Die Bedeutung des Papiers für Bergisch Gladbach spielte beim Neujahrsempfang eine große Rolle

Der angestrebte langfristige Pachtvertrag zwischen der Stadt und der Zanders Paper GmbH ist noch immer nicht ausverhandelt. Beim Neujahrsempfang bekräftigte Bürgermeister Urbach die Unterstützung für die Papierfabrik. Und die Forderungen an die neuen Eigentümer.

Nach wie vor sei die Absicherung der Papierfabrik das oberste Ziel der Stadt, sagte Lutz Urbach am Sonntag beim Empfang im Bergischen Löwen. Wenn die Stadt nicht das gesamte Areal gekauft hätte, gäbe es schon lange keine Papierproduktion mehr in Bergisch Gladbach, erläuterte der Bürgermeister.

Allerdings habe die Stadt schon im November 2018 die Voraussetzungen für einen langfristigen Pachtvertrag in den Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter genannt. Nach wie vor habe die neue Zanders Paper GmbH nicht alle diese Forderungen erfüllt, daher gelte seit Jahreswechsel erneut ein Provisorium in Form eines kurzfristigen Vertrags.

Urbach nannte vier Voraussetzungen für den angestrebten Pachtvertrag.

Erstens können die Stadt keine finanziellen Risiken eingehen.

Zweitens müsse das Unternehmen Sicherheiten für einen mindestens mittelfristig erfolgreichen Betrieb der Fabrik vorlegen.

Drittens benötigten die Mitarbeiter Garantien, dass sie sich mit ihren erheblichen Zugeständnissen an den Arbeitgeber nicht „ins Ungewisse begeben”.

Und schließlich fordere die Stadt, dass sich das Unternehmen mit seinen Produktionsanlagen auf ein kleineres Areal zurückzieht.

Die Stadt werde weiter um die Papierproduktion kämpfen, sagte Urbach. Die Grenze sei erst erreicht, „wenn der Stadt ein Schaden droht”.

Zum Hintergrund

Die Stadt hatte in zwei Schritten das gesamte Areal gekauft und den größten Teil über den Insolvenzverwalter an die neuen Eigentümer verpachtet. Den Büro-Bereich hat die Stadtverwaltung bereits zum großen Teil vermietet oder selbst bezogen. Gleichzeitig entwickelt sie Pläne, wie sie Teile oder – nach einer Schließung der Papierfabrik – das ganze Areal neu entwickeln kann.

In einem ersten Schritt soll die Zanders Paper GmbH Produktionseinheiten, die auf dem Grundstück verstreut sind, in den Kernbereich verlegen. Dafür sind aber neue Investitionen nötig.

Das Kerngeschäft, die Produktion von Spezialpapieren, läuft nach Angaben der Zanders Paper GmbH erfolgreich,  zuletzt seien sogar neue Mitarbeiter eingestellt worden.

Zuletzt hatte Taner Durdu, der Betriebsratschef,  berichtet. die Rahmenbedingungen für einen Pachtvertrag seien erfüllt worden. Schon in der ersten Januarwoche, so Durdu, könnten die entsprechenden Verträge unterzeichnet werden.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Das sehe ich genauso,
    Die spielen auf Zeit und der Betriebsrat hat eh keine Ahnung.
    Die haben den schon gekündigen Mitarbeitern auch in keiner Weise geholfen.
    Und die haben jahrelang auf Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Lohneinbußen verzichtet.
    Das eingezahlte Sterbegeld usw. Ist alles weg.
    Ich würde Mal sagen, die obersten Chefs haben die Papierfabrik ruiniert.
    Die Restbelegschaft kann einem wirklich nur Leid tun

  2. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, das die Leute die Zanders derzeit im Griff haben, auf zeit spielen. Dass Herr Durdu „zuletzt“ im Gegensatz zum Bürgermeister berichtete, die Rahmenbedingungen seine erfüllt, riecht ein wenig nach Pfeifen im dunklen Keller. Entweder weiß einer von beiden nicht alles – und das dürfte nicht der Bürgermeister sein – oder man schickt Durdu vor, um auf den Busch zu klopfen und zu erkunden, was die Stadt denn noch so an Zugeständnissen bereit ist. Insofern spielt Zanders mit den Gefühlen der Restbelegschaft, die auf ein Weiterführen des Unternehmens hofft oder hat was im Ärmel, das der Stadt nicht gefällt. In jedem Fall darf Bergisch Gladbach und damit seine Einwohner nicht für irgendwelche Klimmzüge geradestehen. Lutz Urbach, sei standhaft,