Der leicht modifizierte Entwurf des Büros Auer Weber für das Stadthaus am Bahnhof. Links im „Solitär” soll die Stadtbücherei einziehen, rechts die Verwaltung. 

Fast 90 Minuten hat der Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr über die nächsten Planungsschritte für das neue Stadthaus am S-Bahnhof gerungen – und am Ende einstimmig grünes Licht gegeben. Allerdings mit einigen Ergänzungen. 

Ausgangspunkt der Debatte waren die enormen Kostensteigerungen des Projektes. Das Stadthaus soll die Beschäftigte der maroden Verwaltungsbauten am Marktplatz und die Stadtbücherei aufnehmen. Ursprünglich waren die Kosten auf 43 Millionen Euro geschätzt worden, derzeit liegt man bei 63 Millionen. Aber erst wenn die Entwurfsplanung in etwas einem Jahr abgeschlossen ist, können konkrete Kosten berechnet werden.

Bis auf die „Linke mit Bürgerpartei GL” bekannten sich alle Fraktionen zum Neubau, der Chancen für die Stadtentwicklung biete und den Beschäftigten angemessene Arbeitsplätze biete.

So soll der Grundriss zwischen Jakobstraße und Bahnhof aussehen

Angesichts der rasant steigenden Kosten plädierte FDP-Fraktionschef Jörg Krell dafür, parallel zur jetzt anlaufenden Entwurfsplanung darüber nachzudenken, an welchen Stellen gespart werden können. Er nannte zum Beispiel die Tiefgarage, auch die Auswirkungen der Digitalisierung müssten stärker berücksichtigt werden.

Die Grünen sprachen sich dafür aus, zu prüfen, ob das Stadthaus als Null-Energie-Haus gestaltet werden könne. Das sei zwar möglich erfordere aber hohe Investitionen, antworteten Verwaltung und Architekt.

Die SPD beantragte, dass bei den Berechnungen der einzelnen Kosten die gesamte Nutzungsdauer ins Auge gefasst wird.

Die CDU verlangte, dass die Digitalisierung berücksichtigt, ein Benchmarking eingeführt und der Bund der Steuerzahler weiter beteiligt wird.

Alle diese Ergänzungsanträge wurde einstimmig (bei Enthaltung der Linken) angenommen.

Nur der Antrag der CDU, eine Planung in Bauabschnitten zu prüfen, wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen, FDP und Mitte-rechts abgelehnt.

Alle Beiträge zum Stadthaus

Die Unterlagen zur Sitzung im Ratsinformationssystem

PDFDrucken

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

9 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Eine Tiefgarage ist schon okay und macht in der heutigen Zeit noch Sinn. Ich würde aber die Stellplätze grundsätzlich vermieten und nicht kostenfrei zur Verfügung stellen. Sprich Mitarbeiter können für den Betrag X monatlich exklusiv dort parken wenn sie wollen/müssen. Dieser monatliche Preis müsste aber deutlich teurer sein als ein “VRS Jobticket” um Anreiz zu schaffen wirklich umzusteigen. Fahrrad parken ist natürlich komplett kostenfrei. Die freien Plätze können für Besucher gegen normale Tarif übliche Ticketpreise vermietet werden.

  2. Tiefgaragen können sehr gut für das Abstellen von Fahrrädern genutzt werden. In den Niederlanden gibt es zahllose Beispiele für große Fahrradgaragen unter der Erde. Schließlich müssen auch Fahrräder irgendwo geparkt werden!

  3. Ergänzung:
    Die Stellplatzordnung ist ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert. Die Stadt sollte sich dafür einsetzen, dass sie auf Landesebene geändert wird, ebenso die Bauordnung.

  4. Mir scheint, dass Herr Krell die Zeichen der Zeit erkannt hat. ‘Tiefgarage’ ist ein Konzept aus den 60ern, das nicht mehr ins Jahr 2020 passt. In 10 Jahren wird kaum noch jemand ein eigenes Auto nutzen, zumindest in der Stadt – und dann? Was passiert dann mit den riesigen Höhlen, in denen massenhaft klimaschädlicher Zement verbaut wurde? Pilzzucht?

    Stattdessen sollte den Mitarbeiter*innen der Umstieg aufs Fahrrad so leicht wie möglich gemacht werden, durch sichere Abstellanlagen, Duschen und Umkleideräume.

    Insgesamt bewegt sich die Diskussion in eine gute Richtung – bitte weiter so!

  5. Es soll geprüft werden, ob die Tiefgarage kleiner ausfallen kann. Allerdings hat die Verwaltung bereits eingewandt, dass die NRW-Stellplatzordnung auch für das Stadthaus gilt.

  6. Kurze Frage: Habe ich das richtig verstanden, dass an der Tiefgarage gespart werden soll? Bedeutet das, es wird gar keine geben oder weniger Plätze?

  7. Was Sie hier behaupten, ist wirklich völlig absurd, Herr Schneider. Der Artikel ist so nah an einer Nachrichtenagenturmeldung, wie es geht, er besteht praktisch ausschließlich aus nüchtern vorgestragenen Fakten. Lediglich das Wort “bekennen” kann man wertend interpretieren, muss man aber auch nicht. Jedenfalls wird die Linke in keiner Weise “diffamiert”, vieleicht schlagen Sie erst mal das Wort nach, bevor Sie es verwenden: https://de.wikipedia.org/wiki/Diffamierung

  8. Sorry, wofür? Dass Sie mich hier ohne irgendeinen Beleg öffentlich der Bestechlichkeit bezichtigen? Das kann ich nicht entschuldigen, sondern nur entschieden zurückweisen. Die Kosten können nicht explodieren, da ja (noch lange) nicht gebaut wird. Im Moment geht es darum, realistisch abzuschätzen, was dieser Neubau kosten wird. Diese Schätzungen steigen, je konkreter sie werden. Genau das wird im Text berichtet.

  9. Sorry hier zeigt der Autor wie tendenziös er schreibt. Jetzt wird noch nichtmal gebaut und die Kosten explodieren. Eine Fraktion enthält sich und wird dann mit offenbar diffamiert: Man bekenne sich nicht zum Neubau, der Chancen für die Stadtentwicklung biete und den Beschäftigten angemessene Arbeitsplätze biete.

    Zu den 63 Millionen gehören offenbar auch ein paar Euro um den Autor hier mal “günstig” zu stimmen,