Investor Terje Haglund und der neue Vorstandschef Andreas Willeke

Auch unter den neuen Eigentümern soll Zanders eine breite Palette von Spezialpapieren herstellen. Das kündigt der neue Chef Andreas Willeke jetzt an. Der Düsseldorfer Unternehmensberater ist in der Papierfabrik kein Unbekannter.

Mit der skandinavischen Investorengruppe um den Norweger Terje Haglund ziehen an der Gohrsmühle wieder englische Bezeichnungen ein. Der Unternehmensberater Andreas Willeke wird als „Head of Management” das neue Unternehmen „Zanders paper GmbH” führen, heißt es in einer ersten Presseerklärung. Auch im operativen Geschäft steht allerdings Haglund über ihm, der als „Managing Director” vorgestellt wird.

Er werde die Unternehmensführung für eine gewisse Zeit in die Hand unterstützen, bis die anstehenden Herausforderungen gelöst sind, sagte Willeke dem Bürgerportal. Er ist seit 2003 Geschäftsführer der WillekePartner Beratungsgesellschaft in Düsseldorf und Experte für die Restrukturierung von Unternehmen.

Er ist bereits seit einigen Monaten im Unternehmen und hatte Zanders im Auftrag des Insolvenzverwalters als „Chief Restructuring Officer” geleitetet. Willeke kombiniere „eine ausgewiesene Expertise in Umstrukturierungen in der Industrie mit wichtigem Detailwissen über Zanders, Kunden und Produkte”, heißt es in der Pressemitteilung.

Terje Haglund, der als treibende Kraft der Übernahme des Unternehmens aus der Insolvenz gilt, kündigt an, dass Zanders das komplette Produktportfolio fortführen und darüber hinaus weiterentwickeln werde. Damit dementiert er einen früheren Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers, Zanders paper werde sich auf einige wenige Produkte beschränken.

Er erklärte:

„Wir freuen uns sehr auf die Fortführung der Papierproduktion an diesem historischen Industriestandort. Zanders wird seine Kostenstrukturen weiter optimieren. Das schlanke und gesunde Unternehmen wird gut aufgestellt sein, um im hart umkämpften Papiermarkt Erfolg zu haben. Zanders wird seinen Kunden weiterhin das gesamte bestehende Produktportfolio anbieten und den Fokus darauf setzen, die Marktanforderungen zu erfüllen.“

Hintergrund:Terje Haglund und sein Konzept
Die Investorengruppe um Haglund hatte im Sommer in Belgien in der Stadt Virginal-Samme die seit zwölf Monaten still stehende Papierfabrik Idempapers gekauft und im August unter dem Namen „Virginal Paper“ neu gestartet. Die skandinavische Investorengruppe werde vom schwedischen Kapitalgeber Avida Finans unterstützt.

Bei der Sanierung des belgischen Unternehmens war der Mitarbeiterstamm von 360 auf 70 reduziert worden, berichtet das Branchenblatt Printweek – um dann wieder auf 120 Leute aufgebaut zu werden.

Haglund ist bei Virginal Paper Vorstandschef; er hat nach eigenen Angaben mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Branche. Seine Gruppe hatte bereits die schwedischen Papierfabrik Lessebo saniert, zudem war sie in Norwegen und Estland aktiv.

Haglunds Konzept bei Virginal ist es, mit den alten Produktionsanlagen ein völlig neues Unternehmen aufzubauen und sich ganz auf Spezialpapiere zu konzentrieren – wie Zanders auf hochwertige Etiketten und Verpackungen. Idem Papers war 1834 gegründet worden und hatte in Spitzenzeiten eine Kapazität von 200.000 Tonnen Papier pro Jahr.

Willeke konkretisiert in der Pressemitteilung:

„Wir werden weiterhin alle bestehenden Produkte produzieren, von Chromolux Papier und Karton über Zanlabel und Zanpack, Zankraft, Zanflex und Zanbarrier OGR bis hin zu Silver Digital und Zanjet, unserer erfolgreichen High-Speed Inkjet-Qualität. Und wir werden insbesondere die neuen Sorten Zanbarrier NGR und Zangrass weiterentwickeln. Dies alles wird die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherstellen.“

Über die Zahl der Mitarbeiter macht das Unternehmen keine neuen Angaben. In der Fußnote der Presseerklärung ist von rund 300 Mitarbeitern die Rede. Der Abbau der Belegschaft von noch 500 zu Beginn der Insolvenz im Sommer war bereits vom Insolvenzverwalter eingeleitet worden.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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