Referenten, Team des Zukunftstages, Schulleitung und Schülersprecher

Beim „Zukunftstag” haben Schüler der IGP gelernt, was man in der Schule eigentlich nicht lernt: Wie man im richtigen Leben mit Finanzen, Wohnung, Krankenversicherung und Steuern klar kommt. 

Angeregt wurden Lorenzo Wienecke und Juri Galkin durch den damaligen Tweet der Kölner Schülerin Naina: „Ich bin fast 18 und habe keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen“.

Das Problem existiert schon lange, eine Idee für eine Lösung entstand auf einer Party. Lorenzo und Juri waren damals beide Schulsprecher verschiedener Schulen. Beide sahen den Kerns des Problems im Lehrplan. Sie setzten sich zusammen, um Ideen zu sammeln und ein Projekt aufzubauen.

Das Ergebnis ist der „Zukunftstag”, der jetzt zum ersten Mal auch in NRW stattfand – in der Integrierten Gesamtschule Paffrath (IGP). Dieser Tag mit einem geballten Angebot an Workshops  soll den Schülern die praktischen Grundlagen von Wohnen, Finanzen, Steuern und Krankenversicherungen vermitteln.

#MehrMachenStattMeckern

Zu Beginn des Programms gab es eine kleine Einführung der Gründer Juri Galkin und Lorenzo Wienecke.  Dann wurde das Team sowie die Referenten der einzelnen Workshops vorgestellt, unter anderem Vertreter von der Kreissparkasse, der FUX GmbH, der Barmer und der Techniker Krankenkasse. Die Referenten bekommen kein Honorar und dürfen keine Werbung machen. Das Projekt soll so nur der Wissensermittlung dienen.

#MehrMachenStattMeckern lautet das Motto, worauf der ganze Zukunftstag aufbaut. Obwohl es für die Schüler der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien war, waren sie erstaunlich wach und motiviert.

Im Mittelpunkt standen Workshops, jeweils mit Referenten aus der Umgebung, zu den Themen „Erste Wohnungsfindung“, „Steuern und Steuererklärung“, „Krankenversicherung“ und „Finanzen und Sparen“.

Mit einem Cent reich werden

Den Referenten gelang es, durch ansprechende Beispiele, auch für die eigentlich langweiligen Themen Interesse bei den Schülern zu wecken. Zum Beispiel wurde von der Verzinsung von einem Cent über 1000 Jahre gesprochen. Bei einem Zinssatz von 4 Prozent wäre aus dem einen Cent ein Betrag geworden, der soviel Wert ist, wie ein 1000 km³ großer Goldblock.

Beim Thema Steuern sprachen die Referenten von Berufen wie Influencer oder YouTuber, und nicht etwa von Handwerkern oder Bäckern.

Abgeschlossen wurde der Tag mit einem Feedback: Die Schüler bewerteten den Tag ausnahmslos positiv. Mehrfach wurde er als „interessantester Schultag der gesamten Schullaufbahn“ oder als „wichtigster Informationstag fürs Leben“ bezeichnet.

Zum Hintergrund

Geplant war das Projekt zunächst nur für Kassel, wo im Januar 2019 der erste Zukunftstag stattfand. Die Medien berichteten, und das führte zu zahlreichen Anfragen anderer Schulen aus anderen Bundesländern.

Zwar konnten sich einige Schulleiter mit dem Projekt nicht anfreunden, dennoch fanden im Laufe des Jahres rund 60 Zukunftstage statt. Mit dem Tag in der IGP wurde sogar das 13. Bundesland erreicht. 2020 sind bis zu 800 Zukunftstagen in Deutschland zu erwarten.

Inzwischen haben Lorenzo Wienecke und Juri Galkin den Verein Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung e.V. gegründet, der neben dem Zukunftstag auch das Projekt Young Economist verfolgt.

Auf der Website des Vereins können Schüler mit der Organisation in Kontakt treten, um einen Zukunftstag bei sich an der Schule vorzubereiten. Bis auf Reisekosten und Verpflegung wird nichts verlangt. Die beiden Gründer veranstalten die Zukunftstage ehrenamtlich, während ihres Studiums.

Darüber hinaus versuchen sie auch, Schülern zu helfen, selbst etwas gegen ihre Probleme zu unternehmen. In solchen Fällen kann man über ihren Instagram-Account Kontakt aufnehmen.

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