Ab Köln-Deutz teilt sich die S11 die Gleise mit fast alle anderen S-Bahnen, Regionalbahnen und Fernzügen. Foto: NVR

Der Schienennahverkehr im Rheinland verzeichnet immer größere Verspätungen. Bei den S-Bahnen ist die S 11 der Spitzenreiter: 1 Minute 42 Sekunden waren es 2018 im Durchschnitt. Was sind die Gründe, und was ist zu tun?

Eine Minute und 42 Sekunden: Das war die durchschnittliche Verspätung der S-Bahn-Linie 11 im Jahr 2018. Bei allen S-Bahnen hat sich die Pünktlichkeit im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent verschlechtert, schreibt der Nahverkehr Rheinland (NVR) in einer Pressemitteilung. Die S11 ist dabei der Spitzenreiter.

Zugleich spiegelt sie den Trend, der sich seit einigen Jahren im gesamten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zeigt. Für alle S- und Regionalbahnen im Rheinland lag der Durchschnittswert 2018 bei 2 Minuten und 15 Sekunden – 7,1 Prozent mehr als 2017.

Was sind die Gründe?

Hauptursache ist laut NVR die – seit Jahren angemahnte – mangelnde Kapazität des Schienennetzes. Inzwischen habe auch der Infrastrukturbetreiber DB Netz AG unter anderem die linke Rheinstrecke südlich von Köln über Bonn nach Remagen für überlastet erklärt.

Eine zusätzliche Belastung stellen die Güterzüge dar, die wegen Bauarbeiten regelmäßig auf die linke Rheinstrecke umgeleitet werden. Hinzu kommen unvorhergesehene Ereignisse wie der ICE-Brand im Herbst 2018, der dazu führte, dass die Schnellstrecke Köln – Frankfurt gesperrt und der Fernverkehr umgeleitet werden musste.

Apropos Herbst: In der nasskalten Jahrenzeit verzeichnet der NVR die größten Verspätungen – weil dann mehr Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen.

Bei den S-Bahnen ist das Problem, dass alle Linien (außer der S23) zwischen Köln Messe/Deutz und Köln Hansaring die Gleise gemeinsam mit den Regionalexpress- und Regionalbahnlinien sowie dem Fernverkehr nutzen. Deshalb ist auch die S11 von den grundlegenden Problemen im Schienennetz betroffen.

Was ist zu tun?

NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober erwartet von den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und DB Netz eine schnelle Reaktion: „Es steht fest, dass langfristig nur der Ausbau der Infrastruktur die anvisierte Steigerung der Pünktlichkeitswerte bringen kann. In der Zwischenzeit muss aber alles dafür getan werden, dass das Niveau nicht noch weiter abfällt. Hier fordern wir von den EVU und DB Netz kurzfristige Lösungen, um Verspätungen zu vermeiden.“

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2 Kommentare

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  1. Diese Statistik ist, soweit wir das erkennen können, nicht gefälscht. In der Tat geht es hier nicht um Zugausfälle und Halteausfälle, sondern lediglich um Verspätungen, im Vergleich zum Vorjahr. Und genau in diesem Punkt ist die Statistik auch aussagekräfigt – wie es die Überschrift ja auch auf den Punkt bringt. Ob es auch immer mehr Zug- und Halteausfälle gibt, können wir nur vermuten. Diese Statistik gibt es aber nicht her.

  2. wie sagte mein Professor, glaube nie einer Statistik, die du nicht selber gefälschst hast.
    In den Bahnstatistiken werden Ausfälle nicht bewertet, Halteausfälle z.B. Endhalt GL auch nicht.

    Eine Statistik für den/die Endhalte GL wäre für mich interessant. Das kann aber nicht aus der Statistik entnommen werden.