Maria Schätzmüller-Lukas. Im Vordergrund das Ballerina-Kleid des Objektes Tütü, im Hintergrund ein Gemeinschaftswerk mit Manuele Klein.

Das „ScherbenGericht“  ist angerichtet, beinhaltet meist „scharfe“ Objekte der Künstlerin Maria Schätzmüller-Lukas und ist in unmittelbarer Nähe des Eingangs zur Refrather Galerie Schröder und Dörr platziert.

Filigran, strahlend, harmonisch –  bei Berührung gefährlich  – wirken zahlreiche der Arbeiten der  Künstlerin Maria Schätzmüller-Lukas, die für ihr Schaffen Kraft aus der Ruhe der Natur schöpft. Doch diese Ruhe bringt in die Werke keine platte Schönheit, sie zeigt vielmehr Exponate mit spitzen Details wie Nägel oder Tunnelwege, deren Zugang mit scharfen Eiszapfen geschützt  zu sein scheint.

Objekt: ScherbenMeer

Immer wieder kommt das Spitze, das Scharfe in den Fokus der Arbeiten der im Bergischen Land wirkenden Künstlerin.

Ausstellungsbesucher im Gespräch vor Stuhl und Scheibe

Maria Schätzmüller-Lukas zaubert Licht in durchschnittene Steine, verbindet die Sucht  „rauchen“  im Werk „Tütü“ elegant  mit dem schwebenden Kleidchen der Ballerina. Zeigt dieses  gespickt mit Zigarettenstummeln.

Tütü – das obere Element spiegelt sich im Unterteil der Arbeit

Eine Szene die aufgefangen wird in Spiegelungen auf dem Boden der Galerie, wo die ergänzende Ebene des Objekts ihren Platz hat. Die Arbeit ist eine Leihgabe hat die stattlichen Maße von 210x120x120 cm und besteht aus den Materialen Stoff, Glas, Blei, Wasser.

Ebenso  verbergen sich in der Kunstreihe „Stühle“  geheime Botschaften, verborgene  Ebenen. Diese Stühle sind absolut nicht zu besetzen. Sie führen zu Erstaunen, Irritation, Unbehagen, vielleicht auch (je nach Sicht der Betrachter) zum Schmunzeln.

Scharfe Metalle verleiden die Lust, hier Platz zu nehmen. Spitze Nägel  stecken in der Sitzfläche. Ihre Köpfe sind verziert mit bunten Glassteinen, signalisieren Schönheit, auf den ersten Blick.

So verbindet sich in der Arbeit der Glaskünstlerin Kreativität mit Aggression und zwar vom Feinsten, betont Kunsthistorikerin Marise Schreiber in ihrer Einführung. Sie eröffnet mit ihren Erläuterungen neue Sichtweisen auf die Exponate.

Objekt Steine

Schwebende Glasscheiben, eine Perücke, geschaffen aus Glas, Metall und Haaren, eine Handtasche, aus der grauer Sand quillt, Kippen-Girlanden,  gestaltete Glasscheiben (Zusammenarbeit mit Manuele Klein und  Maria Schätzmüller-Lukas) begeistern ebenso wie  drei Pyramiden-Szenen mit ihrem Lichtspiel.

Zur Person: Maris Schätzmüller-Lukas wurde 2008 mit der Goldmedaille für Skulpturen Joinville Art Expo ausgezeichnet. Sie war Meisterschülerin bei Professor Berger, FH-Köln, absolvierte dort das Studium der Freien Bildhauerei. Die Ausbildung zur Kunstglaserin machte sie bei F.H. Lauten in Kürten.

Objekt: Perücke

Die Ausstellung wird präsentiert bis zum 28. Juli 2019

Galerie Schröder und Dörr, Wingertsheide 59, 51427 Bergisch Gladbach

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 14 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 11 bis 14 Uhr. Telefonischer Kontakt: (02204) 6 41 70

www.schaetzmueller-lukas.de

Helga Niekammer

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

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