Die Stadt und der Konkursverwalter haben den Pachtvertrag für das Zanders-Grundstück gekündigt. Damit stehen alle Beteiligten unter hohem Zeitdruck, eine Lösung für die Papierfabrik zu finden. 

Seit zwei Wochen laufen Gespräch unter Vermittlung des früheren NRW-Wirtschaftsministers Ingo Wolf, um das Verhältnis zwischen der Stadt (als Vermieter des Produktionsgeländes) und der Zanders Paper GmbH (als Mieter) auf eine tragfähige Grundlage zu stellen. Dabei gibt es ein hartes Zeitlimit: Am 30. Juni läuft der aktuelle Pachtvertrag aus.

Im Spätherbst 2018 hatte die Stadt nach dem Grundstückskauf einen Pachtvertrag über fünf Jahren unterzeichnet, mit dem Konkursverwalter. Der sollte eigentlich auf den neuen Eigentümer übergehen.

Das ist bislang nicht geschehen. Statt dessen haben die Stadt Bergisch Gladbach und der Konkursverwalter den Vertrag (offenbar schon im Dezember) zum 30. Juni gekündigt. Das sagte jetzt Bürgermeister Lutz Urbach dem Bürgerportal – und bestätigte damit einen Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers.

Hintergrund sind offenbar Forderungen der Stadt an Zanders, die die skandinavische Investorengruppe als neue Eigentümer bislang nicht erfüllt haben. Es geht um Sicherheiten und ein Investitionskonzept, aber auch um ein Brandschutzkonzept. Das Unternehmen selbst nimmt nicht Stellung.

Nach wie vor ist die Lage des Unternehmens sehr unübersichtlich. Aber wenn sich Stadt und die neuen Eigentümer nicht bis zum 30. Juni auf einen neuen Vertrag einigen, schreibt der Kölner Stadt-Anzeiger, müsse die Produktion gestoppt werden.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Es scheint augensichtlich zu sein, dass der Investor pokert. Das Verhalten bzw. die Untätigkeit des Insolvenzverwalters lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Dass die Stadt auf den von ihr mit dem Ins.-Verw. geschlossenen Vertrag pocht, ist ja klar. Sie hat damals 5 Jahre Vertragsdauer sowie ein zu realisierendes Brandschutzkonzept und eine Investitionszusage vereinbart, was der Ins.-Verw. dem neuen Investor nicht weitergegeben hat. Warum dann mit dem Norweger ein Vertrag abgeschlossen wurde, ist m.E. zu hinterfragen. Wollte der Ins.-Verw. Vollzug melden, womit bestimmte finanzielle Leistungszahlungen verbunden gewesen wären?