Was wäre, wenn die Autos nicht mehr über die Rampe zur Paffrather Straße gelangen, sondern an dieser Stelle die Umfahrung rechts unten nutzen müssten?

Die Stadt überlegt nicht nur, den Markt für Busse zu sperren. Sie denkt auch über eine Sperrung der Rampe von der Stationsstraße zur Paffrather Straße nach. Bislang sind das nur Gedankenspiele. Aber immerhin: einen Test soll es geben.

Die CDU und SPD, aber auch die FDP, hatten die Verwaltung mehrfach aufgefordert, die Verkehrssituation in der gesamten Stadt unter die Lupe zu nehmen. Immerhin mit Blick auf die Innenstadt geht es dabei jetzt voran: Die Stadt hat u.a. ein Verkehrsgutachten für die Stationsstraße in Auftrag gegeben, das nun vorliegt und mit ganz neuen Ideen aufwartet.

Die Stationsstraße zwischen S-Bahnhof, Busbahnhof, RheinBerg Galerie und Fußgängerzone. Foto: BergischSchön

Der zentrale Punkt: Die Stationsstraße muss entlastet werden. Zum Beispiel dadurch, dass die Rampe von der Stationsstraße hinauf zur Paffrather Straße gesperrt wird und der Verkehr über die alte, tieferliegende Straße zwischen Löwencenter und RheinBerg Passage herum geführt wird.

Über diese Pläne hatte die Stadt zunächst den Stadtrat hinter verschlossenen Türen unterrichtet, jetzt wurden die Unterlagen für die Sitzung des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses am 3. Juli veröffentlicht (siehe unten).

Die Stationsstraße steht deshalb auf der Prioritätenliste ganz oben, weil sie schon jetzt ein Nadelöhr ist. Und in absehbarer Zeit kommt weiterer Verkehr dazu, durch das neue Stadthaus sowie die Bebauung des Cox- und des Köttgen-Geländes.

An der Jakobstraße baut Isotec eine neue Firmenzentrale, am Kalkofen entsteht ein Wohnviertel, das Stadthaus kommt auf das Kopfgrundstück am Bahnhof.

Das Planungsbüro VIA, dass sich nach vielen Aufträge in Bergisch Gladbach gut auskennt, schlägt nun die Teilsperrung der Rampe vor. Mit einigen Auswirkungen. Wer aus der Innenstadt in Richtung Markt oder Heborn und Paffrath will, muss unten rum durch die Betonschlucht hinter dem Löwencenter zum Kreisverkehr an der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße. Dieser nur von Ortskundigen genutzte Bypass soll auch in Gegenrichtung geöffnet werden.

Eine weitere mögliche Folge wäre es, die Haltestelle „Markt“ aufzugeben und die Busse außen herum zum Turbokreisel an der Schnabelsmühle zu führen. Auf diese Idee hatte bereits der VCD hingewiesen – und eine riesige, weitgehend negative Reaktion hervorgerufen (Website, Facebook).

Die Stadtverwaltung legt Wert darauf, dass (natürlich) noch nichts entschieden ist.

Um weitere Erkenntnisse zu erhalten schlägt sie jedoch vor, eine solche Verkehrsführung zunächst einmal für zwei Monate zu testen. Nach Absprache mit der Wupsi und dem RVK könne das bereits nach dem Sommer gemacht werden. Darüber muss der Stadtplanungsausschuss am 3.7. entscheiden.

Dokumentation:

Die umangreiche Machbarkeitsstudie finden Sie im Ratsinformationssystem.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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8 Kommentare

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  1. Ich habe bis Ende Januar 2020 ein Jahr täglich mehrfach den Driescher Kreisel befahren. Egal zu welcher Tageszeit kommt es dort mehrmals zu minutenlangen Staus auf allen den Kreisel erreichenden Straßen. M.E. sind der unablässige Fußverkehr über den Zebrastreifen und der nicht mit weißen Streifen gekennzeicntete Übergang von der Hauptstraße her die Ursache. Dort Fußgängerbrücken errichtet, hält den Autoverkehr auf der Stationsstraße in Fluss, die Busse können ungehindert fahren und die Staus am Driescher Kreisel würden stark gemindert.

  2. Das sehe ich genauso! Abgesehen davon – wenn alle von der Stationsstraße kommenden Autos “untenrum” fahren müssen, bin ich gespannt, ob man aus der anderen Richtung noch irgendeine Chance hat, das Parkhaus unter dem Löwencenter anzufahren .

  3. Wie wäre es die Stationsstr. ab kleinen Kreisel ganz zu sperren und nur für öpnv, Fahrräder und Rettungsfahrzeuge offen zu lassen.? Das wäre ein zukunftsorientierter Test der Aussage kräftig und Sinnvoll wäre. Denkt endlich um.

  4. Alles das wird in der Verkehrsuntersuchung, die wir verlinkt haben, aufgeschlüsselt.

  5. Die Hitzewelle hat das Gehirn der Stadtverwaltung erreicht. Wie sonst kommt es zu der Idee, daß der Stadtverkehr durch Strassensperrungen entlastet werden kann? Das Ergebnis würde doch nur eine Verlagerung und Verdichtung des Verkehrs an anderer Stelle (z.B. im Kreisverkehr Paffrather-Reuterstrasse) bedeuten.

  6. Finde ich gut. Und dann noch eine fahrradsichere Strecke zwischen Paffrath und Stadtmitte. Das wäre einmal ein erster guter Schritt.

  7. Es erschließt sich mir nicht, warum die Stationsstraße zwischen Marktkauf und Dreischer Kreisel entlastet werden sollte, wenn die Autos nur noch unten rum fahren können.
    Nur weil da am Ende keine Ampel ist? Das ist der Grund warum ich (Richtung Schildgen) sowieso immer unten rum fahre, aber wenn alle da lang müssen ist das auch nicht mehr schneller.
    Und wenn die Bushaltestelle am Markt wegfällt müssen ja auch mehr Fußgänger die Stationsstraße überqueren. Das entlastet auch nicht.
    Ich verstehe diese Gedankengänge einfach nicht.
    Meiner Meinung nach müssen die Möglichkeiten ausgebaut werden mit ÖPNV und Fahrrad in die City zu gelangen. Das entlastet sicher mehr als alles andere.
    Die jetzige Situation ist der Grund warum ich lieber nach Lev in die City fahre, obwohl es 2km mehr sind.