Die Mitgliederversammlung der Grünen hat nach einer kontroversen und langen Diskussion für Frank Stein als Kandidaten von SPD, FDP und Grünen für das Amt des Bürgermeisters gestimmt. Zuvor gab es jedoch einen überraschende Alternative.

Eine Gruppe um den Fraktionsvorsitzenden Dirk Steinbüchel hatte überraschend eine Alternative vorgetragen: Die CDU-Fraktion sei bereit, das Bündnis mit der SPD sofort aufzugeben, schon jetzt mit den Grünen zusammen zu gehen, die Stadt grüner zu machen und den Posten eines neuen Beigeordneten den Grünen zu überlassen. Einen entsprechenden Beschluss habe die CDU Fraktion am Donnerstag einstimmig getroffen.

Stein kündigte an, als Bürgermeister nach der Wahl das Thema Klima zur Chefsache zu machen, bis es einen grünen Beigeordneten gebe (was so schnell wie von der CDU versprochen gar nicht machbar sei).

Nach einer langen und kontroversen Diskussion, bei der auch eine Vertagung der Entscheidung gefordert worden war, fiel das Ergebnis eindeutig aus: Für den SPD-Mann Stein als gemeinsamen Kandidaten stimmten 31 Mitglieder, dagegen 13.

Hinweis der Redaktion: Ein ausführlicher Bericht folgt

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Durch diesen Beitrag fegen die ungeheuren Politstürme über der sonst eher träge dahinschwappenden Strunde.

    Ein Jahr vor Ende der lfd. Wahlperiode bastelt der aus guten Gründen von Furcht getrieben kleinere Großkooperant sich eine Rettungsampel.

    Deren symbolischer Anker: Das weggefallene Stichverfahren bei der BM-Wahl

    – Wer also den Schwarzen Thron im nun ersten und einzigen Wahlgang erobern will, muss den Kandidaten der (bis jetzt) stärksten Partei überflügeln.
    Und das hat (bis jetzt) nur Erfolgsaussicht, wenn sich mehrere Parteien auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen.

    Und hier liefert eben die SPD den Stein des Umsturzes.

    Wahrscheinlich hätten auch die GRÜNEN (zumal angesichts ihrer auch hiesig sensationellen Ergebnisse bei der verg. EU-Wahl) gern den Kandidaten geliefert, haben anscheinend jedoch niemanden ( / … der sich traut).

    Oder dem zugetraut wird, die mutmaßlichen Chancen zu haben, die dem nun in‘s Rollen gebrachten Stein zugeschrieben werden.

    Und so tritt nun ein Spitzenbeamter der real existierenden „GroKop“-Administration gegen einen Führungsfunktionär derselben GroKop an
    – wobei sich im Wahlkampf dann beide auch damit profilieren werden, dem jeweils Anderen die Alleinschuld für die gescheiterte Ehe zu attestieren.

    Übrigens:
    Es wäre sehr erfrischend, wenn sich jenseits allen wahlarithmetischen Kalküls (mindestens) ein dritter, sozusagen unbelasteter und unabhängiger Kandidat von entsprechendem Format fände, der das gravitätische Sumo-Ringen zwischen dem mittelgroßen und dem kleinen Elefanten etwas aufpeppte

    – und wenigstens dafür sorgte, dass die erwartbare Kaskade der Besserungsversprechen ausdrücklich fixiert, nachhaltig geprüft und vor allem in des Wählers Gedächtnis verbleiben würde.

    Ein Geständnis: Mich würde es freuen, wenn es den Freien Wählern als wirklich neuer Kraft noch gelänge, die Arena des Bürgermeisterduells personell entsprechend zu bestücken.

    Zuletzt bleibt die Frage:
    Nachdem nun beide Großkooperanten der eigenen GroKop (bzw. dem jeweiligen Gegenüber) ein m.o.w. trauriges Zeugnis ausgestellt haben

    – auch die CDU hat ja, sich plötzlich ratlos an der Ampel stehend sehend, den allseits umgarnten GRÜNEN das wenn auch vergeblich geblieben „unmoralische Angebot“ gemacht, den SOZEN sofort den Stuhl vor die Tür zu stellen und auf SCHWARZ-GRÜN zu switchen (ein Schicksal, dass die SPD nach der K-Wahl 2020 auf sich zukommen sah) –

    Bleibt also vor allem die Frage, ob der zur Rettung GL‘s entschlossene und in die rhetorisch umfänglich ankündigende Vorleistung gegangene Dreibund seine bereits jetzt vorhandene „Mehrstimmigkeit“ im Rat nutzt, um ein Zeichen seiner tätigen Glaubwürdigkeit zu setzen

    – bspw., wie seitens der FWG schon angemerkt, per Rücknahme jenes seltsamen GroKop-Beschlusses, einen Antrag auf Änderung des Regionalplanes zu stellen, um bürgerschaftlich hochstrittige, von höheren Verwaltungsinstanzen und auch dem RNB bereits abschlägig beschiedene Bebauungsabsichten doch noch durchzudrücken.

    Und es stellt sich natürlich die Frage, ob und wie die nun praktisch beidseitig und kraftvoll liquidierte GroKop in der Restlaufzeit dieser Legislatur fortgesetzt werden soll.

    Fazit: Es scheint Leben und Bewegung in die sonst eher betoniert politische Szene an der Strunde zu kommen.

    Im Blick auf die hochinteressanten Chancen, die sich in GL allein durch die stadtplanerischen Potentiale und Perspektiven des Zanders-Areals bieten, wären (auch) politische Vitalität, Kreativität, sprich zeitgemäß-zukunftfester Gestaltungswille einfach unfassbar …