vertreter der Stadtverwaltung verteidigten den Entwurf des Architektenbüros Club L 94. Sie räumte jedoch ein, dass die Mauer aus Sicht der Statik niedriger sein könnte. Unklar blieb, ob nicht
sogar eine terassenartige Lösung möglich wäre. Die Verwaltung sagte zu, die Vorschläge zur Gestaltung zu prüfen.

Hanns-Eberhard Schulze

wohnt seit 25 Jahren in Bensberg und schätzt besonders die „grüne Seite" von Bergisch Gladbach.

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2 Kommentare

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  1. Der Bericht über die gestrige AUKIV Sitzung ist beruhigend: die deutliche Forderung nach Optimierung der Treppen-/ Mauersituation ist offensichtlich. Die Planer werden sich auf die Wünsche der politischen Vertreter und der engagierten Bürger einstellen müssen. Das Argument, rechtzeitig zur Eröffnung der Schlossgalerie auch einen Fluchtweg zu haben, ist natürlich richtig, darf aber nicht dazu führen, aus purem Zeitdruck eine suboptimale Planung zu realisieren.
    Herr Schulze berichtet aus der Sitzung, dass die Genehmigung der veranschlagten Mehrkosten des Projektes unter dem Vorbehalt der Einigung bezüglich einer ansprechenden Planung erteilt wurde. Das sollte Anreiz für die Planer sein, zügig das vorhandene Optimierungspotential zu nutzen und die Kritiker zu überzeugen.
    Sollte dennoch die Zeit knapp werden, sei es darum! Dann muss eben zur Not auch über die Schaffung eines provisorischen Fluchtweges als Übergangslösung nachgedacht werden.

  2. Da scheint ja langsam bei der Politik quer durch alle Parteien die Einsicht zu reifen, dass eine 3 Meter hohe und 60 Meter lange Betonmauer bei den Bürgern eher als ausgrenzend, abgrenzend und somit als Angstraum statt als einladender Ort des Verweilens angesehen wird. Schön, dass da gestern die Offenheit für alternative Lösungen deutlich zu verspüren war.

    Es ist nun zu hoffen, dass die Verwaltung am 26.2. endlich Alternativvorschläge vorlegt, die einen breiten Konsens sowohl in der Politik als auch in der Öffentlichkeit erlangen.