Blaue Tonne, gelbe Tonne, graue Tonne? Damit tun sich auch manche Einheimische schwer – vor allem aber Zuwanderer. Walid Samali aus Jemen macht sich bei Experten in Bergisch Gladbach schlau und erklärt die Mülltrennung in einem Video. Auf Arabisch und auf Deutsch.

Es fällt auch manchmal denen schwer, die hier in Deutschland geboren und aufgewachsen sind: die Mülltrennung. Für Walid Samali, einen Video-Blogger, der aus dem Jemen nach Deutschland geflüchtet ist, war dieser Vorgabe in Deutschlands Haushalten anfänglich ein Buch mit sieben Siegeln.

„Deutschland ist unter den besten fünf Ländern, die ein Recycling-System anwenden. Ich war es gewohnt, alles in einen Sack zu schmeißen“, erläutert der 32-Jährige. „Und irgendwie hab‘ ich gedacht: Ich erkläre das den arabisch sprechenden Neuankommenden mal in einem Video.

Damit auch sie verstehen, wie das funktioniert und warum es so wichtig ist.“ Und so begann seine Recherche für das Video, das seit Kurzem auch auf der Internetseite des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) der Stadt zu sehen ist, vor etwa einem Jahr.

In seinem Video, das erläutert, wie, warum und wo der Müll letztendlich hingehört, zeigt er auch Bilder aus seiner neuen Heimatstadt – Bergisch Gladbach. „Mir gefällt die Stadt und ich wollte meinen Zuschauern zeigen, wo ich lebe. Aber mal ganz ehrlich – ich verstehe nicht, warum so viele Menschen ihren Müll einfach auf die Straße werfen.“

Bei seinen Recherchen hat er auch Kontakt mit dem städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb aufgenommen. Willi Carl, bis Juli langjähriger Leiter des Betriebs, hat sich gerne interviewen lassen. So erklärt er dem Video-Blogger, welche Aufgabe der Abfallwirtschaftsbetrieb hat und warum die Mülltrennung so wichtig ist.
Um alles noch anschaulicher zu machen, hat Samali auch nach einem deutschen Haushalt gesucht, wo die Mülltrennung akribisch angewendet wird. Fündig geworden ist er bei Helga Holzapfel, einer Seniorin, die sich aktiv für die Integration von Geflüchteten Flüchtlingen einsetzt. In ihrer Küche interviewt er die Bergisch Gladbacherin, die gerne an dem Projekt mitgewirkt hat.

„Es hat Spaß gemacht, als das kleine Filmteam, bestehend aus Walid und zwei Kameramännern Hayder Alfarhani und Abdullah Sayed Horan kamen und ich mehrere Szenen wiederholen musste. Das Team war da ganz genau.“ Später im Video wird auch gezeigt, wie und warum Holzapfel ihren Müll in welcher Tonne entsorgt.

„Es ist ein gelungenes Projekt für gelebte Integration!“, freut sich Mechtild Münzer, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates der Stadt. Sie und der Integrationsrat können sich künftig vorstellen, noch mehr Videos dieser Art zu produzieren.

„Es wäre schön, wenn wir den neu angekommenen arabisch sprechenden Menschen auf dieser niedrigen Informationsschwelle noch mehr Dinge näherbringen könnten, die für ein nachhaltiges Leben in Deutschland wichtig sind!“ Dabei erwägt Münzer sogar eine Zusammenarbeit mit Christian Gollmer, Initiator und Gründer des Forums für Nachhaltigkeit im Bergischen.

Samali hingegen freut sich, dass eines seiner Videos einen so großen Anklang bei der Stadtverwaltung und dem Integrationsrat gefunden hat. „Mir ist es wichtig, den Menschen, die hier neu ankommen, in meiner Muttersprache Hilfe und Hoffnung zu geben.“

So hat er ein weiteres Video veröffentlicht, das aufzeigt, wie ein Geflüchteter in Bergisch Gladbach seinen Weg gemeistert hat – aber auch ein anderes Beispiel zeigt, bei dem es nicht so gut läuft.

Der emsige Familienvater gibt aber auch zu: „Mir fehlt es leider an der Hardware, um wirklich gute Videos zu drehen und zu schneiden. Die Qualität muss stimmen, um eine große Reichweite zu generieren.“

Der gelernte Elektriker, der im Jemen durch seine Arbeit mit der Medienbranche in Berührung kam und dabei auch Schnitt- und Tontechniken erlernt hat –  erhofft sich durch seine Videos mehr Akzeptanz sowohl bei den neu angekommenen arabisch sprechenden Menschen als auch bei den gebürtigen Deutschen, um aufeinander zuzugehen.

Sabah Chahbari, Integrationsbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach, hält das Thema, das Salim gewählt hat, in diesem Sinne für bestens geeignet: „Ein alltägliches Thema wie Müll ist doch eine gute Möglichkeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn auch wir Einheimischen stehen da manchmal wie der Ochs vorm Berg!“, lacht sie.

Hinweise zum richtigen Sortieren bietet die Stadtverwaltung auf ihrer Website in zehn Sprachen an.

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Pressestelle Stadt BGL

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