Das Junge Ensemble bei einer Aufführung des Stücks „Ohne Vorwarnung“ im Jahr 2012

Unsere Autorin besucht den Theaterkurs für Jugendliche beim Theas. Sie schildert ihre Eindrücke und gibt einen Einblick in den Ablauf, vom witzigen Aufwärmspiel bis zur Aufführung. Spoiler: Es geht um Computerspielfiguren.

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Ich bin zum dritten Mal beim Grundlagen-Kurs für Jugendliche am Theas-Theater dabei. Seit September und noch bis Dezember treffen wir uns jeden Dienstagabend, von 19 bis 21 Uhr. Mit der Dozentin Charlotte Fechner und sieben sehr netten Menschen ungefähr meines Alters machen die zwei Stunden sehr viel Spaß.

Jede Woche starten wir mit einem Aufwärmspiel. Wir werfen uns einen Ball zu und sagen dabei jeweils ein Wort. Am Ende kommt ein Satz raus, der oft für Verwirrung und Lacher sorgt.

Erst dann fangen wir richtig mit dem Schauspielern an: Wir lernen verschiedene Techniken, die wir mit kurzen Rollenspielen üben. Zum Beispiel spielen wir eine Szene ohne Ton. Dadurch müssen wir uns mehr auf die Gesten konzentrieren, damit die ZuschauerInnen die Situation auch ohne Worte verstehen.

Oder wir kriegen ein altes Schwarz-Weiß-Bild, das unsere Gruppe nachstellen soll. Dann überlegen wir uns, was fünf Minuten vor und nach der Situation im Foto passiert sein könnte. Daraus entwickeln wir eine Szene.

Wir werden zu Sims-Figuren

Am Ende des Theaterkurses machen wir eine kleine Aufführung für unsere Freunde und Familien. Dafür sammeln wir Themen, die uns Jugendliche im alltäglichen Leben beschäftigen, wie zum Beispiel Freundschaft, Mobbing oder Schule.

Letztes Jahr wurde ein Stück präsentiert, in dem es um die „Fridays for Future“-Bewegung ging. Die TeilnehmerInnen spielten Eltern und Kinder, die darüber diskutierten, ob es sinnvoll ist, eine „Fridays for Future“-Demo zu besuchen. Die „Kinder“ hatten überzeugende Argumente und machten den ZuschauerInnen deutlich, wie wichtig es ist, etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Für unsere Aufführung im Dezember wollen wir uns mit dem Thema Internet befassen. Unsere Idee ist es, Figuren aus den Computerspielen Fifa und Sims zu spielen, die durch eine schlechte Verbindung in der realen Welt landen. Die SpielerInnen aus der digitalen Welt sind verwirrt und versuchen uns Menschen und unsere Tätigkeiten zu verstehen.

So ein Theaterkurs bringt mich dazu, mich kreativ auszutoben und eigene Ideen in die Tat umzusetzen. Er stärkt mein Selbstbewusstsein und mein Ausdrucksvermögen. Mittlerweile ist es mir nicht mehr peinlich, in komische Rollen zu schlüpfen oder Texte zu vergessen, denn das Improvisieren gehört zum Schauspielern dazu.

Bühne frei fürs Junge Ensemble!

Neben den Theaterkursen gibt es am Theas auch noch das Junge Ensemble. Hier können Jugendliche, denen der Grundkurs nicht genug ist, tiefer in das Schauspielhobby eintauchen. Die TeilnehmerInnen werden dabei gefördert, ein eigenes Theaterstück auf die Beine zu stellen. Sie können dann bei einer professionellen Theaterproduktion mitwirken.

Emily Weiß ist eine von ihnen. Sie erzählt: „Wir nutzen jede Gelegenheit, um zu proben, auch Feiertage. Denn am Ende haben wir sieben Auftritte und vier Schulvorstellungen.“ Bei so vielen Proben mit elf anderen Jugendlichen zusammen muss der Teamgeist groß sein, oder? Sie nickt. „Wir sind wie eine kleine Familie. Wir haben viel Spaß zusammen und einen großen Zusammenhalt, der durch die vielen Proben gestärkt wird.”

Professionelle Schauspielerin zu werden kann sie sich aber nicht vorstellen. Das ist ihr zu riskant. Doch auf der Bühne zu stehen wird für sie noch lange ein wichtiges Hobby bleiben.

Auf einen Blick:

Der nächste Grundlagen-Theaterkurs für Jugendliche findet von 7. Januar bis 10. März 2020 statt. Die Treffen sind immer dienstags von 19-21 Uhr. Ein Kurs kostet 72 Euro.

Weitere Informationen gibt es hier.

THEAS Theaterschule & Theater e.V.
Jakobstraße 103
51465 Bergisch Gladbach
02202 / 92 76 500
Webseite

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