In den vergangenen Nächten sind erneut zwei Schulen und eine Kita heimgesucht worden. Die Polizei hat die bereits bekannte Tätergruppe im Verdacht – und arbeitet mit Hochdruck an einer Akte für die Justiz.

In der Nacht auf Donnerstag  sind die Wilhelm-Wagener-Schule am Ginsterweg in Refrath und die Gemeinschaftsgrundschule Gronau auf der Mülheimer Straße aufgebrochen worden, berichtet die Polizei. Erneut seien die Einbrecher mit brachialer Gewalt vorgegangen: Türen wurden aufgebrochen und mehrere Glaseinsätze zerstört, um zu den Verwaltungsräumen der Schulen zu gelangen.

Neben etwas Bargeld konnten die Diebe zwei Laptops und ein I-Pad erbeuten.

In der Nacht zu Freitag waren die Täter an der Kita auf der Hans-Zanders-Straße in der Innenstadt aktiv. Hier scheiterten die Einbrecher aber an der Glasfront im Eingangsbereich. Obwohl sie einen Pflanzkübel aus Beton in eine Scheibe warfen, zerbrach das Glas nicht vollständig. Lediglich der Betonkübel zerbrach in mehrere Teile.

Nach Einschätzung der Polizei RheinBerg gehören auch die drei neuen Taten der Serie von inzwischen mehr als 40 Einbrüchen der letzten Wochen zu. Dabei waren sechs Tatverdächtige im Alter von 14 bis 17 Jahren identifiziert, vernommen und verwarnt worden. Einer dieser Verdächtigen war dennoch wenig später bei einer weiteren Tat erwischt worden.

Die Ermittler müssen nun prüfen, ob einem oder mehreren Jugendlichen diese  Taten konkret nachgewiesen werden können. Die Polizeibehörde arbeite mit hohem Druck daran, eine möglichst umfangreiche und rechtssichere Akte zusammen zu stellen, die dann dem Staatsanwalt an die Hand gegeben werden kann, erläutert Polizeisprecher Richard Barz.

Zur Sache: Jugendstrafrecht
Das Jugendstraftrecht ist das für Jugendliche (14- bis 17-Jährige) und z. T. auch für Heranwachsende (18- bis 20-Jährige) geltende Straf- und Strafprozessrecht; es weicht in wesentlichen Grundsätzen vom allgemeinen Strafrecht ab.

In Deutschland beginnt die strafrechtliche Verantwortlichkeit mit der Vollendung des 14. Lebensjahres, wenn der Jugendliche zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung reif genug war, das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln (§ 3 Satz 1 JGG).

Kinder unter 14 Jahren sind schuldunfähig (§ 19 StGB).

Auf Heranwachsende wird trotz zivilrechtlicher Volljährigkeit das J. angewendet, wenn im Einzelfall der Täter zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen gleichstand oder es sich bei dem Charakter der Tat um eine Jugendverfehlung handelt (§ 105 JGG).

Der Unterschied zum Erwachsenenstrafrecht liegt beim materiellen Strafrecht im Bereich der Rechtsfolgen der Tat. Eine Jugendstraftat ist in erster Linie durch Erziehungsmaßregeln (Erteilung von Weisungen; Anordnung, Hilfe zur Erziehung nach § 12 JGG in Anspruch zu nehmen) zu ahnden; wenn diese nicht ausreichen, um dem Täter das Unrecht der Tat und seine Einstandspflicht hierfür bewusst zu machen, wird die Straftat mit Zuchtmitteln(Verwarnung; Erteilung von Auflagen, z. B. Schadensersatz, Zahlung von Bußen; Jugendarrest) oder mit Jugendstrafe geahndet.

Als Maßregeln der Besserung und Sicherung können die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einer Entziehungsanstalt, die Führungsaufsicht oder die Entziehung der Fahrerlaubnis angeordnet werden. Nachträgliche Sicherungsverwahrung bei Verurteilungen nach J. kann gemäß § 106 JGG erfolgen.

Quelle und weitere Infos: Bundeszentrale für politische Bildung

Bevor ein Jugendgericht einen Jugendlichen in Untersuchungshaft oder Sicherungsverwahrung nimmt, müssen hohe juristische Hürden genommen werden. Das sei zwar schwierig, sagt Barz, aber nicht unmöglich.

Hinweise und Beobachtungen nimmt die Polizei unter  02202 205 120 entgegen.

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1 Kommentar

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  1. Das war doch voraussehbar,kein Geld war für Jugendtreffs und die mit Betreuung da also geben wir das Geld in den Jugendknast.Wie Kurzsichtig und Blöd kann man sein.Hauptsache war Geld für die Chinareise eines Herrn Urbach der ohnehin nicht mehr zur Wiederwahl antritt da.