Eric Wrede, Roland Schulz, Inge Roth, Hanna Roth, David Roth. Foto: Pütz-Roth

„Wir sind alle Romantiker“ mit diesen Worten überraschte der Laudator, der Berliner Bestatte Eric Wrede, die über 100 Gäste der Verleihung des Fritz-Roth-Medienpreis im Bestattungshaus Pütz-Roth.

Den Tod zurück ins Leben holen, darauf aufmerksam machen, dass wir uns rechtzeitig darum kümmern, dass wir es schaffen, hinzugucken und nicht den Tod im wahrsten Sinne des Wortes tot zu schweigen. Roland Schulz ist mit seinem Buch „So sterben wir“ genau das gelungen. Er schreibt:

„Tage vor deinem Tod, wenn noch niemand deine Sterbestunde kennt, hört dein Herz auf, Blut bis in die Spitzen deiner Finger zu pumpen. Wird anderswo gebraucht. In deinem Kopf. (…) Schwerstkranke scheinen oft von einem Schweigen umstellt, das gegenseitiger Rücksichtnahme entspringt, der des Kranken wie der Gesunden.“

Das ist so, und ähnliches gilt für Trauernde. Solche Sprachlosigkeit verhindert die so wichtige Gemeinschaft in einer existenziellen Krisensituationen. Im Bestattungshaus Pütz-Roth versuchen wir gerade diese Gemeinschaft zu fördern.

Eric Wrede, Roland Schulz, David Roth. Foto: Pütz-Roth

David Roth, Vorstand der Stiftung und Geschäftsführer des Bestattungshauses Pütz Roth, beschreibt, warum das Kuratorium Roland Schulz für den Preis auswählte:

„Den Blick auf das Ende zu werfen, es gibt in unserer Gesellschaft kaum etwas, das den Menschen schwerer fällt. Roland Schulz hat mit seinem Buch und seinem Artikel bewiesen, dass es möglich ist, mit den Themen Tod und Trauer eine große Leserschaft zu erreichen, wenn man den richtigen Ton trifft und so die Menschen öffnet.“

Der Laudator Bestatter Eric Wrede aus Berlin, der ganz im Sinne von Fritz Roth durch seine Interviews und Talkshowauftritte viel dafür getan hat, dass Trauer und Tod in den populären Medien sichtbar bleiben, sprach nicht nur den schönen Satz aus „Wir sind alle Romantiker“. Er hatte auch eine sehr gute Begründung dafür, der wir uns aus ganzem Herzen anschließen:

„Wir sind alle Romantiker. Und wir sind es gerne. Realistische Romantiker. Wir sind zusammen Menschen, die gesehen haben, was es bringt, wenn wir uns gemeinsam dem Thema Lebensende, Tod und Abschied mit offenem Visier und vor allem aber wissend nähern. Wissen ist Macht. Immer. Wissensvermittlung jedoch reduziert nicht die eigene Macht sondern emanzipiert alle anderen, die sich freimachen können von falschen Gralshütern und sich in ihren ureigenen Bedürfnissen gestärkt fühlen. Und wie unglaublich diese Bedürfnisse ein Weiterleben nach dem Verlust eines Menschen das eigene Leben bereichern können, das sehe ich täglich in meiner Arbeit.“

Das können wir nur unterschreiben. Danke Eric! Und Alles Gute unserem Preisträger Roland Schulz. Der Preisträger erhält eine Fördersumme in Höhe von 5000 Euro.

Die Fritz-Roth-Stiftung setzt sich für den Erhalt und die Förderung von Trauerritualen ein. Eine weitere Aufgabe ist Wissen über Tod und Trauer zu sammeln und für eine breite Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Ein enger Gedanken- und Erfahrungsaustausch verbindet die Stiftung mit international führenden Repräsentanten der Trauerforschung. Die wichtigsten Gedanken, Inhalte und Ergebnisse werden in Veranstaltungen, Tagungen und Konferenzen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Fritz Roth-Stiftung unterstützt Projekte für trauernde Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene:
TrauBe Köln e.V. – TrauerBegleitung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Chat “Doch etwas bleibt” – Trauerchat für Jugendliche und junge Erwachsene
Webseite “In lauter Trauer” – Eine einfühlsame Webseite über die Trauer
Trostboxen “BALDUINS BOX e.V.” – Vergabe von Trostboxen an Betroffene

Fritz Roth war bis zum Jahr 2012 der bundesweit bekannteste Vertreter der Bestattungsbranche. Durch seine öffentlichen Auftritte und seine Bücher und Filme hat er viel dafür getan, dass die Themen Trauer und Tod mehr (aber leider immer noch zu wenig) in den Blick der Öffentlichkeit gerückt wurden. Fritz Roth ist im Jahr 2012 gestorben. Nach seinem Tod wurde durch seine Witwe Inge Roth und seine Nachfolger Hanna Thiele-Roth und David Roth die Fritz-Roth-Stiftung ins Leben gerufen.

Pütz-Roth

ist ein renommiertes Bestattungshaus im Raum Köln und Bergisch Gladbach.

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